Jahrgang 
1877
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geschützt ist, so ist lautlich Mommsens erklärung durchaus möglich. aber dennoch können wir zweifeln. es zeigt sich nämlich bei näherer betrachtung, dass grade im schiffswesen eine grosze anzal von lateinischen ausdrücken dem griechischen entnommen ist, so namentlich gubernare 7⁵) = auερνσκν ancora 75)= dyννοα, aplustre 18)= Aσoν, prora 17), faselus ss), contusss), le mb us 9⁰), cum b 2 ²⁵). auch machina ²²) dürfen wir hier anfüren, das in diesem sinn wol zuerst nach Rom kam, naute a) Kielwasser; und sehr weit können die italischen barken überhaupt nicht gekommen sein, da sie die naused 6⁰) erst von den Griechen lernten. zu diesen wörtern gehört nun wenigstens auch eins, das sich entschieden auf das segel bezieht und ein sehr wesentliches stück des segelwerks bezeichnet, nämlich anquinda ²³); so heiszt nämlich das s. g. rack oder der strick, mit dem die raaen an den mast befestigt sind; dies anquina dürfen wir mit dem griechischen d, ννοQ0,bh, 01 16 105, aus Hesychius vergleichen. das wort hat entschieden den character eines lehnwortes, dessen wurzel offenbar dæα-krumm sein, wovon eben auch αœ kommt und lateinisch aduncus. danach halte ich es für warscheinlicher, dass auch antenna kein italisches wort ist, sondern von den Griechen entnommen, bei denen wir es freilich nicht nachweisen können. aber wie vieles mag in solchen ausdrücken uns unbekannt sein? besonders, wenn sie landschaftlich waren. auf jeden fall aber müssen wir für die schiffsausdrücke, also für die entwicklung des seewesens drei stufen unterscheiden:

I. eine uralle indogermanische schicht von geringem umfang.

2. eine zweile grosze schicht vongriechischenfremdwörlern, welche darauf hinweisen, dass die Römer im seewesen bei den Griechen in die schule gingen.

3. endlich eine beschränkte anzal echt römischer wörler. die gräcoitalische periode fehlt dabei; wir dürfen daraus vielleichtschlieszen, dass die vereinigte gräcoitalische nation ihre gemeinsamen wonsitze nicht an der meeresküste hatte oder doch die schiffart nicht weiter ausgebildet hat.«

* hinzuzufügen ist noch, dass Curtius später die idee der entlehnung von antenna aufgegeben

zu haben scheint; in seinen grundzügen der etymologie findet es sich nicht erwänt.

es bleiben uns noch modius und congius zu besprechen; Mommsen ³⁴) schreibt:»das seltsamste und buntscheckigste bild aber bieten die römischen körpermasze teils in den namen, die aus den griechischen entweder durch verderbnis(amphora)), modius nach àαμνοε, congius aus 7osuο, hemina, ²⁵) cyathus 96) oder durch übersetzung(acelabulum von 6$(Q †ℛ*) entstanden sind, wärend umgekehrt Sεσeπε, corruption von seætarius ist; teils in den verhältnissen.« dagegen Curtius ⁹⁷):»auch werden wir nicht umhin können von à‿α2⁴ο‿ς, 1 0-oOv- res, lat. mod-- us, mod-i- us, mod-er-or aus auf eine w. à.μ⁴% zu schlieszen, die sich augenscheinlich aus ma entwickelt hat und mit dem zu erwartenden t in got. mit- an widerkehrt« und ferner ⁹s):»w. ˖ε à50- 0, uεο-Kαι, G⁵άd-uaô ermesse, erwäge, ⁴εο ‿oνss berater, regierer,-%;-herater, u*os ratschlag, u0=t- Avo-e masz, scheffel. lat. mod-iu-s, modes-tu-s, moder-ari. got. mit-a messe, mit-ön bedenken, ahd. mézan messen, möz, mäza masz. altir. ir-mad-adar praes. dep, intellegit, conam-

83) ind. p. 63. 35) ind. p. 26. ¹⁰) ind. p. 47. ¹¹) ind. p. 30. ²2) ind. p. 50. ¹¹) ind. p. 56. 24) röm. gesch. I 205.) ind. p. 42. ¹⁶) ind. p. 29. 97) grz. p. 65. 98) grz. p. 242, n. 286.