Jahrgang 
1884
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Wo es sich um Geld handelt, ist durchweg von attischer Münze die Rede; ¹) ebenso entspricht die Art, wie Geldgeschäfte durch Wechsler auf dem Markte vollzogen werden, griechischer Sitte. ²)

Welches Bild des Privatlebens erhalten wir ferner in den Terenzianischen Stücken? Vor allem kommt hier in Betracht das Verhältnis von Mann und Frau. In Athen waren bekanntlich zur Zeit der neueren Komoedie die Frauen weit weniger angesehen als in Rom. An Bildung dem Manne vielfach nachstehend, nicht teilnehmend an seinen Geschäften und Sorgen, lebten sie in Griechenland meist in der Abgeschlossenheit des Hauses, sich den Sorgen um den Haushalt hinge- bend. Ihr Ansehen bei den Männern war infolge dessen gering; man hatte sich gewöhnt, die Weiber als untergeordnete, mit allen möglichen Schwächen behaftete Wesen zu betrachten. Das Urteil des Menander über die Weiber ist diesen Verhältnissen entsprechend. 3) Dem Terenz war es bei seiner Art zu dichten nicht überall möglich, die in seinem Original zur Geltung kommende Auffassung von der Frau zu modificieren; doch sahen wir in der Andria sein Bestreben, in dieser Beziehung zu ändern, wo es ging. Auch Ad. 43 ist der schroffe Ausspruch des griechischen Dichters gemildert, wenigstens wenn wir in dem entsprechenden Fragment lesen: 4) μα☚ας ν d εꝓνα vαν άmν Quod fortunati isti putant, Uxorem numquam habui.

Fassen wir ferner das Verhältnis von Vater und Sohn bei Terenz in's Auge, sowie das der Haussklaven zu ihren Herren. Die Väter sind meist in der Lage, den leichtsinnigen Neigungen der Söhne steuern zu müssen, und werden in diesem Bestreben den Söhnen lästig. Letztere suchen ihrerseits nach ihrem Sinne zu leben, indem sie mit Hülfe geriebener Sklaven die Alten hintergehen. Jedenfalls war dies durchweg das beliebte Thema der griechischen neueren Komoedie, das der römische Dichter ohne wesentliche Modification herübergenommen hat. 5) Aber die Strafen, mit denen den Sklaven gedroht wird, entsprechen mehrfach nur der römischen Sitte. Die Athener standen in dem Rufe, ihre Sklaven milde zu behandeln; 6) so war es namentlich bei ihnen nicht erlaubt, einen Sklaven ohne gerichtliche Verurteilung zu töten, während in Rom die Sklaven nicht gesetzlich geschützt waren. Bei Terenz wird den Sklaven mit harter Arbeit in der Mühle und Tod) gedroht.

Die ebenfalls bei Terenz eine grosse Rolle spielenden meretrices entsprechen den griechischen Hetären;) sie werden nicht nur als üppige, habsüchtige, verschwenderische Frauenzimmer dargestellt

) Nur einmal, Phorm. 43, heisst es: unciatim. ²) Vgl. Phormio 922, dazu Dziatzko. ³) py. àov. b. Mein. a. O. p. 358 heisst es: dou puyatzes eiGot, zdvr eioeν ναd. Nach Menander ist das Weib unwahr, undankbar; die Habe, die die Frau in die Ehe bringt, ist kein erfreulicher Besitz. Vgl. fr. CVI. b. Mein. p. 260: zG G, Tds puαeας dedtvν Gμἀ⁴νμιτα deν, drdvre eeguderτν τοι ⁷ορσωτ 10 ½⁵, fr. LIV, p. 250, xατπmι νl8 ⁵ᷣ ꝑeiν deε rον εααα eudνα, ra uerd pyuudu⁵⁶s"O eldονν' eis olziav our dogalh Tev vrhGν ouν ν2aod Sxiev. Vgl. ferner fr. CLlIV, CXCVII, LV, LVII, CV. Preilich heisst es auch an anderer Stelle(fr. CI, p. 259): Olzeroy ouros oudey 56rνν α‿ AA Tis, sdv dzνοmπ Tas, d du*g re zaivpj. fr. C: Ev 407 Aννεςi*³τρον evνανμρσν τροσοο. roure zaraαedarst d.*⁶ορσς εαςεν νυν.) Folgen wir Dziatzko i. Rh. Mus. XXXI, p. 373, der liest: x0 μααιαα³(σ³εον αmτν, ves ou Jaudeο, so entsprechen sich freilich Terenz u. s. Original völlig. 5) Vgl. Donat zu Eun. 57. Concessum est in Palliata poetis comicis servos dominis sapientiores fingere. Vgl. ferner über die Väter Menander fr. CX, CXII, CVIII, CIX b. Mein.; wie die Familie über- haupt dem Haussohn lästig sein kann, schildert fr. XVII.) S. dar. Schoemann, griech. Altert. 1, p. 351 ff.) So Andr. 199 verberibus caesum te in pistrinum, Dave, dedam usque ad necem Ea lege atque omine, ut, si te inde exemerim, ego pro te molam. Vgl. Andr. 214, 600. Phorm. 249. Andr. 621. Freilich ist bei dem öfter erwähnten crux nicht immer an den Tod am Kreuz, sondern oft nur an körperliche Züchtigung zu denken, s. Dziatzko z. Phorm. 220. ³) S. dar. Schoemann, gr. Alt. 1, p. 519 ff.