Jahrgang 
1873
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3.

Basen sind in den Fussboden gegraben, weil die Säule zu lang war, eine andere ist ohne Kapitäl, sonst sind die Säulen in ihrer vollen Höhe, welche eben zwölf Fuss bei meist achtzehn Zoll Durchmesser beträgt, erhalten. Schon beim Bestehen der alten Kirche zeigten sich jedoch einige dem Druck der Obermauer nicht gewachsen, denn wir finden mehrfach Pfeiler um die Säulen gezogen, und zwar so dass die Säule selbst noch von der einen Seite aus sichtbar ist. Diese Pfeiler sind mit Gemälden bedeckt. Interessant sind die vorhin erwähnten Mauern zwischen den Pfeilern, welche beim Bau der neuern Kirche als Stützen der obern Wände und Säulenreihen aufgeführt wurden. Denn sie bestehen aus offenbar sehr eilig aufgeschichteten Mauersteinen, deren Natur uns erkennen lässt, dass damals ringsum eine grosse Zerstörung gewaltet haben muss; die Steine sind nämlich in buntem Gemisch Ziegelsteine, Bruchsteine, anlike Werkstücke, offenbar dereinst für andere Zwecke behauen, Marmorblöcke, Inschriftfetzen, Säulenbasen, Stücke von Kapitälern, Marmorgebälk, Mosaikpflaster, Ornamentfragmente, ja sogar Theile von Statuen. Und da wundert man sich noch gewöhnlich, wo all die vielen antiken Bausteine und Werkstücke geblieben sein möchten.

Die Lnge der alten Basilika ist 146 Fuss, die Breite 90 Fuss, und zwar ist das Mittelschiff etwa 52 Fuss breit, Südschiff beinahe 20 Fuss, Nordschiff beinahe 19 Fuss, so dass völlige Symmetrie auch da nicht waltet. Die neuere Kirche ist dagegen nur 124 Fuss lang und 67 Fuss etwa breit.

Und nun die Bilder: Das dem Anschein nach älteste Denkmal ist an der äussern Wand des Narthex, ein in einiger Höhe befindlicher wirklich schön gemalter, lebensgrosser, jugendlicher männlicher Kopf in völlig antikem Styl. Nur der Verputz, welcher den Kopf trägt, ist an der Mauer haften geblieben, wie es scheint, geradezu mit Absicht. Dieses Bild muss jedenfalls bis ganz nahe in die Zeit Constantins hinaufreichen, einfach weil man später so etwas nicht mehr machen konnte. Aber was ist der Kopf? Kaum ein Porträt, dafür ist er zu idealisirt, zu typisch. Ist es etwa der jugendliche, apolloartige Christus, der gute Hirte, wie er in den Katakomben sich abge- bildet findet? Niemand kann das entscheiden. Gegenüber ist ein ähnlicher Frauenkopf erhalten, nicht ganz so schön, aber ebenfalls im alten Styl.

Die Bilder der Nordwand sind durch Nässe fast zerstört, die Gegenstände nur mit Mühe erkennbar, und also die Zeit der Anfertigung nicht zu bestimmen. Mehr oder weniger byzantinisch sind sie alle. Da ist die Lebensgeschichte der h. Catharina von Alexandrien, in mehreren Abthei- lungen dargestellt, kleine Figuren. Sodann eine Anzahl dichtgedrängter Köpfe, welche der Prior Mullooly sofort für das bei der Disputation gegen den Pelagianer Coelestius anwesende Publikum angesprochen hat, fürwahr eine kühne Hypothese. Inmitten dieser zwei Bilder ist eine Nische, be- deckt mit einer sehr handwerksmässig steifen echt byzantinischen Maria mit dem Kinde, von der öfter vorkommenden Art, wo der Kopf des Kindes in senkrechter Linie unter dem Kopf der Mutter sich befindet, umringt von verschiedenen Heiligenbildern ebenso schlechter byzantinischer Arbeit. Die Bilder haben sich zum Theil von der Wand gelöst und zeigen darunter flüchlige, rohe Bild- chen in derselben Manier, wie die sogleich zu erwähnende Himmelfahrt Mariens. Da wir diese in das 9. Jahrhundert setzen werden, so ist demnach die Madonnennische erst nach dieser Zeit über- malt. Die Reste dieser untern Bildchen deuten wohl auf die Opferung Isaaks und vielleicht die Erweckung des Lazarus. Es kommt weiterhin der untere Theil eines colossalen Christusbildes mit einer Iuschrift, welche die Leser zur Fürbitte für einen Presbyter Joannes auffordert. Die West- wand zeigt rechts an der Apsis Christum, Adam aus dem Fegefeuer befreiend, links die Kreuzigung Petri, so zerstört, dass man den Gegenstand nur errathen und durch Schlüsse bestimmen kann. Doch