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und erklärte wiederholt, dass die Wahl desselben gültig bleiben müsste, und dass Unterhandlungen mit dem abgesetzten Kaiser nur dann stattfinden könnten, wenn er zugunsten des Landgrafen auf das Reich verzichtete. Dieser selbst sandte sofort Boten an die italischen Städte Genua, Mailand und Brescia, in denen er die Gnade Gottes pries, die ihn zum Schutzherrn der Kirche durch den einstim-
keiten nicht beseitigen. Der Erzbischof von Trier hiess nicht Dietrich sondern Arnold; Siegfried von Regensburg war zur Zeit der Wahl bereits gestorben und noch ohne Nachfolger; Erzbischof Gerhard von Bremen wurde von dem päpstlichen Legaten zur Rechtfertigung vor den Papst geladen, weil er nicht auf dem Reichstage zu Frankfurt erschien; die Herzöge Heinrich von Brabant und Albert von Sachsen hatten sich an der Wahl sicher nicht beteiligt, und für ihre Anwesenheit auf dem Reichstage haben wir keinerlei Zeugnis. Ficker irrt, wenn er bei der Auffüh- rung eines Raveno de Papenheim auf die feindliche Stellung der Pappenheim zum staufisch gesinnten Herzog von Baiern hinweist; es handelt sich hier nicht um die fränkische Familie, sondern um ein westfälisches Geschlecht: Schaten Annal. Paderb. p. 55, wo Raven de Papenheim neben Konrad von Rietberg, Konrad von Schonenberg, Berthold und Hermann von Brakel, Konrad von Amelungesen(vgl. Korveier Urkunde) in dem Friedensvertrage zwischen Erzbischof Konrad von Köln und dem Bischof Simon von Paderborn vom 6. April 1246 als Zeuge genannt wird, vgl. ebendas. p. 209. Ficker stützt sodann seine Beweisführung auf eine von W. Wattenbach im neuen Archiv f. ält. deutsche Gesch. I p. 197 veröffentlichte Urkunde, in welcher Magister Hugo, Kantor zu Erfurt, über seine Ausgaben für den König Heinrich seit 6. September 1246 Rechenschaft ablegt. Von den in der Korveier Urkunde namhaft gemachten Zeugen wurden mit Geldgeschenken bedacht die Grafen von Henneberg, der Burggraf von Querfurt, der Herr von Lobdeburg, Burggraf Konrad von Nürnberg, der Graf von Waldenberg und ein Herr von Neifen. Ich hatte a. a. O. die Teilnahme Heinrichs von Neifen bezweifelt, weil er noch am 29. August 1246 in Konrads Lager zu Augsburg sich aufhielt(H. B. VI 874). Die Haltung der Grafen von Neifen war in den letzten Jahren sehr zweideutig gewesen. Schon 1240 meldet Albert der Böhme dem Papste, dass er Heinrich von Neifen gewonnen und eidlich verpflichtet habe, auf eigene Kosten die Reise zum Papste zu unternehmen(Stälin Wirtem- berg. Gesch. II p. 575). Die Brüder von Neifen liessen sich 1241 durch eben denselben Parteigänger der Kurie bestimmen, von einem Zuge nach ltalien zugunsten Friedrichs II. abzustehen(Höfler, Albert der Böhme p. 30). Im Jahre 1243 suchte Heinrich von Neifen um die Vermittlung Alberts nach, um mit dem von dem Kaiser abge- fallenen Erzbischof Siegfried von Mainz in Verbindung zu treten(Höfler p. 32 H. de Nympha sub habitu templa- riorum et hospitalium cupit deduci ad episcopum Maguntinum). Gleichwohl kann Graf Heinrich weder in Veits- höchheim, noch in Frankfurt offen für den Gegenkönig Partei ergriffen haben, wenn man nicht den von Stälin vor- geschlagenen Ausweg als richtig anerkennen will, dass Heinrich der Aeltere von Neifen eine andere Stellung ein- genommen habe, als sein Sohn Heinrich(II p. 584). Gegen die Anwesenheit in Veitshöchheim spricht Böhmer- Ficker Regesten N. 4509, wonach während Konrads Anwesenheit in Ulm(Ende Mai) Hermann Gunufting für ein an das Kloster Weissenau zu überlassendes Reichslehen, welches er von Heinrich von Neifen und dieser vom Reiche zu Lehen hatte, dem Grafen und dem Könige Ersatz aus Eigengut leistet. Die Beteiligung an dem Reichstage zu Frankfurt schliesst H. B. p. 874 aus. Wäre aber in einer der betreffenden Urkunden der jüngere Graf Heinrich ge- meint, so würde der Zusatz iunior schwerlich fehlen. Die Angabe der Erfurter Rechnungsablage lautet zudem ganz unbestimmt: Nifario L. me; damit könnten auch andere Glieder der Familie Neifen bezeichnet sein, vgl. Höfler Reg. Iunoc. IV n. 387 mag. Ber. de Nimpha scriptori nostro in Anglia commoranti. Die Korveier Urkunde nennt ferner Konrad von Winterstetten und Wolfram von Veringen unter den Zeugen. Ersterer gehörte zu den vier Räten, die Friedrich II. seinem Sohne in Deutschland zur Seite gesetzt hatte; da er auch am 10. Mai 1248 noch in der Umgebung Konrads sich befand, so ist ein zeitweiliger Uebertritt zur Gegenpartei so gut wie ausgeschlossen. Be- sonders bedenklich erschien mir die Aufführung Eberhards von Eberstein: Conradus et Eberhardus de Everstein. Ficker sieht in diesen Zeugen nicht die schwäbischen Edelherrn dieses Namens, sondern die Grafen von Eyverstein an der Weser, die nächsten Nachbarn von Korvei. Wären die schwäbischen Grafen gemeint— wogegen die Be- zeichnuang als comites nicht sprechen würde, vgl. H. B. VI p. 573, Mittelrh. U. B. III n. 913. 917— dann würde freilig statt Konrad der Name Otto zu lesen sein, vgl. Mon. Zoller. II, 46(C. für O.) Von Nachbarn Korveis werden in der vorliegenden Urkunde so viele aufgeführt, dass ihre Menge fast Bedenken erregen könnte: die Grafen Adolf von Waldeck, Wittekind von Schwalenberg, Gottschalk von Pyrmont, Konrad von Rietberg, Heinrich und Hermann


