Jahrgang 
1890
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verfahrens sind diejenigen Schüler, füz welche das Schulgeld nicht bezahlt ist, bis zur erfolgten Zah- lung oder Beitreibung des Rückstandes von dem weiteren Besuche des Unterrichts einstweilen auszu- schliessen. Bei Schülern, welche im Laufe des Vierteljahres eintreten, laufen die vorbezeichneten Fristen vom Tage ihres Eintritts in die Anstalt.

III. Chronik der Schule.

Das Schuljahr begann am 29. April 1889, Montag früh 7 Uhr.

Im Laufe desselben fanden folgende Veränderungen im Lehrerkollegium statt: Die seit Herbst 1888 erledigte Elementarlehrerstelle wurde Ostern 1889 dem seitherigen Lehrer an dem Realgymnasium zu Langenberg Karl Vollrath übertragen. Zu gleicher Zeit trat der Kandidat des höheren Schulamtes Otto Ebbefeld aus Duisburg zur Ableistung des Probejahres ein, während Kaplan Jakob Bender aus Moselweis an Stelle des zum katholischen Pfarrer von Roxheim ernannten Kaplanes D. Dr. Ott den katholischen Religionsunterricht am Gymnasium übernahm. Zum Beginn des Winterschulhalb- jahres wurde der wissenschaftliche Hilfslehrer Knublauch an das Gymnasium zu Mörs, im Anfang des Jahres 1889 der Hilfslehrer Dr. Hoffmann an das Lyceum zu Colmar im Elsass versetzt.

Der regelmässige Unterrichtsgang wurde unterbrochen durch Beurlaubung des Gymnasialleh- rers Brass zu einer militärischen Dienstleistung vom 31. Juli bis zum Schlusse des Sommer- semesters, sowie vom 23. bis 26. September und des Dr. Tietzel zu gleichem Zwecke vom 27. Juli bis zum Schlusse des Sommersemesters, ferner durch Erkrankung des Oberlehrers Neuber vom 15. bis 18. Januar, des Direktors am 10. Januar, des Gymnasiallehrers Brass am 10. März 1890.

Am 2. Juni wohnten Lehrer und Schüler der feierlichen Enthüllung des zum Andenken an die Kaiser Wilhelm I. und Friedrich auf der grossen Promenade errichteten Denkmales bei.

Am 27. Juni machten sämtliche Klassen unter der Leitung der Ordinarien und aunderer Lehrer einen Tagesausflug und zwar: Prima nach Ruine Hohlenfels, Schloss Schaumburg und Limburg; Sekunda nach Ruine Greifenstein und Herborn; Tertia nach Weilburg; Quarta nach dem Schiffenberg; Quinta nach Sinn, Ruine Greifenstein, der Dianaburg; Sexta nach der Dianaburg.

Einige botanische Wanderungen wurden von Schülern der mittleren Klassen an freien Nach- mittagen unter der Führung des Gympasiallehrers Brass unternommen. Die einer Aktiengesellschaft gehörige, unter guter Aufsicht stehende Badeanstalt wurde von 135 Schülern besucht.

Am 16. August 1889 fand in der letzten Vormittagsstunde eine Gesangaufführung in der Aula statt, welcher ein Schauturnen auf dem Schulhofe folgte.

Das Sommerschulhalbjahr wurde am 17. August geschlossen, das Winterhalbjahr am 23. September eröffnet.

Nachdem in der Turnhalle während der Ferien eine grössere bauliche Veränderung ausgeführt worden war, wurde zum Beginn des Winterschulbalbjahres in derselben eine neue Schiebereckeinrich- tung angebracht.

Die Klassenzim mer der beiden Tertien waren am Anfang des Schuljahres mit neuen Schul- bänken mit beweglichen Sitzen ausgestattet worden.

Im Januar wurden nicht wenige Schüler von der Grippe(Influenza) ergriffen; etwa ein Sie- bentel derselben versäumte in diesem Mopate zeitweilig den Unterricht. Wäbrend der übrigen Zeit war der Gesundheitszustand vortrefflich.