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Kohl aus Kreuznach ausserdem ein Exemplar seines griechischen Ubungsbuches der Anstalt ge- widmet worden. Herr Stadtverordneter Ernst Drullmann schenkte eine für die Geschichte des Gymnasiums wertvolle Schrift: Nachrichten von den Verhandlungen der Wetzlarischen gemein- nützigen Gesellschaft aus den Jahren 1799 und 1800.
Für alle Glückwünsche und Gaben dankte dann der Direktor und sprach die Hoffnung aus, dass das Zusammensein mit der fröhlichen Jugend in diesen Tagen auch auf die ältesten Festteilnehmer eine erquickende Wirkung üben, dass nicht minder aber auch die Wahr- nehmung, welche die Schüler heute machten, mit einer grossen Zahl angesehener Männer durch gemeinsame Schule und Vorbildung verbunden zu sein, diese zu rechtem Streben und ernster Pflichterfüllung ermuntern werde. Die Gemeinschaft aller sei äusserlich durch das Festabzeichen bekundet, das heute alle Festteilnehmer mit stolzer Freude auf der Brust trügen. Die deutschen Farben dieses Abzeichens erinnerten aber auch daran, dass ein gemeinsames Band die Schule mit dem deutschen Volke verknüpfe und mit dem kaiserlichen Führer unseres Volkes, dessen Huld der Anstalt heute in besonderem Masse zu teil geworden sei. Im freudigen Gefühl dieser Zu- sammengehörigkeit stimmte die ganze Versammlung mit der Jugend, die ihren Empfindungen un- mittelbaren Ausdruck zu geben pflegt, in einen Jubelruf ein, in das erste Hoch, welches das Wetzlarer Gymnasium in seinem zweiten Jahrhundert seinem Schirmherrn darbrachte. Mit dem
gemeiusamen Gesang der Nationalhymne schloss die Festhandlung in der Aula. Nach der Feier besuchten viele der Festteilnehmer die Klassenräume des Gymnasiums,
das physikalische Lehrzimmer und besichtigten im Zeichensaal die daselbst ausgelegten Schüler- zeichnungen.
Nachmittags um 1 Uhr nahm das Festmahl im Saale des Schützengartens seinen Anfang. Herr Provinzial-Schulrat Dr. Matthias weihte den ersten Trinkspruch Seiner Majestät dem Kaiser, der in dem seltenen Geschenke, das er dem Gymnasium zum Jubelfeste verliehen, auch der Stadt Wetazlar einen ausserordentlichen Beweis seiner Huld gegeben habe.— Der Berichterstatter wies auf die Bedeutung der lebendigen Gemeinschaft hin, in welcher das Gymnasium trotz seiner geogra- phischen Abgelegenheit mit der grossen Zahl der rheinischen höheren Schulen stehe und die stets unterhalten worden sei durch treffliche Schulräte. Dem anwesenden Vertreter des Provinzial- Schulkollegiums, der ein besonderes Verdienst um das Zustandekommen der Jubelfeier habe, galt sein Hoch. Herr Landrat Dr. Goedecke beglückwünschte im Namen des Kreises die Anstalt, deren Leiter und Lehrer es verstünden, ohne engherzige Ausscheidung des in dem klassischen Altertum liegenden Grossen, Guten und Schönen die Erziehung der Jugend nach der deutsch-nationalen Seite hin zu lenken. Herr Bürgermeister Moritz fasste den Dank, welchen der für das Schulwesen von jeher ernstlich besorgte Rat der Stadt dem preussischen Staate für die Erhaltung des Gymnasiums wisse, in ein Hoch auf das Gymnasium zusammen. Herr Superintendent Schöler gedachte der Mitglieder des Lehrerkollegiums, welche als Kirchenälteste dem evangelischen Ge- meindeleben ihre besondere Teilnahme zuwendeten. Herr Beigeordneter Hiepe widmete ein Hoch dem ältesten Lehrer der Anstalt, Herrn Professor Dr. Haenisch, der in bewegten Worten unter Erinnerung an die schöne Jugendzeit mit einem Hoch autf die alten Schüler dankte. Herr
Rechnungsrat Rade feierte in gebundener Rede wieder das Jubelgymnasiym. Herr Oberstleutnant 3


