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für das Kloster Korvei absehen, unsere Kenntnis von den in Veitshöchheim vorgenommenen Regie- rungshandlungen des neugewählten Königs.
Bei den weltlichen Fürsten von Bedeutung war es der päpstlichen Partei nicht gelungen, sie zum Abfall von den Hohenstaufen zu veranlassen. Was man vor der Wahl nicht erreicht hatte, hoffte man jetzt nach Vollziehung derselben erlangen zu können. Schon früher hatten Siegfried von Mainz und Konrad von Köln ldas Kreuz wider den abgesetzten Kaiser und seinen Sohn predigen assen(Kölner Königschronik p. 288). Das Gleiche war dann in Veitshöchheim geschehen; hier hatte sich Erzbischof Siegfried erhoben und allen, welche die Waffen gegen die Bedrücker der Kirche ergreifen würden, dieselben Vergünstigungen in Aussicht gestellt, wie denen, welche über das Meer nach dem gelobten Lande zögen. Eine Anzahl von Rittern und Knechten hatte sich dort zum Kampfe wider den Kaiser das Kreuz anheften lassen. ¹1) Auch die Mailänder hatte Heinrich Raspe aufgefordert, treu bei der Kirche auszuharren und in gewohnter Weise unter dem Kreuzeszeichen den Kampf gegen den gemeinsamen Feind fortzusetzen. Die Predigt des Kreuzes, die einst Tausende von Streitern über das Meer zum Kriege gegen die Ungläubigen geführt hatte, war nun zu einem gewöhnlichen Hetzmittel wider die Hohenstaufen herabgewürdigt. Was in Veitshöchheim begonnen war, wurde von den Helfershelfern der rheinischen Erzbischöfe und des päpstlichen Legaten in ganz Deutsch- land fortgesetzt. Fürsten, Grafen, Ritter und Städte sollten bearbeitet und gewonnen werden, den nach Frankfurt ausgeschriebenen Reichstag zu besuchen und den Landgrafen von Thüringen als König anzuerkennen. Vor allen rührig zeigte sich Erzbischof Siegfried von Mainz. Er hatte bis zum Jahre 1241 treu zu Friedrich II. gestanden und war von ihm zum Reichsverweser ernannt worden; »dann aber erhob er sich«, wie Christian von Mainz klagt(Böhmer Fontes II. p. 269),»gegen den Kaiser, nicht um das Wohlgefallen Gottes, sondern des Papstes zu erlangen; die Haltung eines Löwen annehmend, fing er an, Witwen und Waisen zu machen, Städte zu zerstören und die Länder in Wüsteneien zu verwandeln.« Am 9. Juni wandte Innocenz sich mit der Bitte an ihn, nichts unver- sucht zu lassen, um die widerspenstigen Fürsten auf Heinrichs Seite zu ziehen. In einem zweiten Briefe vom 27. Juni(H. B. VI. p. 433) forderte der Papst ihn auf, da nun ein anderer als König aufgestellt wäre und auch zum Kaiser gekrönt werden sollte, sowohl selbst in seiner Diöcese das Kreuz wider Friedrich von Staufen zu predigen, als auch geeignete Leute anzustellen, welche die Verworfenheit des genannten Fürsten und die Leiden der Kirche durch ihn dem Volke vorhalten sollten. Kraft seiner Gewalt zu lösen und zu binden versprach er allen, welche entweder in eigener Person und auf eigene Kosten sich zum Kreuzzuge bereit finden liessen, oder welche, von anderen ausgerüstet, das Kreuz nähmen, Vergebung aller Sünden und alle Freiheiten und Rechte, welche den Kreuzfahrern nach dem gelobten Lande zuständen. Diese Vergünstigungen sollten selbst für diejenigen gelten, die von ihrem Vermögen zur Unterstützung der Kirche beisteuern würden. Legat des Papstes in Deutschland war damals Philipp von Ferrara. Ihm legte Innocenz in einem Schreiben vom 4. Juli es dringend ans Herz, Prälaten und Fürsten, Geistliche und Laien anzuhalten, dass sie König Hein- rich den Eid der Yreue leisteten und hielten(Potthast Reg. pontif. N. 12187). Ebendemselben erteilte er am 10. Juli Vollmacht, die Strafe der Exkommunikation und der Absetzung über die un- gehorsamen Diener der Kirche zu verhängen und mit Androhung der härtesten Strafen gegen die
¹) Annal. Stad. 1246; Annal. S. Rudp. Salisb. 1246 in Pertz M. G. XI p. 789; Annal. S. Georg. 1246 in M. G. XVII p. 297; Annal. Erfurd. 1246 in M. G. XVI p. 34.


