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tigten die römischen oder groſsen Festspiele, welche im groſsen Circus nur für den Popu- lus(die Patricier) gehalten und wobei die Schauplätze nach den Curien angewiesen wurden. (Die plebejischen Aedilen standen den plebejischen Festspielen vor, welche in dem flamini- schen Circus, aber nicht in dem grofsen, gehalten wurden); eben so hatten sie die Aufsicht über die Stadt und den Kornmarkt(astynomische und agoranomische Gewalt); aber sie bil- deten auch jene richtende Criminalbehörde, welche ihr bestrittenes Urtheil vor dem Volks- gerichte geltend machte. Gegenstände ihrer Anklagen waren: Giftmischerei, Zauberei mit dem Korne auf dem Felde, Schändung eines freien Bürgers, Verletzung der Keuschheit frei- geborner Bürgerinnen, Verletzung der Majestät der Obrigkeit, Wucher etc. Die Multen flossen nicht in den gemeinen Schatz, sondern wurden immer zu Gebäuden, Verschönerun- gen oder Festspielen verwendet. 3.
Der Wechsel zwischen den beiden Ständen in der curulischen Aedilität begann schon mit dem zweiten Jahre; aber die Wahl aus beiden Ständen wurde nicht, wie Livius be- hauptet, nachdem die Ordnung aufgehört, freigestellt; sondern die Geschiedenheit der Stände wurde auch ferner beobachtet, solbst nachdem sie bei dem Consulate schon nicht mehr er- folgte.— Das eigentliche Verhältnils beider Aedilitäten gehört in der Folge zu den un- auflöslichsten Räthseln der römischen Alterthümer.
F. Multmann.
I. Gentes. Curide. Tribus. Latium. Panlatium.
Die ältesten Ansiedler um die Niederungen des Tiberstroms kamen in einzelnen Hau- fen und zu verschiedenen Zeiten aus Griechenland, vorzüglich dem Peloponnesus. Die Ver- theilung des eingenommenen Landes geschah auf den Grund der Verwandtschaft in Ab- schnitten nach bestimmten Zahlen und Loosen. Die einzelnen Theile der Bürger bildeten ländliche Gemeinen, Gentes odeer Geschlechter. Zehn Gentes machten eine Landschaft aus, eine Curia, jede Gens also eine Decuria, und der Vorsteher derselben war ein Decurio. Der
ganz und gar verwerflich, erfunden in später Zeit, wo die alte Bedeutung und die wichtigsten Befugnisse der Aedilität ganz vergessen waren; denn die Festspiele, deren Aufwand vermehrt wurde, waren die römischen oder grofsen, mit welchen die plebejischen Aedilen gar nichts zu schaffen hatten; sie waren für den Populus gegeben worden, wie daraus erhellet, dafs die Schau- plätze nach den Curien angewiesen waren. Wahrscheinlich aber deutet die Erzählung darauf hin, dafs die dreitägigen Feste der groſsen Götter eine bleibende Erweiterung durch einen vierten Feiertag für die Plebejer, wie sonst für jeden der drei alten Stämme einer begangen war, er- hielten, und dafs somit den plebejischen Aedilen auch umgehend der Vorsitz bei denselben zu- gestanden wurde, eine Einrichtung, die von Anfang an ihre Bestimmung erhalten haben muſste; daher auch der Wechsel schon im zweiten Jahre.


