Jahrgang 
1884
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einander entgegengesetzten Charaktere des Davus und des Byrria. Während jener sich in jeder Weise seinem Herrn nützlich zu machen versteht, ist Byrria unbehülflich, wo er einen Rat erteilen soll(vgl. 305 ff.), und weiss seinem Herrn nur solche Botschaft zu bringen, die ihn in unnötige Aufregung versetzt.

Also bis IV, 2(vs. 684), dürfen wir sagen, ist die Einlage des Terenz vorteilhaft für das Stück. Von da ab aber ist die Rolle des Charinus eine derartige, dass sie kaum noch ein Interesse beanspruchen kann. Treffend sagt Spengel a. O. p. XIX:»Er(Charinus) wird wie ein Federball herumgeschleudert, spricht seine Freude aus, wenn seine Hoffnungen gut stehen, jammert, wenn er das Gegenteil glaubt, und eatbehrt, da seine einzige That, die Freunde des Chremes für sich zu gewinnen, hinter die Coulissen verlegt werden muss, der nachhaltigen Wirkung. Statt der Handlung als Hebel zu dienen, bildet er allmählich mehr ein retardierendes Moment und würde in der letzten Scene des 5. Aktes klug daran thun, nicht mehr durch seine Gegenwart zu belästigen.«

Eine Einlage nun wie die hier beobachtete war natürlich, wenn das Stück nicht zu lang werden sollte, nur dadurch möglich, dass Terenz in der Menanderschen Andria gewisse Partieen kürzte. Wir sahen schon, dass II, 1 u. IV, 1 wahrscheinlich bei Menander längere Monologe lyrischer Art Platz fanden, die vom Terenz nicht übernommen sind. Auch sonst wird er hier und da Streichungen in den Dialogen vorgenommen haben, wie es uns hinsichtlich des Eunuchus bezeugt wird. ¹) Abän- derungen geringerer Art seitens des Terenz scheinen ausserdem nicht ausgeschlossen zu sein. ²)

Man könnte versucht sein zu glauben, dass Terenz einzelne Gedanken für seine Andria noch aus anderen Quellen geschöpft habe als aus denen, die er selbst bezeichnet. Berichtet doch Donat zu Andr. 959 ff.(Ego deorum vitam eapropter sempiternam esse arbitror, Quod voluptates eorum propriae sunt: nam mi inmortalitas Partast, si nulla aegritudo huic gaudio intercesserit), dass der Gedanke aus dem Eunuchus des Menander entlehnt sei. Doch was von dieser Bemerkung zu halten ist, hat Ihne p. 7 sehr richtig beleuchtet; der Gedanke ist ein Epikureischer und derart, dass er sehr oft bei Menander vorgekommen sein mag. ³)

Wenn ferner Meinecke(Menandri et Philemonis reliquiae p. 22) einige Euripideische Paral- lelstellen zur Andria anführt und aus der Aehnlichkeit des Gedankens folgert, dass durch Vermittlung des Menander, des eifrigen Nachahmers von Euripides, der Gedanke in die Andria des Terenz ge- kommen sei, so kann man ihm darin kaum beistimmen. Der Gedanke in den betreffenden Stellen ist ein zu allgemeiner und gewöhnlicher, als dass eine derartige Folgerung gerechtfertigt erscheint.)

1) Donat zu Eun. 1000. Parmeno sagt hier: Nam iam diu aliquam causam quaerebat senex, Quam ob rem insigne aliquid faceret eis: nunc repperit. Donat: Manifestius hoc Menander explicat, iam pridem infestum meretrici senem post corruptum ab ea Phaedriam: nunc demum se inventa occasione vindicaturum. Also die Rede des Parmeno ist hier von Terenz gekürzt(das folgt aus der richtigen Fassung des se vindicaturum, wo se Accus. des Objekts ist, Accusativ des Subjekts infestum senem. Vgl. Ihne a. O. p. 18). Als Beleg für Kürzungen von seiten des Terenz einige Fragmente der Menanderschen Adelphi anzuführen, wie Meinecke gethan, verbietet der Umstand, dass es zwei gleichnamige Stücke des Menander 40 1woi gab, deren eines Terenz, das andere Plautus im Stichus übertrug. Vgl. Fritz Schöll i. d. n. Jahrb. f. Phil. Bd. 119, S. 45 ff. Dziatzko zu Ad. Einl. p. 5 ff. ²) Vgl. Donat zu vs. 891.(Domus, uxor, liberi inventi invito patre.) Mira gravitate sensus elatus est; nec de Me- nandro, sed proprium Terentii est. ³) Ihne sagt: talis est illa sententia, ut non semel in Eunucho, sed sexcenties alias pronuntiatam esse a Menandro arbitrer, quapropter scholiastis vix maiorem fidem tribuendam censeo, quam scholio ad Ad. IV, 2, 38, secundum quod Terentius imitatus est Homerum, qui dicit caprificum prope Troiana moenia constitutam.) Die Stellen sind: Andr. 426. Verum illud verbumst, volgo quod dici solet, Omnis sibi malle melius esse quam alteri.= Eur. Med. 86 dgre yiꝓννασeννs röde, g ads ris au⁵ν τον απχας ⁴μαονdst. Andr.

640. atqui aliquis dicat»nil promoveris«: Multum: molestus certe ei 5 atque animo morem gessero.= Eur. Hipp. 1297. zuiετο τπ᷑οετ⁶mο0u0, A2pv dAs de.