Jahrgang 
1899
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einem zwischen den beiden uns erhaltenen Schreiben mitten inneliegenden Briefe bis heute Gegen- stand gelehrten Streites geblieben. Die Annahme eines solchenZwischenbriefes wird gegründet einmal auf gewisse Stellen von II, in welchen ein solcher citiert geglaubt wird; ferner auf eine Anzahl wirklicher oder vermeintlicher Differenzen und Beziehungsschwierigkeiten zwischen I und II, welche man nur oder am befriedigendsten auf solche Weise heben zu können meinte; endlich ist bekanntlich auch mehrfach, am eingehendsten von Hausrath der Vierkapitelbrief des Apostels Paulus an die Corinther der Versuch gemacht worden, die Capp. 10 13 unseres IIten kanonischen Briefes aus sich heraus als das Hauptstück des gesuchten Zwischenbriefes zu erweisen. Die Aus- einandersetzung mit dieser letzteren Hypothese schieben wir zunächst auf. Während aber im Uebrigen die Gelehrten allermeist, von den erwähnten Differenzen und Schwierigkeiten zur Postu- lierung eines Zwischenbriefes gedrängt, vom Standpunkte der Annahme eines solchen aus an die Erklärung der vermeintlichen Citatstellen in II herangetreten sind, hat es sich uns als zweckmäs- siger erwiesen, umgekehrt eben von letzteren unsern Ausgang zu nehmen.

II Cor. 1,23 2,4.

Zum Verständnis dieser Stelle zu gelangen müssen wir noch ein wenig weiter ausholep. II, 1,15ff hat P. von einer irgendwann bestandenen, auch seinen Lesern kund gewordenen, aber nicht zur Ausführung gelangten Absicht, Corinth zu besuchen, gesprochen. 1,23 versichert er nun unter feierlicher Anrufung Gottes zum Zeugen der Wahrheit seiner Aussage, dass er bisher odusere Aor aus Schonung der Gemeinde diesen Besuch unterlassen habe. Sein ¶αιέιμνυ d,GGαν findet weiterhin 2,1 seine Beleuchtung durch die Angabe, er habe bei sich beschlossen gehabt, nicht ein zweites Malsv urnn nach Corinth zu kommen. Nach einer weiteren uns noch nicht interessierenden Zwischenbemerkung v. 2 folgen dann v. 3 die Worte: εꝓα duνν ꝙτοντο ατ, duα μmmν ⁴υιηη ετ, ν εέεκ με 2aiονεν. Und damit sind wir an die entscheidende Stelle gekommen.

Heute freilich schliesst sich an das ενααα ναν fast allein die Meinungsverschiedenheit, ob P. damit auf I deute, wie die Aelteren erklärten, oder eben auf einen verlorenen Zwischen- brief, was seit Bleek immer mehr Anklang gefunden hat. Gleichwohl werden wir vor allem zu fragen haben, ob, aus den Verhältnissen der Stelle selbst betrachtet, die Worte nicht vielmehr auf die vorhergehende Stelle des eigenen Briefes zu beziehen sind. Erasmus jedenfalls hat diese Auffassung gehabt, wenn er übersetzt:atque hac eadem de causa scripsi vobis hanc epistulam. Das zeigt sich nun freilich sofort, dass unter Beziehung auf ein früheres Schreiben das rouνro ⁵τ die Bedeutungdasselbige, welche ihm u. A. Luthers Uebersetzung giebt, nicht haben kann. Denn was P. in den vorhergehenden Versen als Grund seines Ausbleibens angiebt, Schonung der Gemeinde und der Wunsch, nicht ein zweites Mal e lon, bei ihr sein zu müssen, das trägt er offenbar hier zum ersten Male seinen Lesern vor und das kann ebendeswegen nicht wohl schon in einem früheren Briefe gestanden haben. Wir wären also bei der herrschenden Ansicht auf diejenige Deutung des ν τ αιι gewiesen, welche sich in der angeführten Ueber- setzung des Erasmus findet und welche heute u. A. von Hofmann(die hl. Schrift N. T. Zff. unters. II, 3, 38) und von Rückert(Commentar p. 44) vertreten wird. Darnach würde P. mit dem r⁰% αο auf den folgenden Finalsatz hinweisen und sagen:Ebendeshalb habe ich Euch geschrieben uc υ⸗ AG ur re. Naturgemäss fallen dabei die sich aus einer Be-