Jahrgang 
1873
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tauchens in einen Fluss dar, der Taufende aber ist ein griechischer Bischof, höchst wahrscheinlich Cyrill, einen slawischen Fürsten zum Christen machend; das andere Bild zeigt einen Fürsten, der mehreren zu seinen Füssen stehenden Leuten mit erhobener Hand etwas beſiehlt; die Beischriſt, von der noch lesbar ist: ACIRIL, macht es ziemlich sicher, dass hier der Kaiser Michael gemeint ist, welcher den Cyrill und seinen Bruder zu den Slawen sendet. Die Bilder scheinen als Schmuck des Grabmals bald nach Cyrills Tode(869) gemalt zu sein.

Wir kommen zu der fünften und letzten Bildergruppe, welche vier die ganze Höhe der erhal- tenen Mauer einnehmende Bilder von ausgezeichneter Erhaltung in sich begreift. Sie sind gemalt auf den schon mehrmals erwähnten nachträglich zur Stütze eingezogenen breiten Pfeilern, zwei im Narthex, wo zweimal je zwei der gegen das Hauptschiff hin errichteten Säulen durch solche Pfeiler verbunden sind, und zwei im Hauptschiff, wo die Pfeiler vor je eine Säule vorgezogen sind, dieselbe mantelartig umschliessend. Im Narthex nun stellt das eine die bereits erzählte Legende dar von der Frau, deren Kind bei der untersecischen Kapelle zurückblieb. Auf der mittlern Abtheilung sieht man die Kapelle, von romanischer Bauart, ringsum Wasser und Fische, in der offenen Kapelle einen Altar, brennende Kerzen und Hängelampen, auch den Anker, von links her naht ein Zug, Priester voran, aus dem Thor der Stadt GERSONA schreitend, die Mutter ist vorangelaufen, und Integer ecce jacet, repetit quem previa mater! Von der obern Abtheilung ist nur die Unterschrift noch da, welche andeutet, dass der Bau der Kapelle durch Engelhände dargestellt war. Der Rest ist durch die Oberkirche weggenommen. Die untere Abtheilung zeigt ein grosses Medaillonbild des Clemens, mit den Worten: Me prece querenites estote nociva carentes. Ihm nahen sich verehrend, Kerzen und Wachsstöcke in Händen, die Stifter, links Benno de Rapiza mit dem Töchterchen Altilia und deren Amme, rechts Bennos Gattin, Domma Maria mit dem buerulus Clemens. Eine Inschrift besagt, dass Benno(der uns sonst unbekannt ist), aus Liebe zum h. Clemens und für sein Seelenheil das Bild gestiftet hat. Ringsum sind geschmackvolle Ornamente, Laub und Blumen, Vögel und Arabesken. Die Farben sind ungebrochen, frisch und völlig unverdorben, so dass dies allein schon den Schluss gestattet, es möchte das Bild nicht lange vor der Zerstörung gemalt sein. Dieselben Bemerkungen gelten den drei noch übrigen Wandgemälden, welche ebenfalls als Schmuck der damals neu einge- zogenen Pfeiler gestiftet scheinen, alle zur selben Zeit. Das zweite im Narthex befindliche zeigt die Uebersiedlung des Leichnams des Cyrill in die Clemenskirche auf der Mittelabtheilung. Rechts liest ein Priester, durch den Nimbus als h. Clemens, der Repräsentant seiner Basilika, bezeichnet, Messe an einem Altar, ihm naht sich ein langer Zug, voran eine Bahre mit dem noch ganz frischen Leich- nam, dann viele Cleriker mit Kreuzen, Fahnen, Krummstäben, Weihrauchfässern, im Vordergrund der Papst in phrygischer Tiara mit eiuem Reif, neben ihm ein Priester mit Nimbus, wohl Methodius, der Bruder des Verstorbenen. Die Unterschrift heisst: huc a Vaticano fertur pp Nicolao imnis divinis dd aromatibus sepelivit, also: hierher wird die Leiche aus dem Vatican gebracht durch den Papst Nicolaus unter frommen Hymnen, und er begrub sie mit Spezereien. Die obere Abtheilung ist gar nicht mehr da, die untere besteht nur aus Ornamenten und einer Iuschrift, wonach eine Maria Ma- cellaria aus Frömmigkeit und zum Heil ihrer Seele das Bild gestiftet hat. Die Erwähnung des Papstes Nicolaus ist wichtig für die Zeitbestimmung des Bildes. Denn wir sahen oben, dass das dargestellte Leichenbegängniss unter Hadrian II. 869 stattfand, wahrend Nicolaus schon 867 gestorben war. Gaudericus als Zeitgenosse ist glaubhaft, die Tradition aber und das Martyrologium bringen diese Begebenheit seit dem 12. Jahrh. beharrlich in die Regierungszeit des bekanntlich weit berühm-