7 lassen des früher in Aussicht gestellten Besuches bei seinem jetzigen Kommen hätten knüpfen können, denen er durch die offene Darlegung der Gründe seines Verfahrens die Spitze hat ab- brechen wollen. Wie nötig aber solch Vorbeugen war, ergiebt sich neben der unsrigen am besten aus Stellen, wie I, 4, 18; II, 1, 17; 10. 9— 10 u. a. m., welche erkennen lassen, wie sehr sein Ausbleiben dem Apostel zu Corinth verübelt und missgedeutet war.
Unser%œꝭαα— v. 3— könnte nun freilich nicht wohl auf das in 1, 23— 2, 2 Aus- geführte bezogen werden, wenn nicht dasselbe Wort in den v. v. 4 u. 9 dieselbe Deutung zu- liesse. Für v. 4 freilich„eæ„ο πανι dνυω συνοQνν uονας ε᷑ννας᷑ νμνν u d οννν Oxoνανν macht nun M. Krenkel(Beiträge zur Aufhellung der Geschichte und der Briefe des Apostels P.) gegen Maerker und Heinrici nicht mit Unrecht geltend, dass wir weder in dem bis- herigen Teile unseres Briefes die Veranlassung zu έ ς, ouorTẽy adoòodas und dkouo für den Apostel finden, noch vernünftiger Weise annehmen dürften, dass P. schon hier diejenige, oder doch eine verwandte Stimmung zum Ausdruck kommen lasse, wie sie höchstens das letzte Drittel seines Briefes beherrscht. Krenkel, wie anderwärts, so auch hier im Schliessen etwas voreilig, übersieht nur, dass die angeführten Worte des Apostels, richtig ausgelegt, gleichwohl von unserm Briefe gelten, dieser, richtig verstanden, sehr wohl der„Thränenbrief“ sein kann. Denn P. sagt nicht mehr und nicht weniger, als dass er den Brief„aus viel υε und Herzensangst hel aus, von solcher bedrängt, und unter vielen Thränen“ geschrieben habe, keineswegs aber, dass der Brief selbst der Anlass dazu gewesen sei. Und dem Worte η heisst es Gewalt anthun, wenn Rückert a. a. O. p. 47 dekretiert,„die υη könne keine von aussen kommende, nur eine innere sein, also Bekümmernis, Betrübnis,“ was dann zunächst neben υνοπ τeοdα einen immerhin un- erwünschten Pleonasmus ergäbe. Vielmehr muss dlπυ kraft seiner Herkunft vom Verbum „,“„Schlagen“ grade von äusserer Bedrängnis zunächst verstanden werden, und es auch hier nicht anders zu deuten veranlasst uns neben dem Fehlen jedes Gegengrundes grade der Zusatz von der σeυνονπν νdᷣοοας.. Das ist's also, was P. sagt, und nicht mehr, dass er den Brief, — sei es nun, welcher er wolle,— aus vieler Bedrängnis heraus, und demzufolge unter viel Herzensangst und vielen Thränen geschrieben habe, ohne nur mit einer Silbe anzudeuten, dass der Brief selbst oder sein Gegenstand die Ursache davon gewesen sei. Das aber lässt sich auch von II ohne Weiteres glauben.
Denn welcher Art die vom Apostel hier erwähnten äusseren Ʒιυſ˖ε gewesen sein möchten, ist kaum nötig zu fragen bei ihm, der z. B. II, 4, 8 ff. in Wahrheit von sich aussagen konnte. Uebrigens giebt er uns selbst die wünschenswerteste Auskunft in unserem eigenen Brief 7, 4 f, wo doch die Ausdrücke„ouνεᷣαι᷑eēν⅔ εέσνν deνεν σs uνν, dab ev drr 1ι,1Gμμυ e, eν 2d⁴νπα ⁵&ασεν φσοο von Bedrängnissen zur Zeit der Abfassung des Briefes, und zwar hauptsäch- lich, wenn nicht allein— Rückert a. a. O. p. 215— von äusseren Bedrängnissen reden. Und wohl mit Recht nimmt Hausrath(der Apostel P. p. 301,) diese Bedrängnisse als herrührend von der fanatischen Feindseligkeit der macedonischen Judenschaft gegen den Heidenapostel und die Heidenpredigt, eine Feindseligkeit, von deren Bethätigung uns ja auch Akt. 16 f. ein deutliches Bild giebt. Daneben braucht und soll gar nicht geleugnet werden, dass P., wie stets, so auch damals, Corinth auf sorgendem Herzen trug, sondern nur, dass seine ⁴υç˖)+0ε allein und in erster Reihe daher stammen. Und auch, dass er II 7, 6 den durch Titus von dorther empfangenen Trost hervorhebt, ist kein Beweis gegen uns, sondern bedeutet zunächst nicht mehr und nicht weniger,


