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einnimmt, ¹) indem er von solchen Prologen keinen Gebrauch macht, die das Argument des Stückes erzählen; er hat wahrscheinlich zuerst in consequenter Weise Prolog und Drama völlig geschieden.
Auch äusserlich hat aber Terenz seinen Stücken ein neues Gepräge zu geben gewusst. Er entnahm die Namen der Personen nicht immer dem griechischen Original, änderte namentlich sehr bedeutend in dieser Beziehung im Eunuchus, ²) indem es sein Bestreben war, den Namen einer Person ihrem Charakter anzupassen. 3) Er wird in der Wahl seiner metra ganz unabhängig gewesen sein von seiner Vorlage, wie man aus allgemeinen Gründen und aus Ad. fr. XIII bei Mein.= Ter. Ad. 866 schliessen darf.).
II.
Der Ort der Handlung in den Komoedien unsers Dichters ist die Stadt Athen, im Heauton- timorumenos ein attischer Demos; im allgemeinen werden daher griechische, speciell athenische Ver- hältnisse vorgeführt. Sonst erwähnte Orte sind ebenfalls griechische, wie z. B. Andros(mehrfach genannt in der Andria), Lemnos(i. Phormio), Cyprus(i. d. Ad.). Jede Anspielung auf römische Localität ist ebenso streng gemieden, wie solche auf römische Zeitereignisse. Dennoch aber wird sich zeigen, dass der römische Dichter es verstanden hat, die griechischen Anschauungen bezüglich des Staats- und Privatlebens in mancher Hinsicht zu modificieren, um seine Stücke für sein Publikum ansprechender zu gestalten: Den auf griechischem Grunde gehaltenen Komoedien ist eine gewisse römische Färbung gegeben.
Untersuchen wir also zunächst, was für religiöse Anschauungen bei Terenz zur Geltung kommen. Im ganzen, dürfen wir sagen, stimmten griechische und römische Denkweise auf religiösem Gebiete zur Zeit des Terenz überein. Hatte doch damals in dem religiösen Leben Roms griechisches Wesen das römische längst überwuchert, trat doch Philosophie immer mehr an die Stelle wahrer Religiosität. 5) So durfte sich Terenz— im Anschluss an sein Originalé)— über gewisse Mythen schon einen gelinden Spott erlauben, wie er es thut im Eun. III, 5, 35— 43(vs. 583— 91) in betreff der Fabel vom Juppiter und der Danae: das Bild, welches die schlüpfrige Begebenheit darstellt, bestärkt den Chaerea in seinen lüsternen Absichten. Der Mythus von der Geburt der Minerva aus dem Haupt des Juppiter(Heau. 1035 u. 36, wo Chremes sich mit dem Juppiter, den Clitipho mit der Minerva vergleicht) wird nur herangezogen, um eine komische Vorstellung hervorzurufen. Der Aberglaube wird als thöricht und unrecht gekennzeichnet Phorm. 705 ff: Antipho weiss nicht, wie Phormio die Heirat, zu der er sich verpflichtet hat, rückgängig machen wird; Geta findet Mittel und Wege:
¹) Wie Dziatzko, über die Plaut. Prologe, Luzern 1867, p. 15 u. 16 näher ausgeführt hat. ²) Vgl. Meinecke a. O. p. 123 u. p. 152. ³) Vgl. Donat zu Ad. 26: Nomina personarum in comoediis duntaxat habere debent rationem et etymologiam. ⁴) Griechischen jambischen Trimetern entsprechen bei Terenz trochäische Tetrameter: 4ꝙα Ʒϑ d„*oννοε, soydéνε, Gνννρσς, Tu, peldοd. Ter.: Ego ille agrestis, saevos, tristis, pärcus, truculentüús, tenax. Vgl. Wagner zu Heau. Einl. p. 17. 5) Vgl. Preller, röm. Mythol.2 p. 21 ff. Marquardt, röm. Staatsverf. II, 375. 6) Menander war ein Anhänger der Lehre des Epikur, der den Aberglauben wie alles das Denken Einengende ver- bannt wissen will. Vgl. das Epigramm von Themistokles u. Epikur bei Mein. a. O. p. 335: Xape Nozdeida diνυνμον T6608, dv ³ν&μαμνν†εεμμν ό Harεd doudνs gνναν, d 6' dgoενν. S. dazu Horkl, die Lebensweisheit des Komikers Menander. Königsberg 1857, p. 7.


