Jahrgang 
1843
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Umgeſtaltungen unſerer Anſtalt, unterſtützt von dem Vertrauen der hieſigen Einwohner ſowie Lunſerer hohen Vorgeſetzten, mit Gottes Hülfe geſchafft und gewirkt nach den Kräften, die ein Jeder empfangen, und warum dürften wir es nicht ſagen, wir haben bei dem guten Willen, der uns immer beſeelte, bei den vielfachen Mühen und Anſtrengungen, die wir mit Freudigkeit dargebracht, neben den mancherlei Täuſchungen, die wir als Menſchen freilich auch erfahren, doch nicht minder des Guten und Erfreulichen Vieles geweckt, gepflegt und gefördert. Die Zahl der Schüler, die Anfangs kaum 67 betrug, iſt bis jetzt allmalig auf 140 angeſtiegen, und die Geſammtzahl aller jungen Leute, die von Anfang an in unſere Anſtalt aufgenommen worden, beträgt im Ganzen 874, von welchen unter den abgegangenen etwa 270 den wiſſen⸗ ſchaftlichen Studien, die übrigen aber anderen Berufsarten des bürgerlichen Lebens ſich gewid⸗ met haben. Ich brauche demnach hier nicht erſt zu beweiſen, daß eine Bildungsanſtalt, wie die unſrige, deren Hauptziel in der allgemeinen Entwickelung und Ausbildung aller geiſtigen und moraliſchen Kräfte des jugendlichen Menſchen beſteht, die ihn alſo mit Hülfe der Spra⸗ chen und Wiſſenſchaften durch formelle Verſtandescultur, durch Schärfung ſeines Denkvermögens und ſeiner Urtheilskraft, durch Anregung und Läuterung ſeines Geſchmackes und Sinnes für alles Schöne, Gute und Wahre, durch Belebung, Heiligung und Kräftigung ſeines religiöſen Gemüthes, ſeines Willens und Characters, mit Einem Worte: durch Erziehung zur chriſtli⸗ chen Humanität erſt tüchtig und würdig machen ſoll, ſich einem beſtimmten Berufe zu widmen, daß dieſe Anſtalt, ſage ich, keineswegs nur für den Gelehrtenſtand, oder nur für den künftig Studirenden, ſondern vielmehr für alle Berufsarten, für alle Lebenszwecke wohl⸗ thätig und erfolgreich zu wirken im Stande iſt, ich brauche dieſes nicht erſt zu beweiſen; denn die Erfahrung ſpricht ja deutlich dafür! Wir ſehen nach allen Richtungen hin in allen möglichen Ständen und Lebenszweigen junge Männer der menſchlichen Geſellſchaft ihre Kräfte widmen, zu deren Entwickelung, Förderung und Ausbildung ſie auf unſerer Anſtalt den Grund gelegt haben. Wohl mag es ſeyn, daß Mancher von ihnen, denn alles Menſchliche iſt ja unvollkommen, unſtetig und ſchwach, daß Mancher von ihnen auch abgeirrt von dem rechten Wege, den Verſuchungen und Verlockungen der ſinnlichen Welt, deren Reize immer mächtiger hervortreten, anheim gefallen und ins Verderben geſtürzt; wohl mag es ſeyn, daß Mancher von ihnen die freudigen Hoffnungen, die wir von ihm gehegt, die frommen Wünſche und Ermahnungen, mit welchen wir ihn begleitet, leichtſinnig getäuſcht, und undankbar alle beſſere Gefühle in ſich erſtickend, vom Guten und Rechten ſich abwendend, als unbrauchbar und un⸗ nütz der menſchlichen Geſellſchaft zur Laſt füllt; wohl mag es ſeyn, daß Mancher, unſere Anſtalt all zu frühe verlaſſend, noch nicht reif und tüchtig genug war für die vielfachen For⸗