Jahrgang 
1846
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ganze Erde verbreitet, zur Verſchönerung derſelben und zum Nutzen ihrer mannichfaltigen Bewohner dienen können. Auf die Beſchreibung aller der verſchiedenartigen Ausſaaten kön⸗ nen wir uns hier nicht einlaſſen, da dies nicht in unſerer Aufgabe liegt; wohl aber müſſen wir noch kurz derer gedenken, die durch auffallende Bewegungen der ſich ilienden Samen⸗ hüllen bewirkt werden.

Viele Pflanzen ſtreuen ihren Samen aus durch ein ſchnellendes Luffpringen des Peri⸗ carpium, bewirkt durch die Elaſticität ſeiner Theile, wie die Balſaminen(Impatiens), das Schaumſpringkraut(Cardamine Impatiens), mehrere Wolfsmilcharten, das Bingelkraut, u. a. m. An den Balſaminen wird durch raſches Einrollen, oder Drehen der Hüllenklappen der Samenträger erſchüttert und der Samen fortgeſchleudert. Die Samenhüllen einer Bal⸗ ſamine, die in unſern ſchattigen Wäldern an feuchten Stellen wächſt, zerſpringen ſo plötz⸗ lich, wenn man ſie behutſam auf die flache Hand legt, daß mit Blitzesſchnelle Hülle und Samen verſchwunden ſind, ohne daß man geſehen wohin; ja die leiſeſte Berührung des Gewächſes iſt zur Bewirkung dieſes Zerſpringens aller reifen Pericarpien desſelben hinrei⸗ chend. Man hat dieſer Erſcheinung wegen das Kräutchen genanntRühr' mich nicht ann, Noli(me) tangere. An den Wolfsmilcharten(Euphorbia) und dem Bingelkraut(Mercu- rialis) zerfallen die Kapſeln in ihre Fruchtblätter, dieſe zerſpringen gewaltſam in zwei Hälf⸗ ten und ſchleudern ſo den Samen weit fort. Mehrere. Storchſchnabelarten(Geranium) ſtreuen ihre Samen aus, indem ſich ihre Fruchtblätter mit Schnellkraft unten vom WMittel⸗ ſäuſchen trennen und ihr ſchnabelförmiges Ende ſich zurückrollt, oder dreht. Bei andern Geraniaceen dagegen fliegt das ganze Früchtchen mittelſt einer ſtarren Haarkrone an ſeinem Schnäbelchen, nachdem es ſich auf die angegebene Weiſe von ſeinem Mittelſäulchen getrennt, vom Winde getragen, davon. Die Klappen der Sauerkleekapſeln öffnen ſich nur in ſchma⸗ len Längsſpalten, aus welchen dann die Samen hervortreten und durch das elaſtiſche Aufſprin⸗ gen des Samenmantels fortgeſchleudert werden.

Das bezeichnete Oeffnen der Samenhüllen iſt bei vielen Gewächſen mit einem hör⸗ baren Knittern verbunden, wie bei mehreren Arten unſeres Flachſes(Linum), dem Kräut⸗ chen Rühr' mich nicht an, der Euphorbia Lathyris u. a. m.; bei der Hura crepitans aber ſogar mit einem ſtarken Knalle, wobei die Stücke der Ferplatzen Hülle mit den Samen nach allen Richtungen viele Schritte weit fortgeſchleudert werden.

Austrocknung der gereiften Hülle, durch die Sonnenſtrahlen bewirkt, bringt den Anfang zur Trennung der Theile hervor, wodurch die ihnen inwohnende, bisher gebunden geweſene Elaſticität frei wird und, mit Schnellkraft die Trennung vollendend, die Samen fortſchleudert.

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