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Rogas?»Quot res postilla monstra evenerunt mihi! Intro iit in aedis ater alienus canis: Anguis in inpluvium decidit de tegulis: Gallina cecinit: interdixit hariolus: Aruspex vetuit: ante brumam autem novi Negoti incipere——— quae causast iustissima.«
Die Worte des Geta zeigen also, wie der herrschende Aberglauben zu selbstsüchtigen Zwecken und zur Umgehung der Gesetze ausgenutzt wurde, wie ein erdichteter Vorwand als eine causa iustis- sima erscheinen konnte.
Das griechische Zwölfgöttersystem hatte frühzeitig bei dem italischen Volke Aufnahme ge- funden. ¹) So finden wir denn auch bei Terenz den Juppiter im allgemeinen entsprechend dem griechischen Zeus, Juno der Hera u. s. w., aber doch sah der Dichter sich im einzelnen zu Abwei- chungen veranlasst, um den Anschauungen seines Publikums entgegenzukommen. So fleht Andr. 473 u. Ad. 487 die Gebärende zur Juno Lucina als der Geburtsgöttin, was recht eigentlich römischer Sitte entspricht, während bei Menander die Artemis angerufen wird. ²) Eine recht eigentlich römische Gottheit, die Salus, nennt Terenz Ad. 761, wo er den Demea in heller Verzweiflung über den Un- verstand des Micio und das infolge dessen drohende Unheil ausrufen lässt: ipsa si cupiat Salus, servare prorsus non potest hanc familiam. Auch Hec. 338 bittet die Sostrata: Male metuo, ne Philumenae magis morbus adgravescat: Quod te, Aesculapi, et te, Salus, nequid sit huius oro. ³) Römischer Anschauung entsprechen die Worte der Chrysis, mit welchen sie den Pamphilus beschwört, die Glycerium nicht zu verlassen, Andr. 289: Quod ego per hanc te dextram oro et Genium ⁴) tuom. Desgleichen, wenn von den Penates die Rede ist, Phorm. 311; Demipho, von der Reise zurückge- kehrt, sagt: ego deos Penates hinc salutatum domum Devortar. Ferner wo die Fortuna u. Fors Fortuna angerufen wird, Phorm. 841: O Fortuna, o Fors Fortuna, quantis commoditatibus, Quam subito meo ero Antiphoni ope vestra hunc onerastis diem!— Wenn beim Hercules, Castor und Pollux geschworen wird, entspricht dies durchaus römischem Brauche. Nachdem ihr Cult früh in Italien heimisch geworden war, ⁵5) pflegten in Rom die Frauen nicht beim Hercules zu schwören; dagegen liebten sie den Schwur beim Castor wegen des Anklanges an castum u. castitas. Beim Pollux schwören sowohl Männer wie Frauen. So auch bei Terenz. 6)— Im übrigen entsprechen Feste und Opfer, religiöse Handlungen ganz dem Orte der Handlung, Athen.)
Wo es sich um Militärisches handelt, kann der Dichter zwar speciell Athenisches nicht ganz vermeiden(wie z. B. Eun. 290, wo es vom Chaerea heisst: Miror, qui ex Piraeo abierit: nam ibi custos publicest nunc), mehrfach aber werden römische Verhältnisse berücksichtigt. So in der
¹) Vgl. Preller a. O. p. 59 u. 60. ²) Donat zu Andr. 473: Obstetriciam potestatem Junoni attribuit, quan- quam Menander illam Dianam appellet. ³) Hier also steht Salus zusammen mit Aesculapius. Der Cultus des grie- chischen Heilgottes war zur Zeit des Terenz in Rom durchaus eingebürgert. Mit ihm brachte man gern die italische Salus in Verbindung, indem man sie identificierte mit der griechischen Hygieia, der Tochter und Gesellin des Aes- culapius. S. Preller a. O. S. 601 u. 606. Marquardt a. O. III, p. 68. 4) Genium nach der Lesart des Donat, die Calliop. Handschr. ingenium. 5⁵) Vgl. dar. Preller a. O. p. 640 u. 653 ff. 6⁶) Vgl. z. B. zu hercle Andr. 347. Eun. 305. Heau. 736. Hec. 459. Ad. 975. Zu ecastor: Andr. 486. Hec. 611. ⁷) Die Dionysia werden erwähnt Heau. 162 u. 733. Vor der Hochzeit findet ein Opfer und Anrufung der Götter statt. Phorm. 702. Ad. 699.


