Jahrgang 
1846
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mit einem ſchraubenförmig gewundenen Stiel verſehen, der ſich ausdehnen und zuſammen⸗ ziehen kann. Zum Zuſammenziehen oder Verkürzen legte die Natur Elaſticität in denſelben, durch welche, wenn keine andere Kraft wirkt, die Schraubengänge ſo zuſammengehalten werden, daß ſie einander berühren, alſo der Schrauben⸗Cylinder ſeine geringſte Länge hat. Mit der allmähligen Entwickelung der Blume aber bildet ſich zugleich um den Fruchtknoten, der unter der Blumenkrone und dem Kelche ſitzt(Germen inferum), eine Scheide(Spatha), angefüllt mit Luft, und vergrößert ſich mit der Entwickelung der Blume, treibt alſo immer mehr Waſſer aus der Stelle, wird dadurch gehoben und zieht die Windungen des Blumen⸗ ſtieles auseinander, bis ſie mit der Blume auf die Oberfläche des Waſſers kommt. Hier öffnet ſich nun die Blume bald durch Einwirkung der größeren Wärme in der atmoſphä⸗ riſchen Luft. Die 3 bis 4 langen Stiele der Staubblüthenkolben ſind nicht gewunden, wie die Stiele der Samenblüthen, können daher nicht durch Verlängerung die Blüthen zur Oberfläche des Waſſers bringen, wohin ſie, gleich den Samenblüthen, durch eine Spatha, welche den ganzen Kolben umſchließt, gezogen werden. Darum haben die Stiele die Ein⸗ richtung erhalten, daß ſie bei der Reife der Pollenkörner am Grunde der Kolben abbrechen und dieſelben frei laſſen, die nun, von den Scheiden getragen, an den Ort ihrer Beſtim⸗ mung gebracht werden. Hier zerſpringt dann das obere Ende der Scheide durch die Ein⸗ wirkung der Luft und Wärme in einigen Lappen, die Claſticität der Blumenſtielchen, die bisher gebunden ſchien, wird frei, und mit einem Ruck trennen ſich die nun geöffneten Blüthen von der Axe des Kolbens, kommen hervor und ſchwimmen ſo zaͤhlreich umher, daß ſie truppweiſe das Waſſer bedecken. Dabei müſſen ſie natürlich auch in die Nähe der Samenblüthen, und, durch Adhäſion gezogen, mit denſelben in Berührung kommen.

Nach dem Acte der Beſtäubung dehnt ſich nach und nach der Fruchtknoten aus; die Spatha, welche bis dahin die Blüthe, gleichwie die Schwimmblaſe den Fiſch, auf der Ober⸗ fläche des Waſſers gehalten, zerſpringt; die Elaſticität des Blüthenſtiels kann wieder frei wirken, zieht denſelben in engere Windungen zuſammen und der nach dem Verblühen gebliebene Fruchtknoten kehrt nach ſeinem früheren Aufenthaltsorte, dem Boden des Waſ⸗ ſers zurück.

Bewegung der Fruchtſtiele und der Frucht. 8 1. Bewegung der Fruchtſtiele. §. 23. Auch die Fruchtſtele maniher Gewächſe machen zur Zeit der Samenreife, ja mauch