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viarium sagt: Cyrillus cum Romae obiisset, primum ejus corpus in basilica vaticana conditum postea magno cleri populique concursu ad basilicam sancti Clementis translatum est. Ein damals lebender Johannes eccles. rom. diaconus begann denn sofort eine Biographie des Clemens, welche sodann Gaudericus oder Gaudentius, Bischof von Velletri beendete, in drei Büchern. Beinahe zwei Bücher befinden sich handschriftlich im Kloster Monte Cassino, und es ist mir augenblicklich nicht bekannt,
ob dieselben seit 1706 edirt worden sind. Der Schluss des 3. Theils ist in einem Codex, sonst im Besitz von Duchesne in Paris, dieser ist von den Bollandisten nebst der Widmung an Papst Johann VIII. veröffentlicht. Rondinini hält die zwei ersten Bücher für sehr unglaubwürdig, dagegen wird im letzten wesentlich die Uebersiedlung der Reliquien des Clemens in seine Kirche, der Tod des Cyrill und dessen Beisetzung berichtet, Dinge, in welchen Gaudericus als Augenzeuge Glaub- würdigkeit hat. Danach ist das Leben des Clemens oft beschrieben worden, natürlich aber stets im Hinblick auf die Legende, welche sich eben wieder auf die fabelhaften Clementinen stützt.
Die der Chronologie nach nun folgenden Erwähnungen der Kirche, sind nach den Unter- suchungen Rondininis folgende: unter Leo IX.(1049— 1054), Alexander II. und Gregor VII.(1073— 85) findet er mehrere Presbyter und Cardinäle an Clemente genannt. Dann aber nennen Ciaconius und Panvinius in der Epitome pontificum im Leben Paschalis II.(1099— 1118) unter den von ihm ernannten Cardinälen zwei mit Namen Anastasius„tituli Sancti Clementis“, von denen der jüngere 1112 die Kirche reparirte, besonders die Apsis mit Mosaik schmückte und den Bischofsstuhl, auf drei Stufen erhöht, aufrichtete. Dies ist auch durch die Inschrift bewiesen: Anastasius presbyter cardinalis hujus tituli hoc opus coepit et perfecit. Man deutet auch das in Marmor öfter angebrachte Monogramm auf seinen Namen, welches sich jedoch besser Johannes lesen lässt. Aus dem J. 1299 ist eine Inschrift in fünf Hexametern erhalten, welche auf eine Reparatur hinweist, die ein Presbyter Jacobus, Neffe von Bonifacius VIII. unternommen hatte. Die neuern Aenderungen interessiren uns nicht, es sei nur erwähnt, dass Sixtus V.(1585— 1590) den Glockenthurm baute, Clemens IX. im Jahre 1715 sehr gründliche Ausbesserungen vornahm. Seit Innocenz X. 1644 sind die irischen Dominikaner im Besitz der Kirche und des anstossenden Klosters.
Aus dieser Baugeschichte musste noch Rondinini und mit ihm Jeder auf die wesentliche In- dentität der jetzigen und der alten Basilika schliessen. Da fanden sich, wie der Architekt Gau (vgl. Beschreibeng Roms von Bunsen, Platner etc.) 1818 entdeckte*), dass zwölf Fuss unter dem jetzigen Fussboden Reste eines älteren Baues seien. Doch wurden keine Ausgrabungen veranstaltet. Da geschah es, dass von Mähren aus 1858 der Wunsch ausgesprochen wurde, über Cyrills Grab Auskunft zu erhalten, weil der 1000 jährige Todestag des berühmten Apostels der Slawen näher rückte, den man festlich zu begehen gedachte. Man hatte nun wohl Nachrichten aus dem 16. Jahr- hundert, dass Cyrills Gebeine in einer ihm geweihten Kapelle vorhanden sein sollten, jetzt S. Do- menico, rechts von der Hauptthür, allein da fand sich durchaus nichts mehr. De Rossi schlug vor, nach dem ursprünglichen Grab Cyrills zu suchen, ob vielleicht daselbst noch Gebeine sich vor- fänden, wenn nicht, so könnte man wenigstens im Grab selbst eine Erinnerung verehren. Von Mähren aus unterstützten bedeutende Summen die Arbeit der systematischen Ausgrabung der ältern Kirche, welche bis 1866 dauerte. Es gelang, die ganze Unterkirche blosszulegen; zur
*) Ich bemerke dies, weil der Prior Mullooly behauptet, im Jahre 1847 diese Entdeckung als der erste gemacht zu haben.


