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Arten hier von einander getrennt erscheinen, und sogar eine und dieselbe Pflanze in verschiedenen Gruppen wiederkehrt z. B. Sium latifolium mit Wasserblättern und Luftblättern.*)
Die Zusammenfassung der Naturerscheinungen nach ihrer Aehnlichkeit ist aber nicht die einzige. In vielen Fällen interessiert uns weit mehr die Verbindung, welche zwischen verschiedenen zusammen beobachteten, aufeinander folgenden Thatsachen besteht. Nicht immer dürfen wir erwar- ten, dass eine beobachtete Folge von Ereignissen sich unabänderlich wiederholt. Nur der Abergläu- bische fürchtet, dass die Regenflut des vergangenen Winters im nächsten Winter wiederkehren, dass ein Wochentag, der einmal Unglück brachte, nun immer ein unheilvoller Tag sein müsse. Aber die Erfahrung zeigt doch, dass gewissen Thatsachen stets andere gewisse Thatsachen folgen, dass zwischen den Naturerscheinungen, die in irgend einem Augenblick vorhanden sind, und den Erscheinungen im folgenden Augenblick eine unveränderliche Folge besteht. Auf den allgemeinen Sätzen, welche diese Ordnung in der Succession der Naturerscheinungen ausdrücken, beruht unsere Macht über die Natur, unser Einfluss auf die Dinge zu unserem Vorteil, indem sie nämlich uns in den Stand setzen, aus dem Eintreffen eines oder mehrerer Ereignisse— der Ursache— mit Sicherheit auf das Eintreffen eines anderen Ereignisses— der Wirkung— zu zühlen.
A. Fick, Professor der Physiologie zu Würzburg, hat in neuester Zeit versucht, die Begriffe, für welche sich die Namen Ursache und Wirkung eignen, scharf zu umgrenzen. A. Fick, Ursache und Wirkung. Ein erkenntnistheoretischer Versuch. Kassel 1882. Nach ihm— auch nach Schopenhauer und Helmholtz— ist die Wirkung eine Veränderung, welche bedingt ist durch die Gegenwart eines anderen Dinges, so dass also zum Zustandekommen der Wirkung an einem Dinge dreierlei nötig ist: 1) ein anderes Ding 2) jener nexus zwischen beiden Dingen, welcher die Wirkungsfähigkeit aus- macht, den man im Bereiche der materiellen Natur»Kraft« nennt. 3) Eine Veränderung in der Beziehung der beiden Dinge zu einander.(Erde— Schwerkraft— Annäherung des Steines an die Erde). Fickschlägt nun vor, die dritte Bedingung der Wirkung, die Veränderung, ohne welche keine Wirkung erfolge, Ursache zu nennen. Ursache und Wirkung sind gleichzeitige Preignisse.(S. 7.) An einem Dinge, einem integrierenden Massenteilchen A kann sich nun nichts verändern, als allein die räumliche Beziehung zu anderen Massenteilchen und die Art und Weise dieser Aenderung, d. h. die Bewegungsrichtung und die Geschwindigkeit. Für einen elementaren Vorgang(S. 17) kommt nur die Geschwindigkeit in Betracht, sodass also in dem Massenteilchen zwei Veränderungen vorgehen: Veränderung des Orts im Raum und Veränderung ihrer Geschwindigkeit. Letztere ist durch die Aenderung der räumlichen Beziehungen bedingt, diese aber durch nichts, sondern nur die Erschei- nungsweise des innern Zustandes von A. Daher ist die Veränderung in den Beziehimgen von A zu den anderen Massen die Ursache, die dadurch bedingte Aenderung der Geschwindigkeit die Wir- kung(S. 21.).
Die Natur des menschlichen Denkens, Neigung zur Generalisation und Association der Vor- stellungen bringen es mit sich, dass oft aus wenigen Beobachtungen und selbst aus einer einzi- gen auf eine unabänderliche Gleichförmigkeit der Natur geschlossen wird. Faraday hatte gefunden, wenn er in ein und denselben Stromkreis ein Voltameter und eine Zersetzungszelle einschaltete, dass in derselben Zeit eine der zersetzten Wassermenge äquivalente Menge von Zinnchlorid, Chlorwasser- stoffsäure, Bromwasserstoffsäure und Jodwasserstoffsäure zersetzt wurde.**) Auf diese Beobachtungen
*) C. Paul. Anpassung der Blätter der Wasserpflanzen aus Medium. Brandenburg a. H. 1870. **) Wüllner. Experimentalphysik 1866 II. 2. S. 980.


