Jahrgang 
1846
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ſelbſt vor derſelben Bewegungen, die hier nicht unerwähnt bleiben dürfen. Der Zweck die⸗ ſer Bewegung iſt kein anderer, als den Samen dahin zu bringen, wo die, das Ausbilden des Keimes zu einer neuen Pflanze bedingenden Verhältniſſe geboten ſind. Die Vallisneria spiralis Vergl. den vorigen§.) läßt ihre Samen unter Waſſer reifen, damit ſie, ſobald die Kapſel ſich öffnet, unmittelbar auf den ſchlammigen Boden fallen, der alle Bedürfniſſe des Keimes befriedigt. Eben ſo machen es unſere Nymphäen oder Teichroſen und viele andere Waſſerpflanzen. Manche Landgewächſe drücken ihre Fruchiſtiele an den- Boden, da⸗ mit der Same beim Zerſpringen des Pericarpium gleich an, ja ſelbſt in die lockere Erde komme, wie unſere Viola odorata, beſonders wenn ſi ſie auf Grabland im Garten ſteht; an⸗ dere ziehen zu dieſem Zwecke den Fruchtſtiel in enge Schraubenwindungen zuſammen, wie unſere Cyclamen europaeam; noch andere, welche an Mauern und Felſenwänden herabhan⸗ gen, in deren Ritzen und Spalten ſie wurzeln, krümmen ihre Fruchtſtiele gegen die Wände und ſtecken, ſobald ſie eine Ritze erreichen, ihre Kapſeln hinein, damit ſie ſich da ihres Sa⸗ mens entledigen, wo nur die Keime ſich entwickeln können, ſo z. B. unſer Cymbelkraut (Linaria Cymbalaria) u. a. m. Der aufrechte Stengel des unterirdiſchen Klees(Trifolium subterraneum) krümmt ſich zur Zeit der Samenreife, ſteckt ſeine zum Stachel erhärtete Spit⸗ in den lockern Boden und vergräbt zugleich auch die Früchte mit.

Die Blüthen der angeführten Waſſerpflanzen werden bis nach der Beſtaͤübung durch

eingeſchloſſene Luft über der Oberfläche des Waſſers gehalten. Nach dem Freiwerden dieſer Luft folgen die ſich bildenden Früchte andern Kräften, die der Valnsneria z.. B. der Ela⸗ ſticität ihrer Stiele, die andern der Schwere.

Die Bewegungen der Fruchtſtiele und ſelbſt Stengel der erwähnten Landgewächſe haben theils ihren Grund in der Hygroskopicität, theils in einer ungleichförmigen Vertrocknung dieſer Theile. Bei dem Cyclamen wird das Brſannenziehen des Fruchtſtieles durch Ela⸗ ſticität bewirkt. 7.

2. Bewegung der Frucht §. 24. 1

Wenn aller Samen beim Freiwerden von ſeiner. Mutterpflanze, bloß der Schwerkraft folgend, ſenkrecht zu Boden fiele: ſo könnte die Verbreitung, der Gewächſe nur ſehr lang ſam von ſtatten gehen, ja das liebliche Grün, das unſere Erde ſchmückt, würde auf un⸗ ſern Höhen und an deren Gehängen meiſt fehlen. Aber da müſſen Luft. und Waſſer, Thiere und Menſchen mitwirken zur Ausſaat des reifen Samens, damit die Pflanzen, über die