7
ſtaltungen immer weiter voran geſchritten, und waren ihr auch von den Schülern wohl einige ſchon durch den Tod entriſſen worden, ſo hatte ſie doch bei den Lehrern, wenn auch Krank⸗ heiten unter ihnen zuweilen vorkamen, noch keine beſonderen Trauerfälle zu beklagen gehabt; indeſſen auch dieſe trübe Seite des menſchlichen Lebens ſollte ſie nun kennen lernen. Im Januar des Jahres 1836 verlor ſie in der Perſon des Herrn Steger durch den Tod einen Lehrer, der ihr beinahe 14 Jahre lang mit gewiſſenhafter Treue und unverdroſſener Freudigkeit ſeine beſten Lebenskräfte gewidmet hatte. Längere Zeit hat er die Leiden ſeines ſo frühe ſchon hinwelkenden Körpers mit ergebener, beſonnener und heiterer Geduld getragen, und ſo ſchwer es ihm auch damals wurde, die Pflichten ſeines Berufes zu erfüllen, ſo vermochte es ſein thätiger Geiſt und ſeine gewiſſenhafte Treue doch nicht, ſich von ihnen loszuſagen; er harrte vielmehr aus in ihnen, bis ihm endlich die Kraft verſiegte. Ja wahrlich, es iſt nicht ſchwer, bei geſundem, kräftigem Körper eine Anſtrengung, einen Kampf für etwas Höheres zu über⸗ nehmen und rüſtig und wacker zu beſtehen; aber doppelt ſchwer iſt es und nimmt die ganze Seelenſtärke des Menſchen in Anſpruch, wenn der Körper leidet und kränkelt und ſiecht, dennoch den Geiſt wach zu erhalten und freudig zu rüſtigem Wirken im Kreiſe der Jugend! Und ſo kann nur eine höhere Vergeltung den Hingeſchiedenen lohnen für ſein unermüdetes, treues Streben!— Schon im Februar deſſelben Jahres 1836 wurde Herr Oberlehrer Dr. Fritſch berufen, um den Verluſt wieder zu erſetzen. So wirkte nun die Anſtalt ungeſtört einige Jahre fort, und war unabläſſig bemüht, ihren guten Ruf immer feſter zu begründen. Doch ſchon nach vier Jahren ſollte ein neuer Wechſel in dem Lehrerperſonale eintreten. Im Novem⸗ ber 1840 verließ zu unſerem Bedauern Herr Director Herbſt unſer Gymnaſium, um in ei⸗ nen anderen Wirkungskreis überzugehen, und Herr Prof. Dr. Axt übernahm proviſoriſch das Directorium. Im Januar des folgenden Jahres 1841 traf Herr Oberlehrer Dr. Kleine bei uns ein, und nachdem Herr Prof. Dr. Axt ſeit Oktober deſſelben Jahres ſeine definitive Anſtellung als Director erhalten, mußten wir ihn ſchon im März des folgenden Jahres 1842 wieder von der Anſtalt, für die er ſo rüſtig mit ganzer Seele zu wirken angefangen, ſcheiden ſehen, um das Directorium in Kreuznach zu übernehmen, und Herr Prof. Dr. Hantſchke wurde ihm von den vorſorgenden Behörden zu ſeinem Nachfolger beſtimmt. Es war ſchon im vorhergehenden Winter eine neue ſechste, wenn auch noch nicht vollſtändig für ſich beſte⸗ hende Claſſe errichtet worden, wodurch auch Herr Fries als Hülfslehrer ſeine Anſtellung bei uns fand, und es begann nun unter der Leitung unſers neuen Directors wieder eine neue Pe⸗ riode für unſer Gymnaſium, deren Anfang zu den ſchönſten Hoffnungen für ſein ferneres Ge⸗ deihen berechtigt. Und es haben wir denn bis daher unter den mannigfaltigen Wechſeln und


