ziehung des roꝰro uro auf das Vorhergehende ergebenden Anstösse fort. Auch geben wir eben- sowenig, wie Rückert a. a. O., auf den Einwand, dass man dem P. solch feinen Atticismus roντο 0— ebendeshalb— nicht zutrauen dürfe. Ganz anders aber stellt sich die Sache, wenn wir nun den eben, absichtlich bisher nur griechisch, citierten Finalsatz in's Auge fassen. Ganz un- möglich ist Hofmanns Auffassung desselben(2. a. P. II, 3, 38):„ebendeshalb schrieb ich Euch — scil damals— um nicht bei meinem— Scil jetzigen— Kommen Leid zu befahren.“ Nehmen wir aber die Deutung derjenigen Gelehrten, die in dem α ßeinen Hinweis auf einen früheren Brief des Apostels erblicken:„ebendeshalb schrieb ich Euch, um nicht, wenn ich gekommen wäre, Betrübnis zu haben,“ so ist diese Deutung zwar von der genommenen Voraussetzung aus unumgänglich, den Worten aber fremd, wenn man den Anspruch erhebt, sie nach den Gesetzen der griechischen Sprache zu verstehen. Zwar die dabei nötige Auflösung des Participiums 0 in einen irrealen Bedingungssatz—„e»ov, wenn ich gekommen wäre“ ist an sich unbedenk- lich. Aber eine solche würde statt„luc uν ενα im Finalsatz den modus irrealis lud uν elzov oder ο.mπιεο verlangen, nicht den Konjunktiv, noch weniger, wie Rückert a. a. O. meint, den Optativ szoννo⁴dder τννꝙ. In Vertretung des Irrealis findet sich allerdings nach zux auch der Conjunktiv, aber nur in äusserst seltenen Fällen und ganz gewiss nur da, wo durch den Be- dingungsvordersatz die Irrealität genügend klar gestellt ist, wovon hier, wo jener in dem Partizi- pium 105 sich versteckt, überhaupt keine hede sein kann. Und wenn man nun dem P. eine unattische Redeweise an sich wohl ebensogern, wie eine allzu attische verzeihnen möchte, so doch dann nicht, wenn ein Missverständnis so nahe liegt, wie hier. Auch der beliebte Einwand be- deutet hier nichts, dass die Corinther, die ja den fraglichen Brief in Händen gehabt bätten, den Apostel schon würden verstanden haben. Denn ob sie ihn in Händen hatten, ist eben die Frage. Wäre das Ja bewiesen, dann würden wir uns mit dem να 2 taliter qualiter abzufinden haben, so lange dies nicht der Fall ist, haben wir den Satz so zu interpretieren, wie die Sprache es an die Hand giebt. Und da kann der Conjunktiv nw se— mit der Variante iν steht es nicht anders— nur von etwas noch Bevorstehendem verstanden werdeu. Daraus ergiebt sich zunächst die Auflösung des Partizipiums μ durch dv νο ◼und als allein sprachrichtiger Sinn der Stelle der:„ich habe Euch 15ro ατo geschrieben, um nicht, wenn ich nun komme, Betrübnis zu befahren.“ Dass sich damit das Imperfekt Oε, welches ebensowohl—„debeo ich sollte“ wie—„debebam ich hätte sollen“ sein kann, sehr wohl verträgt, bedarf keines Beweises.
Daraus ergiebt sich nun weiterhin die Beziehung des ννωα auf den gegenwärtig vor- liegenden Brief, bezw. das im Vorhergehenden vom Apostel Ausgeführte. Es braucht darum nicht als Aorist des Briefstils gefasst zu werden, sondern es ist der einfache Aorist der— unmittelbaren— Vergangenheit, wie er im N. T. und auch in den Schriften Pauli zahlreich be- gegnet. Dass dabei das iραα— 2, 1—, wenn auch ebenfalls auf die Vergangenheeit, doch auf ein früheres Stadium derselben hinweist, thut der Sache keinen Eintrag. Wohl aber ergiebt sich nun die Möglichkeit, das 1ꝰτο ατον aus der Lückenbüsserstellung, welche es in der Ueber- setzung„ebendeshalb“ bei unserer Erklärung haben würde, zur rechten Bedeutung zu erheben. „Eben dies“, sagt der Apostel,— scil das Vorstehende—„Schrieb ich Euch jetzt, um nicht bei meinem bevorstebenden Kommen uν zu befahren.“
Damit ist nun eigentlich schon gegeben, welcherlei 1uν der Apostel jetzt vermieden sehen möchte. Es sind die unliebsamen, betrübenden Erörterungen, welche sich an das Unter-


