Jahrgang 
1884
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sind das letzte Stück des Dichters. In den Adelphi ist, wie wir sahen, die Verschmelzung eine noch weit einfachere als in der Andria; sollte man nicht daraus schliessen, dass Terenz im Laufe seiner Dichterthätigkeit mehr und mehr zur einfachsten Art der Contamination hinneigte? Wenn man die Composition der Andria u. Adelphi vor Augen hat, wird man sich nur schwer entschliessen, den Eunuchus, das drittletzte Stück des Terenz, dessen Abfassung zwischen die des Heautontimorumenos u. d. Phormio fällt, in der Weise componiert zu denken wie Braun. Wir dürfen dies aber auch nicht, und zwar weil wovon oben zur Andria bereits die Rede gewesen ist wir annehmen können, dass die Gegner des Terenz nicht unterlassen hätten, es diesem vorzuwerfen, wenn er Eigenes in erheblichem Masse in griechische Stücke eingelegt hätte. Hat doch Luscius Lanuvinus, wie die Prologe des Terenz zeigen, ¹) nicht versäumt, der Reihe nach alles vorzubringen, was seiner Meinung nach an den Terenzianischen Stücken zu tadeln war; eine grössere selbständige Einlage aber oder vollständige Umarbeitung seitens des Terenz wäre in den Augen jenes Mannes die ärgste Verunstaltung eines griechischen Stückes gewesen. Vgl. Ihne p. 9 ff. Es ist nun aber gar nicht auffallend, wenn Terenz im Prolog des Eun. nur in betreff des miles und parasitus eingesteht, sie aus dem Colax übernommen zu haben, wenn er dagegen über das, was er etwa sonst aus dem- selben Stück entlehnt hat, schweigt. Er verteidigt sich an dieser Stelle nur gegen den von seinem Gegner erhobenen Vorwurf, er habe die Personen des miles u. parasitus einem lateinischen Stücke entnommen(s. Eun. Prol. vs. 23 ff.); er sieht sich also nur veranlasst, die Quelle für diese beiden Rollen ausdrücklich zu nennen.

Wir tragen also kein Bedenken, den Ausführungen Ihnes a. O. beizustimmen, sehen aber lieber ab von einem Versuch, die Composition des Eunuchus im einzelnen zu erläutern, da bei dem Mangel an Fragmenten und zuverlässigen Notizen sich zu wenig Sicheres ermitteln lässt. Nach dem Wenigen nun, was wir mutmassen dürfen, wird das Bild, welches wir vorher von der Dichtungs- weise des Terenz gewonnen, nicht wesentlich verändert. Denn nehmen wir auch mit Grauert(p- 168) an, dass Terenz selbstverständlich gewisse Fugen in seinem Eunuchus auszufüllen hatte, um

haben. I, 2, 117(vs. 197 ff.) die Worte der Thais scheinen gewissermassen dem Ter. anzugehören, II, 2(vs. 232 ff.) In 1 36 sind eigene Gedanken des Ter. eingeflochten; den übrigen Teil der Scene hat Ter. in der Weise aus Men. entnommen, dass er nicht alles aus einer Scene entlehnte, sondern indem er ihn aus mehreren Reden des Gnatho zusammenstellte; die 3 letzten Verse sind von Terenz selbst. II, 1(391 ff.) die Zwischenrede des Pharmeno ist Erfindung des Ter. III, 2(vs. 454 ff.): 1 10 aus Colax, das übrige grösstenteils von Terenz zusammengestellt. III, 3(vs. 607 ff.) aus Menanders Eunuch, vielleicht gehört auch hier ein Teil dem Ter. an. IV, 1(Vs. 615 ff.): »Terentium sententias e Colace transtulisse, verba ipsum finxisse puto.« IV, 4(vs. 668 ff.) die 2 letzten Verse von Ter. eingefügt. IV, 5 u. 6 aus Menanders Eun., aber Ter. dichtete die Trunkenheit und Furcht des Chremes, die Erzählung vom Gastmahl. IV, 7(vs. 771 ff.): 1 20 aus Colax; das Gespräch der Thais, des miles u. Chremes von Terenz zusammengesetzt. V, 1 6 aus dem Eun. des Men., nur V, 2, 66(vs. 905) bis 70(vs. 909) und V, 3, 38(vs. 912 17) sind von Ter. eingeschoben an Stelle einer Menanderschen Scene, in V, 5 ist die längere Rede des Alten von Ter. dadurch vermieden, dass er den Sklaven über die Absicht eben dieses Alten reden lässt. V, 7 u. 8 aus Colax u. Eun.,»quamquam ne hoc quidem loco Terentium verbum de verbo, sed sententias tantum ingeniique descriptiones transtulisse putaverim.« Brauns Urteil über die Rolle des Antipho(III, 4= vs. 539 ff.) ist hier nicht mit angeführt, weil weiter unten davon gesprochen werden soll. ¹) Zunächst war Terenz vorge- worfen, er contaminiere; dagegen verteidigt sich der Dichter Andr. Prol. 16 u. Heaut. Prol. 16 ff. Dann schweigt aber Luscius Lanuvinus vom Contaminieren und bringt anderes vor: Terenz verdanke vieles dem ingenium seiner Freunde; unser Dichter verteidigt sich dagegen Heau. Prol. 22 u. Ad. Prol. 15 ff. In betreff des Eun. siehe oben. Endlich der Vorwurf, die Stücke des Ter. seien tenui oratione et scriptura levi, wovon Ter. spricht Phorm. Prol. 4 flf.