17
schweben hier Arrian Reminiscenzen aus seiner Xenophonlektüre vor, es dürfte daher nicht zu ge- wagt sein, auch an obiger Stelle den Ausfall eines Wortes wie dnge anzunehmen.
4) Zu III, 2, 17 ff. bemerkt Rehdantz:»Xenophon hat den Mut seiner Hörer soweit gehoben, dass sie jetzt Erörterungen zugänglich sind und die grossen, in ihrem dumpfen Gesamteindrucke nie- derschmetternden Schwierigkeiten des Rückzugs ins Auge fassen dürfen; zergliedert und bekämpft sie ſüberall mit Gründen, zum Teil sophistischen]«. Bezüglich der§§ 18 und 19, auf welche sich die in Parenthese beigefügte Bemerkung wohl hauptsächlich beziehen soll, kann ich diesem Urteil nicht beipflichten. Die Vorteile der Reiterei sind Xenophon nicht unbekannt(III, 3, 16 u. 19 vgl. II, 4, 6), mit sophistischen Gründen sich und die Soldaten zu täuschen, lag ihm daher wohl fern. Seine Absicht war, den Griechen Mut einzureden und sie nach den betäubenden Vorgängen des vo- rigen Tages wieder aufzurichten, er ist daher bestrebt, durch ein paar eingestreute Scherze die Auf- merksamkeit der Soldaten von den Gefahren, die der Mangel an Reiterei sie fürchten liess(II, 4, 6; III, 1, 2), abzulenken. Scherzhaft übertreibend erklärt er daher:»10000 Reiter sind nicht mehr, als 10000 Menschen, auf die Pferde kommt dabei nichts an, denn noch niemand ist von einem Pferde tot gebissen oder tot getreten worden.« Als ernsthaft aufgestellter Grund musste dieser Ausspruch wirkungslos bleiben, als Scherz aber konnte er die Soldaten erheitern und so die Gefahr vergessen lassen. In demselben Tone fährt der Redner fort:»diese hängen(wie Sonntagsreiter) auf ihren Pferden und müssen sich nicht allein vor uns, sondern auch vor dem Herabfallen fürchten.« Mit einem Scherzworte schliessen auch die bezüglichen Auseinandersetzungen:»In einem sind uns die Reiter überlegen; die Flucht ist für sie gefahrloser, als für uns.« Dem Redner kommt es also nicht darauf an, nach Sophistenmanier die Gefahr selbst zu leugnen und wegzudisputieren, sondern die Soldaten sollen, durch seine Scherze ermuntert und aufgerichtet, die verzweifelnden Gedanken an den Ernst der Lage sich aus dem Sinne schlagen.
5) Den Schluss möge eine Erörterung darüber bilden, was Xenophon unter zeᷣετ versteht und welche Truppengattungen er mit dem Namen Peltasten bezeichnet. Ich gehe aus von I, 10, 12 xd Saαονεν σemQꝶυενον§ουν—ꝓραoeν, deréν rννα 2ναονσν εν ππν εn uννοs] dc‿rsrduεvov. Die Worte en Sulou sind entweder als Glossem zu ent aεν‿τε* gestrichen worden, oder man hat sie zu ändern gesucht; zu einer sicheren Eutscheidung kommt fast keiner der Herausgeber. Krüger giebt folgende Erklärung:»rο ⁴ασεεν σσiov, ein goldener Adler auf einem langen Speere, εανατ, d9u uarν Kyrop. VII, 1, 4.— M.⁵ατι ε. 7.1 Leonclavius. Nach einigen schwebte der Adler auf einem kleinen Schilde(xeaντ), der auf einem Speere(Suo*ov) befestigt war. Nach anderen heisst ατν hier Speer.— en Sulou verdächtigt Dorville, ent Suoron will Hutchinsons. Vollbrecht klammert am Suhou zwar ein, hält aber dennoch an seiner frühern Conjektur en Gυνν fest:»der Zusatz éns Eu*ou giebt keinen Sinn; selbst wenn er Glosse ist, ist vielleicht ent uνe οο zu lesen: der Glossator wollte bezeichnen, dass die Stange mit dem Adler im Joch befestigt war. Curtius III, 3 sagt vom persischen Königswagen: Distinguebant internitentes gemmae iugum; ex quo eminebant duo aurea simulacra cubitalia, quorum alterum Nini, alterum Beli gerebat effigiem. Inter haec auream aquilam pinnas extendenti similem sacraverant. Dieser Beschreibung entsprechen vollkommen die zu Kujundshik, dem Mespila des Xenophon(III, 4, 10), aufgefundenen Basreliefs«. Rehdantz spricht sich für keine der in Betracht kommenden Erklärungen bestimmt aus: Man könnte mit Vollbrecht em uννον bei Xenophon vermuten, wenn nicht Philostratos εxονεκαι 2, 31 sagte: 10 Gννεέον τ‿ο ⁵αααέιμεμαον ν Ʒοωυυαονςα επι mτμικανκι dεrο*. Daher ist zeAlr entweder mit Hesychios zu erklären durch dGν, dxονταονν, νπ(was Vater zu Eu-
3


