Jahrgang 
1843
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befſere, ruhigere Periode für uns einzutreten, und die gemeinſamen Lehrerkräfte wirkten in freu⸗ diger Rüſtigkeit einem gedeihlichen Ziele entgegen. Aber auch dieſes ungeſtörte, freundlich verbun⸗ dene Zuſammenwirken war nur von kurzer Dauer. Schon im Jahre 1823 folgte Herr Prof⸗ Weber einem Rufe an das Gymnaſium der freien Stadt Frankfurt, Herr Oberlehrer Be⸗ nekendorf kehrte an das Friedrichswerderſche Gymnaſium nach Berlin zurück, und Herr Hau⸗ polder verließ die Anſtalt, um ſeine anderweitigen Studien zu verfolgen. Drei Lehrer waren auf dieſe Weiſe unerwartet von uns geſchieden und indem ſie bedeutende Lücken in den Lehrer⸗ kräften zurück ließen, war es uns beſonders ſchmerzlich, den Herrn Prof. Weber, den wir in ſo vieler Hinſicht ſchätzen gelernt hatten, ſobald ſchon unſere kaum wieder aufblühende An⸗ ſtalt verlaſſen zu ſehen. Doch die hohen Behörden, die in ihrer weiſen Fürſorge für unſer Gymnaſium nie ermüdeten, waren auch jetzt wohl beſorgt, den entſtandenen Verluſt wieder auszugleichen. Die Herrn Oberlehrer Dr. Lambert und Prof. Dr. Schirlitz trafen alsbald bei uns ein, Herr Prof. Herbſt übernahm die proviſoriſche Direction der Anſtalt und nachdem im fol⸗ genden Jahre 1824 der interimiſtiſche Elementarlehrer Herr Falk nach Sobernheim verſetzt worden, fand auch Herr Herr ſeine Anſtellung bei uns. So waren wir wieder mit hinreichenden Lehrer⸗ kräften verſehen, und unſere Anſtalt gewann durch das unverdroſſene, einmüthige Wirken der Lehrer immer mehr an Ruf und Schülerzahl. Im Jahre 1828, nachdem zwei Jahre früher Herr Prof. Herbſt ſeine definitive Anſtellung als Director erhalten hatte, wurde die bisherige Ele⸗ mentarklaſſe aufgehoben, und indem nun alle ſtörende Combinationen, die vorzüglich in der Einrichtung einer Ober-und Unter-Secunda bemerkbar waren, wegfielen, fünf vollſtändige Gymnaſialklaſſen angeordnet. Das Lehrerperſonale beſtand damals mit dem Director aus ſie⸗ ben ordentlichen Lehrern und drei Hülfslehrern, und der Religionsunterricht wurde von dem Herrn Oberpfarrer NRebe und dem Herrn Pfarrer Wolf ertheilt. Alles ſchien nun ein ge⸗ deihliches, ungeſtörtes Fortſchreiten an unſerer Anſtalt zu verbürgen; an Kräften und Mitteln für das innere wie das äußere Aufblühen derſelben fehlte es uns nicht, und ich darf es wohl ſagen, auch der beſte Willen und der regſte Wetteifer für ihr Gedeihen beſeelte alle Lehrer und Schüler. Doch das Menſchliche kann nie von langer Dauer ſeyn, Wechſel und Vorübergehen ſind die Bedingungen unſers ganzen Daſeyns und Lebens; aber eben auch darin liegen ja die Bedingungen des Fortſchreitens, des ſich Annäherns zur Vollendung. Im Herbſte des Jahres 1833 verließ unſeren Lehrerkreis Herr Prof. Wiedaſch, um einem Rufe als Director nach Ilefeld zu folgen, und es blieb uns bei ſeinem Weggehen eine vielfach empfundene Lücke zu⸗ rück. Erſt im folgenden Frühjahre 1834 traf ſein Nachfolger, Herr Prof. Dr. Axt, bei uns ein. Und ſo war denn bis dahin unſere Anſtalt unter den angeführten Wechſeln und Umge⸗