Jahrgang 
1877
Einzelbild herunterladen

8

zerreiben. aber schon in pins-ere ward das i vor us lang gesprochen und in Pis-o ist es gleichfalls lang, mag dieser zuname nun ‚stampfer' odererbsener' bedeuten, von pins-ere oder von pis- um stammen; also kann jedenfalls das i schon in der grundform*pis-lu-m für pf-lu-m lang gewesen sein vor ausfall des s.« Hehn: ³³)»neben 60050-9(= ervum)»und 94ι νσνσ besaszen die Griechen noch eine altertümliche benennung für die gemeinsame erbse: σ 1τ15ι, τ1 σονν, 14GG. dieses wort bringen alle etymologen in verbindung mit dem stamme, zu dem das lateinische pinsere, pisere stampfen gehört, und die ableitung hat gewiss viel warscheinlichkeit. ein längst vorhandenes wort für eine durch stampfen(vgl. hagel, kies) und zermalmen entstandene kleine kugel, rundes einer körnerfrucht änliches stückchen wurde auf die erbse angewandt und blieb an ihr haften. dem beispiel der Griechen folgten die Lateiner mit ihrem pisum, wenn sie das wort nicht direkt entlehnten; es erhielt sich in den romanischen sprachen und ging auch in die keltischen und ins englische über, nicht aber zu den Germanen« u. s. w.(vgl. auch Kuhn

V 343. XIV 44).

6. saeta(seta) Z4* ³⁵⁵) Plaut. Cas. V 2, 49. weder bei Curtius noch bei Corssen findet sich eine etymologie. allerdings ist der lautwechsel ein beispielloser, aber eine völlige unmöglichkeit der entlehnung liegt donnoch nicht vor, 36) zumal da

die bedeutung sich in beiden sprachen fast ganz deckt., denn zalry ist langes, loses, fliegendes har, sowol der menschen als auch der tiere, bes. mäne der pferde'; ableitungen sind: xuuriecs, zuuαε⁵6εε⁵ς(?),

Taæro. S(a)ela ist das starke har, besonders der tiere, die borste; auch struppiges menschenhar'; sdela equina pferdehar u. s. w.; ableitungen nur: setiger borstentragend, setosus borstig, behart, und setula kleine borste. vgl. dagegen Vanicek, etymol. wb. p. 204:sbhid saite, starkes har.

davon sa e-ta(= sfaid-ta, vgl. ahd. seito, mhd. seita) f. starkes tierhar(vgl. gladium e lacunari saeta equina aptum Cic. Tusc. V 21, 62), borste, saet-ösus stark behart, borstenreich, saeti-ger starkes har oder b. tragend, demin. saetü-la.

an dieser stelle will ich einen irrtum Corssens berichtigen, welcher, da Corssen sonst in nur irgendwie zweifelhaften fällen stets die entlehnung abweist, um so schwerer wiegt. es ist dies das wort buci-na(und buci-n-a-tor), welches Corssen ³⁷) in eine reihe mit palineae, machina, patina, runcina, Catina stellt, um die neigung des n zu i, welches in übertragenen wörtern aus griech. α abgeschwächt ist, zu beweisen. so richtig nun dieses verfaren sonst ist, ebenso falsch ist die annahme, dass bucina aus 5uνzdvy entstanden sei; vielmehr ist 5uacvh ein lateinisches lehnwort.

3³⁴) culturpfl. p. 189.

35) ind. p. 71.

36) A. Dietrich comment. gramm. du. p. 4:»in peregrinis vocabulis suum in sermonem recipiendis Romani praecipue veteriores saepius parum accurate videntur egisse, quod miris illis monstris, quae a grammaticis memoriae sunt prodita Catamilus, Melo, Alumento(pro: Ganymedes, Nilo, Laomedon) aliis demonstratur. quare in talibus facile etiam a Romanis literas esse transpositas credemus, quanquam id forsitan non semper fuerit negligentiae, sed non raro propterea videtur evenisse, quod peregrini aut non tam distincte voces et omnia vocum elementa exprimebant, quam Romani et loqui et audire consueverant, aut sonis quibusdam interdum utebantur, qui Romano ore non probe possent eodem modo edi.«

37) voc. II 256, 818; vgl. I 38.