Jahrgang 
1894
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müsse, um bei der wichtigsten und vor allen ihm zukommenden Wissenschaft zum Ziele zu ge- langen, nennt er auf den Einwurf, ob es denn noch etwas Wichtigeres gebe als die Gerechtig- keit, nicht sofort jene Wissenschaft, sondern kennzeichnet dieselbe zunächst nur in geheimnisvoller Weise als eine ganz besonders wichtige, welche die vollendetste Ausführlichkeit in der Betrach- tung erheische. Dann erst, mit wunderbarer Meisterschaft unsere Erwartung spannend, hebt er den Schleier von jenem Geheimnis:y rον αm αν νε̈ μεναον αννααάα und bringt diese Wis- senschaft vor nicht als etwas ganz Neues, sondern als etwas ganz Bekanntes, Alltägliches und schon oft Gehörtes(rνιι αᷣo ux dnir⁴ᷣ dumνł rl.), die Schwierigkeit des Gedankens in den Nebensatz legend: diæ᷑᷑ d=⸗sddad οενονεα ⁷νοα⁴ν αεα᷑ νένν᷑ d. h. wo- durch das Gerechte und das Ubrige(ααυννπ να μοοei ²ᷣ ⁶α̈να) erst seinen wahren Wert erhält. In derselben neckisch scherzenden Weise, als ob schon bekannt, aber doch noch nicht in genigender Weise erörtert, wird am Schluss des 16. Kap. im 6. Buche der Wert der Kenntnis des höchsten Gutes in das rechte Licht gestellt. Mögen wir auch alles kennen, so bringt es uns keinen Nutzen, wenn wir nicht das Gute kennen. Ebenso, mögen wir auch alles andere besitzen, so hat es keinen Wert für uns, wenn wir nicht das Gute und Schöne besitzen. Der Schluss des 16. Kapitels deutet dunkel auf den Beginn des folgenden hin(απ ντ 700, ονσσυσιν †ουνσυι), wo die zwei Ansichten der zoν, wie sie Plato verächtlich nennt kurz besprochen und zurückgewiesen werden, die eine, welche die 7vi, die Lust für das ααν, das höchste Gut erklärt, vertreten durch Aristippus und seine Schule, die cyrenaische, die andere, welche die qodryas, die Einsicht, mit dem Guten identifiziert, vertreten durch Antisthenes und seine Schule, die cynische. Letztere nennt Plato mit noch grösserem Hohne die zoοι⁶τοdie noch mehr gelten wollen, die Prahler, welche selbst nicht wissen, was die ονσ¶ sei und nur mit Worten spielend, bald die Q.ονκνσς¶ᷣ mit dem νꝛ identifizieren(¶ᷣοππσαισ ⁴ς αd iue eοο), bald das deν zum Objekt der qσννασ machen(drdᷣeyrdeovrch releurνe i)v roνν αα ᷣu sc.&ονυσ) und noch dazu mit derselben Waffe ihre Gegner anzugreifen versuchen. Einen nicht geringeren Fehler begehen Aristippus und die Cyrenaiker, oi riν)ν ⁷οννν ⁶οιιιενο, denn sie sind gezwungen das αναν mit dem zax zu identifizieren, da sie zugeben, dass es auch ein böse Lust gebe,»ονας iνα αds.

Nach Widerlegung dieser beiden Ansichten, worin eigentlich der negative Teil der Be- trachtung über die Idee des Guten besteht, verlässt Plato dieses Thema mit der abbrechenden Bemerkung, dass darüber, was wirklich gut sei, bekanntermassen zahlreiche Meinungsverschieden- heiten herrschen, und giebt naturgemäss mit wenigen Worten eine Darstellung von dem Unter- schiede zwischen dem wirklich Guten und dem Gerechten und Schönen, welche mit einem Preise des höchsten Gutes endigt. Er schliesst dieses so: Bei dem Gerechten und Schönen genügt es den meisten schon, nur den Schein, r oxodνra, zu gewinnen! als ob sie gerecht und schön seien oder handelten, während sie das wahre Sein nicht besitzen. Dagegen bei dem wahrhaft Guten kann es keinem genügen, nur den Schein des Guten zu haben, den achtet er gering, son- dern er will es vielmehr wirklich besitzen(ra Gντ roνοσ⸗). Die Seele strebt nach ihm ohne Aufhören mit Hintansetzung anderer Dinge im dunklen Gefühle, dass es wirklich sei(dπ⁸εα rs vOεννντι εαενυαι, und begnügt sich nicht mit einer blossen z̈b. Bei einer solchen Beschaffen- heit und Wichtigkeit des Guten darf insonderheit kein Staatsmann in irgend einer Beziehung dar- über im unklaren bleiben., denn ohne dasselbe ist er nicht im stande, das Schöne und Gerechte