Jahrgang 
1896
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Gymnasium beschäftigt. Im Oktober wurde er zur Aushülfe dem Realgymnasium zu Essen zuge- wiesen. Der katholische Religionslehrer, Kaplan Neyses, der im September 1894 an die Stelle des zum Pfarrer von Lütz ernannten Kaplans Bender getreten war, wurde nach Ablauf eines Jahres nach Horchheim versetzt. Mit dem Anfang des Winterschulhalbjahres übernahm der Ka- plan Dr. Pfeifer den katholischen Religionsunterricht am Gymnasium. Am Schlusse des Schul- jahres wird der Oberlehrer Dr. Spies, der seit Ostern 1884 der Anstalt dankenswerte Dienste geleistet hat, aus seiner jetzigen Stellung scheiden; er tritt, von unseren besten Wünſchen beglei- tet, in gleicher Eigenschaft an das Königliche Gymnasium zu Düsseldorf über. Sein Nachfolger wird der Oberlehrer Dr. Kelleter von Aachen, der z. Zt. als wissenschaftlicher Hilfslehrer an dem dortigen Kaiser-Wilhelms-Gymnasium beschäftigt ist.

In der Zeit von Ostern bis Pfingsten mußte der zu einer Dienstleistung im stehenden Heere eingezogene Hilfslehrer Dr. Wenzel vertreten werden. Während des Monates Juli war der Oberlehrer Dr. Spies zur Herstellung seiner Gesundheit beurlaubt. Der Oberlehrer Brass war im Mai auf 3 Tage, im Juli auf 1 ½ Wochen, im Februar auf 3 Tage, der Lehrer Cloos in dem letzteren Monat auf eine Woche erkrankt. Für eipige Tage beurlaubt waren: der Ober- lehrer Dr. Czwalina im September und Februar, der Lehrer Cloos im Oktober, der Oberlehrer Neuber im November. Der Direktor war zweimal auf zwei Tage abwesend.

Am 14. Juni fiel wegen der an diesem Tage im deutschen Reiche vorgenommenen Be- rufs- und Gewerbezählung der Unterricht aus.

Am 1. 2. und 3. Juli wohnte der Herr Geheime Regierungs- und Provinzial-Schulrat Dr. Münch dem Ünterricht in allen Klassen bei.

Am 2. Juli trugen die evangelischen Schüler des Gymnasiums auf dem hier abgehaltenen 9. Jahrestage des Rheinischen Vereines für evangelischen Kirchengesang einige Gesangstücke vor.

Am 5. Juli führten sämtliche Klassen unter der Leitung ihrer Ordinarien Ausflüge nach verschiedenen Orten aus.

Wegen grosser Hitze wurde im Monat Juli der auf die Stunde von 11 12 und auf den Nachmittag fallende Unterricht einige Male ausgesetzt.

Am 14. August wies der Direktor in der Schlussandacht vor den Herbstferien auf die bevor- stehende Feier der 25jährigen Erinnerung an den Krieg gegen Frankreich hin und forderte die Jugend auf, sich bei der frohen und dankbaren Teilnahme an der Jubelfeier von dem Gedanken leiten zu lassen, dass die nationalen Errungenschaften jenes grossen Krieges nur durch ernste UÜbung in den Tugenden der Tapferkeit und des Opfermutes, der Königstreue und des Gottver- trauens uns fernerhin erhalten werden können.

Am 19. August wurde mit dem Abbruch des alten Turnhallenbaues begonnen. Die Klasse Sexta musste infolge dessen für das Winterhalbjahr ausserhalb des Schulgebäudes in einem Saale derHerberge zur Heimat untergebracht werden. Die Turnübungen nahmen, soweit dies ohne bedeckte Halle möglich war, ihren Fortgang. Am 10. Februar konnte die auf dem Turnplatz er- richtete neue Turnhalle bezogen werden.

Vom 25. bis 28. September wurde der Unterricht in den Klassen I bis OllI ausgesetzt und dadurch den Lehrern der Besuch der in Köln tagenden allgemeinen Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner ermöglicht.