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streitigkeiten von 867 an häufiger. In den Katakomben kommt sie einmal vor, in der Katakombe des Papstes Julius, ist aber ebenfalls aus später Zeit. Unser Bild haben wir, wie gesagt, auf die Mitte des 9. Jahrhunderts datirt. Christus steht mit den Füssen auf einem Ouerholz auf, ist sehr symmetrisch gezeichnet, das Haupt nach rechts gesenkt, neben ihm, die Arme sehnsüchtig aus- streckend, steht links vom Beschauer Maria, rechts Johannes, eine Schriftrolle in der Hand.
Es folgt die vierte Gruppe von Bildern, die wir in die Zeit kurz nach Cyrills Tode legen. An der äussern Narthexwand, neben dem zuerst besprochenen grossen Kopf in antikem Styl, ist ein Christus im byzantinischen Styl, aber nicht steif und hässlich, sondern jugendlich, lebendig, die Rechte segnend erhoben. Rechts und links Gabriel und Michael, die Erzengel, das Haupt ge- senkt in Fürbitte für zwei vor ihnen kniende Mäanner in priesterlicher Gewandung, welche ausserdem
noch S. CLEMENTE und S. ANDREAS als Fürbitter neben sich stehen haben. Wahrend Christus sehr
jugendlich gebildet ist mit fünf ein halb Kopflängen, die Engel ebenfalls jugendlich, gelockt, äusserst ausdrucksvoll das bittend aufgeschlagene Auge, die Hände voller Leben nnd sprechend den Blick unterstützend, haben die übrigen Figuren das Greisenhafte der Mosaiken, auch längere Verhältnisse, bei gleicher Höhe mit Christus beinahe sieben Kopflängen, die Verstorbenen sogar neun bis zehn. Die fünfzeilige Inschrift darunter ist beinahe verwischt, de Rossi schliesst aus lesbaren Buch- staben: IN SC... V. TVOR.. CI.... und DMN NüM OVI VENTVI..... welche er er- gänzt: in sctorum tuorum societate und dominum nostrum, qui venturus est, dass es eine Grab- schrift gewesen sei, wie sie öfter vorkommen, Empfehlung der Verstorbenen durch Heilige an Jesum. Dudik schliesst sonderbarerweise, es sei eine Gedächtnisstafel zum Andenken Lebender, und meint, es könnten die zwei Männer nur Cyrill und Methodius sein, die hier bei Lebzeiten sich selbst hätten portratiren lassen. Er fügt hinzu, es sei dies ein einzig dastehendes Beispiel solcher Sitte. Aber warum macht er denn solche Schlüsse, wenn dies den sonstigen Beobachtungen wider- spricht? Am 10. Febr. 1868 entdeckte man denn auch, in Bestätigung von De R.'s Ansicht, unter diesem Bilde in einem Backsteinsarg zwei männliche Skelette. Da der Ort fast völlig der Kapelle des S. Dominikus in der Oberkirche entspricht, wo nach den Nachrichten des 16. Jahrh. die Gebeine von Cyrill und Methodius ruhen sollten, so ist wohl mit grosser Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass hier eben die Reliquien der beiden Heiligen in der That vorliegen, und das Bild ihr Grabbild ist. Vielleicht, dass man nach dem Tode des Methodius zunächst diesen hier beisetzte, und die Gebeine des Cyrill bei dieser Gelegenheit hier mit den seinen vereinte. Wieder ein Beweis von der Wich- tigkeit lokaler Tradition, da wie gesagt die Nachricht, dass rechts von der Hauptthür das Grab zu finden sei, erst aus dem 16. Jahrhundert herrührt. Damit war für die Unternehmer der Ausgrabung ihr nächster Zweck erreicht, mir ist jedoch nicht das weitere Schicksal der Gebeine bekannt ge- worden. Wir schliessen demnach, dass das Bild frühestens aus dem Ausgang des neunten Jahrh. ist, da Melhodius 869 beim Tode Cyrills noch lebte, aber wohl auch nicht später als aus dem An- fang des zehnten Jahrh., da das Bild wohl bald nach dessen Tode gefertigt sein wird. Die Ver- ehrung, in der das Bild stand, beweist auch der Umstand, dass es zwischen zwei Marmorsaulen steht, altarartig. Ursprünglich war dem Cyrill, wie oben bemerkt, ja ein über dem Fussboden ste- hendes jetzt leer gefundenes steinernes Grab angewiesen worden, rechts vom Altar, an der Südwand. An dieser ursprünglich ganz mit Bildern bedeckten Wand lassen sich in der Nähe dieses Grabes noch folgende zwei in etwa erkennen: das eine stellt die Taufe eines Jünglings vermittelst Unter-


