Jahrgang 
1847
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auch das heutige Ober⸗ und Nieder⸗Wetz in der kürzeren Form Superior Weife(Ibid. Nr. LXXXVI, An. 1307, pag. 121(zweimal); ferner Nr. CXIII, An. 1318, Pag. 151 und Nr. CXVIII, An. 1323, Pag. 159 gleichfalls zweimal) aufgeführt. Vergl. Wetzlar'ſche Beiträge ꝛc. Bd. I, S. 179 Nydernweife, in einer Urkunde vom Jahr 1364). 4) Ja ſelbſt der weniger gebräuchliche Name Wetrefe findet ſich (Ibid. Nr. LVl, An. 1281, Pag. 81):Cruso noster concivis... duos agros... juxta rivum, qui dicitur Wetrefe et juxta Brulsbach sitos... Capitulo resignavit et remisit. 5) Indeß auch die Wetz erſcheint in der Orts⸗Form Wetsa genugſam feſtgeſtellt, wie z. B. in der Stiftungs⸗Urkunde eines Anni⸗ verſarlegates vom Jahre 1261(Ibid. Nr. XXVI, Pag. 39):Sciant posteri, quod Mgr. Rodolfus Wetfl. ecclesie Scholasticus... mansum suum in Wetsa situm... nostre ecclesie testamento legavit und gegen das Ende dieſer Urkundein ecclesia in Wetsa, welches Wort im Inder Welza geſchrieben und am Rande durchWetz villa erklärt wird; alſo die gleichgeltende Benennung für Wetz, d. i. ſowol Wetz⸗Bach(rivus), als Wetz⸗Dorf(Lvilla).

Anmerkung 3.

Der Name der Stadt Wetzlar erſcheint(gleich dem Bache, an dem ſie liegt: ſ. Anmerkung 2), in den älteren Urkunden ſehr verſchieden geſchrieben. Eine auf hiſtoriſchem Wege gewonnene, urkundlich begründete Zuſammenſtellung dieſer verſchiedenen Schreibweiſen, nach der Zeitfolge geordnet, dürfte daher wohl an ihrem Platze ſeyn. Wir trennen hierbei die theils in lateiniſcher(in überwiegender Anzahl), theils in deutſcher Sprache abgefaßten Urkunden nicht, weil beive Claſſen mehrfach in einander greifen, und laſſen an die betreffende Subſtantivbenennung ſogleich, Kürze halber, die davon abgeleitete Adjectioform, mit bei⸗ gefügter maßgebender Jahreszahl der berückſichtigten Urkunden, ſich anſchließen. Die Urkunden ſelbſt, welche gegenwärtiger Zuſammenſtellung zum Grunde liegen, haben hier nur theilweiſe eine nähere Bezeichnung

erhalten können; die übrigen werden ſich vorkommenden Falls in den angeführten hiſtoriſchen Werken leicht auffinden laſſen. Die nachfolgende Benennungs⸗ und Namensüberſicht, ſammt den oft mehrfach verſchiedenen Schreibweiſen deſſelben Wortſtammes, iſt jedoch weit entfernt, abſolute Vollſtändigkeit für ſich in Anſpruch nehmen zu wollen, zumal die Verhältniſſe es nicht geſtatteten, den umfaſſenden Stoff einer nochmaligen, in's Einzelne gehenden Durchſicht zu unterwerfen.

I. Als die älteſte Bezeichnung der Stadt Wetzlar wird, der gewöhnlichen Annahme zufolge, Wittlara angeſehen, an welchem Orte Kaiſer Otto I. die im Jahre 943 dem Benedictinerkloſter zu St. Maximinus in Trier ertheilte Berechtigungsurkunde, ſich ſelbſt ſeinen Abt zu wählen, ausgeſtellt hat. Der Schluß dieſer Urkunde, welche in der Historia Trevirensis Diplomatica et Pragmatica Joann. Nicol. ab Hontheim Tom. I, Pag. 278 unter Nr. CLVIOtto M. Imp. Maximinianis iterum cavet jus eligendi Abbatis aufgeführt iſt, lautet nämlich alſo: Actum in Wittlara(d. i. nach der beigegebenen Rand⸗Erklärung Wezlaria). Data XV Kal. Febru. anno Incarnationis Dominicae DCCCCXLIII anno regni domini OlLtonis VII. indictione XIII. (mit der verbeſſernden Randbemerkung lege I1). Vgl.: Geſchichte und topographiſche Beſchreibung der Kaiſerlichen freyen Reichsſtadt Wetzlar von F. W. Freiherrn von Ulmenſtein, I. Th., S. 54 ff. Siehe dagegen: Wetzlar'ſche Beiträge für Geſchichte und Rechtsalterthümer. Im Namen des Vereins herausge⸗ geben von Dr. jur. u. Paul Wigand, IJ. Bd., Nr. XIII, S. 303 ff. Auch der Aufſatz:Ueber den Urſprung der Stadt Wetzlar S. 48 ff. enthält mehrere hierher gehörige Erörterungen Cnamentlich über die Bedeutung und Schreibweiſe des Wortes, Wetzlar).

3 II. Es folgen zwei verwandte, gleichfalls Lateiniſch gebildete Wortformen, nämlih: 3 1) Witflaria, in einer Urkunde vorn Jahre 1145 in V. F. de Gudenus Codex Diplomaticus (Tom. III, Nr. XIX, P. 1052):Dedicavionus eis etiam ecclesiam in villa Girmize, juxta Witflariam... sitam(vgl. v. Ulmenſtein's Geſchichte ꝛc. Th. I, S. 65 u. 66). Ebenſo in(ejusdem) Sylloge variorum Diplomatariorum Monumentorumque veterum etc.Diplomata promiscua Nr. XI(v. J. 1226), S. 591:Acta sunt haec in cymiterio Witflarie, anno Domini MCCXXVI, VII Idus Martü. Ferner in H. B. Wenck's heſſiſcher Landesgeſchichte, II. Bd., Urkundenbuch Nr. CXII(v. J. 1233) S. 149: