3 zu bewahren, da er so nicht versteht dasselbe anzuwenden, nicht weiss, inwiefern dasselbe ein Gut ist(ν οτ α⁵ ⁵σσασ).
Auf diesen negativen Teil der Untersuchung lässt Plato nun den positiven folgen. Was versteht Plato unter dem höchsten Gut, wenn es nicht&φονκναημ(rιστευ) nicht 70ov ist? Mit grosser Zurückhaltung und schüchternem Zögern, worin sich die Schwierigkeit der ganzen Un- tersuchung dokumentiert, geht Plato zu diesem Teile über. Ist es recht(diνκαον), fragt er, über etwas zu sprechen, was man nicht weiss, oder sind nicht blosse Meinungen(d68*2 ohne Wissen (&rατνιι) verwerflich(ælν), von denen die besten unklar(ruo⁴t) sind, da sie nur durch Zufall das Richtige finden können? Daher will er auch nicht, wie früher bei der Betrachtung des Wesens der Gerechtigkeit, Besonnenheit, Tapferkeit und Weisheit darnach fragen, was das Gute an sich sei(auœe deν τ τ Zori ν²) Dies lässt er zunächst dahingestellt, da es über den genommenen Anlauf hinausgehe, d. h. bis jetzt sei er noch nicht im stande eine vollgiltige Er- klärung des Guten, eine Definition desselben zu geben; dagegen verspricht er uns einen Abkömm- ling(νσe οωνοο), ein möglichst getreues Abbild desselben(öνc⁄ττωmαetνν, zu zeigen. Von der Idee des Guten selbst spricht Plato, wie wir sehen werden, nur im Vergleich zu jenem ez οvos und giebt erst am Schluss(517 und 518) kurz seine Ansicht darüber kund. Eine ausführliche Er- örterung dagegen über den zrno, d. h. das Gute an sich, eine Definition desselben, nicht geben zu können, bedauert Plato um so mehr, als er es doch so sehr wünsche. Interessant ist es an dieser Stelle, wie Plato mit dem Worte rizos spielt, welches er einmal synonym mit rnoνos rod ᷣn und dann als die schuldigen Zinsen(welche er seinen Zuhörern zahlen müsse) ver- standen wissen will. Dementsprechend nimmt er das Wort zærio einmal in der Bedeutung Vater und dann in der Bedeutung Kapital.
Nach dieser Vorbemerkung folgt die eigentliche dialektische Untersuchung. Es giebt viel des Schönen und Guten und dergleichen in der erscheinenden Welt. Bei jedem einzelnen uns zur Erscheinung kommenden Dinge unterscheiden wir wieder das Ding, wie es wahrgenommen wird und den Begriff, das intelligible Sein desselben. Jenes, z. B. das Schöne oder Gute in der Erscheinung, erkennen wir durch die Organe unserer äusseren Wahrnehmung(ιιιάις), nicht durch das Denken, dieses, das intelligible Sein desselben, erfassen wir durch das Denken, nicht durch äussere Wahrnehmung. Nun ist aber, meint Plato nach der Beschaffenheit der natur- wissenschaftlichen Kenntnisse seiner Zeit, von dem νμυμαιυινιꝙνο τν ςνσανακν, dem Werkmeister der Sinnesorgane, die Kraft des Sehens und Gesehenwerdens vor der des Gehörs und der Stimme in besonders vollkommener Weise ausgestattet. Die letzteren Fähigkeiten und die meisten anderen bedürfen nach Platos Ansicht keines hinzukommenden, der Art nach verschiedenen Dritten, damit das Organ des Hörens höre, damit die Stimme vernehmbar werde; dagegen bedarf das Vermögen des Sehens und Gesehenwerdens eines solchen(o e bαἄ'ↄo roðro ⁵⁴.αα) eigens von der Natur geschaffenen, damit das Sehvermögen der Augen zur Geltung komme und das Sichtbare, z. B. Farbe, sichtbar werde. Dieses ist das Licht, keine geringfügige 704.᷑(im gewöhnlichen Sinne), als Vermittlerin zwischen dem Sehen(ö ιεε) und dem Sichtbaren(6016*). Der letzte Grund des Lichtes aber ist zu suchen in einem der Götter am Himmel, dem HNοos, der Sonne. Sie verleiht also der Sehkraft das klare Sehen, den sichtbaren Gegenständen das Gesehenwerden von jener. Das Verhältnis zwischen der Sehkraft, dem Auge, und der Sonne ist nun dieses. Das Auge ist nicht die Sonne selbst, wohl aber das der Sonne ähnlichste(7ιοιιεσταον) unter unsern
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