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250“ Länge und 114 Breite, der auf dieser Fläche dann aus demselben Stein, gemischt mit pari- schem Marmor, einen dorischen Tempel zu bauen begann, den noch unvollendet die Zerstörungen des Xerxes und Mardonius trafen. Auf derselben Fläche erhob sich dann der perikleische Neubau, zu dem nur weisser pentelischer Marmor verwendet ist; aus dem Unterbau steigen drei Stufen empor, eine jede beinahe 2“ hoch, also nicht für menschliche Schritte bestimmt; darauf erhebt sich, ringsum frei, mit dem säulengetragenen herrlichen Dach das Tempelhaus, selbst von der höchsten Höhe des Burgfelsens noch hoch emporgetragen, wie auf einer Platte dargebracht als»ein Weih- geschenk an die Götter«(nach des Rhetor Aristides schönem Ausdruck). Der Tempel steht genau nach den vier Himmelsgegenden gewandt; sein Eingang war von Osten her, acht dorische Säulen stehen auf den Schmalseiten, siebenzehn auf den Langseiten, die Ecksäulen doppelt gezählt. Hinter den 8 Säulen der Schmalseiten sind nochmals je 6 etwas enger gestellte Säulen, Vorhallen bildend nach Ost und West. Die dorischen Säulen sind nicht so stämmig, wie die an älteren Tempeln, z. B. in Pästum, sondern etwas schlanker, sie wachsen aber wuchtig und stramm genug aus dem Stylobat, mit ihren 20 ziemlich flachen, dicht aneinander geschlossenen Canälen, die so wirkungsvoll sie durch ihre Schatten beleben. Hinter den Säulen erhebt sich die fensterlose Wand des eigent- lichen Hauses, der Cella. Das Innere ist in zwei Räume getheilt, der grössere vordere war in der Mitte unbedeckt(Gαν οος), 16 dorische Säulen stützten das Gebälk. Hier thronte, wahrscheinlich in einer Nische der Rückwand, leuchtend sich abhebend von der roth gemalten Tempelmauer, das Werk des Phidias, stehend, 40 hoch, bis beinahe an die Decke reichend, Athene, aus Gold und Elfenbein gefertigt, mit dem Speere bewehrt, den greifengeschmückten Helm auf dem Haupte, den Kopf der Medusa vor der Brust, um die Schultern den schweren, ganz goldenen Mantel, auf der Hand die goldene Siegesgöttin; der Schild ruhte ihr neben dem linken Fuss und zwischen diesem und der Göttin wand sich die Burgschlange, der genius loci, auft dem Schild waren die Kämpfe der Lapithen und Centauren gebildet, auf dem Fussgestell der Bildsäule die Geburt der Pandora. 1152 Kilogramm Gold verbrauchte der Künstler zu seinem Götterbild. Wie hehr die Wolken darüberziehen, wie still und anbetend der Athener dastehen mochte vor der Göttin mit dem Gluthen- auge, der Herrin seines Landes! Freilich nicht diese Athene, sondern ein rohes, uraltes Holzbild im Erechtheion war das eigentliche Cultusbild, denn ungern mõögen die Menschen anbeten, was in der vollen Beleuchtung der Geschichte entstand, sei es auch göttlich erhaben, die Heiligenscheine weben sich lieber im geheimnissvollen Dämmerlichte sagenhafter Vorzeit. Der Parthenon war über- haupt nicht als Cultusstätte errichtet worden, sondern als ein grosses Weihgeschenk, als Mittel punkt des panathenäischen Festes und als Schatzhaus. Alljährlich im Hochsommer fand das Fest der Panathenäen statt, aber am herrlichsten jedesmal im vierten Jahr: dann zog ein Festzug hinauf zur Burg, Opfer bringend der Athene und ein Gewand, auf dem die Kämpfe der Giganten gestickt waren, für das uralte Holzbild der Göttin. Im Parthenon aber, vor dem Bild der Athene, auf dem noch jetzt deutlich abgegrenzten Raume(wie Böttichers Forschungen wahrscheinlich machen), stand der heilige Tisch, an dem die Sieger in den Kampfspielen mit dem heiligen Oelzweig bekränzt wurden, ihrem höchsten Lohn. Voll Weihgeschenke war der Raum des Tempels, aber nur eine einzige Bildsäule eines Menschen sah Pausanias hier, und dies war Hadrian, der kaiserliche Schwärmer,


