Jahrgang 
1873
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15 cujus habitationis vel possessionis vel passionis fidelissima origine tradatur. Augustinus sagt: (de civit. dei 22) nos martyribus nostris non templa sicut deis, sed memoriam sicut hominibus, quorum apud Deum vivunt spiritus, facimus. Memoria ward geradezu technischer Ausdruck, wie es denn auch statt Krypta oder Confession steht. Und so muss auch in Clemente irgend etwas gewesen sein, das an Clemens erinnerte.

Hieronymus ist der erste, der die Kirche erwähnt, im Jahre 392(catalog. de scriptor. eccle- siast.), wo er von Clemens sagt: nominis ejus memoriam usque hodie Romae exstructa ecclesia custodit. Danach scheint sie damals doch schon geraume Zeit bestanden zu haben. De Rossi sah auch ein Blech, wie man es als Eigenthumszeichen Sklaven umhing, mit der Inschrift: Tene meq via fug. et reboca me victori acolito a dominicu clementis und dem Monogramm Christi. Der Sklave gehörte also einem Akoluthen(niedern Kirchenbeamten) an der Kirche S. Clemens, doch verschwindet der Name dominicum gegen basilica gerade während der Zeit Constantins, auch waren solche Er- kennungszeichen für Sklaven von Constantin an verboten. Im Jahre 417 fand eine Disputation statt gegen den Pelagianer Coelestius. Der Papst Zosimus sagt davon in einem Brief an die afrika- nischen Bischöfe: resedimus in Si Clementis basilica Gregor der Grosse(Papst 590 604) hielt hier seine 33. Homilie über Lucas 7 und seine 38. über Matth. 22 an einem 19. Sonntag nach Pfingsten. Derselbe erzählt dial. 4, 14 von einem Krüppel Servulus, der bei San Clemente zu betteln gewohnt war, dann im Geruch der Heiligkeit gestorben, dessen Andenken daraufhin die katholische Kirche noch im Dezember begeht. Auch Gregor von Tours Geschichte der Franken 10, 1 er- wähnt die Kirche. Der Papstbiograph Anastasius Bibliothecarius Gr 891) sagt bei Hadrian I.( 795) er habe die in der 5. Region gelegene Clemenskirche neu hergestellt ftitulum(andere Lesart: tectum) beati Clementis in ruinis positum regionis tertiae noviter fecit]. Derselbe berichtet ein- gehend über werthvolle Schenkungen Leos III., Gregors IV., Leos IV.(847) an die Kirche, be- stehend in Gefässen und liturgischen Gewändern. Unter Leo IV. war es, dass die Sarazenen kamen, in St. Peter viel Silber raubten. Vielleicht hatten sie auch Clemente beraubt, und die Schenkungen Leos IV. waren ein Ersalz dafür.

Nun trat durch folgendes Ereigniss die Kirche und überhaupt der h. Clemens wieder sehr in den Vordergrund: Cyrillus, genannt der Philosoph, und sein Bruder Methodius reisten im Jahr 860 auf Befehl des oströmischen Kaisers Michael nach der Krim, zur Bekehrung der dort ansäs- sigen slawischen Chazaren. In der Stadt Chersona daselbst, dem einstigen Hauptsitz der Clemens- verehrung, forschten sie vergebens nach dessen Reliquien. Die Legende, die sich auch im Martyro- logium und im Breviarium Romanum findet, sagt, nach des Clemens Tode sei das Meer mehrere Meilen zurückgewichen, die Gläubigen seien gefolgt, und hätten eine von Engelhänden gebaute Kapelle gefunden, daselbst die Reliquien des Clemens, zugleich mit dem Anker, der ihm um den Hals gelegt worden war. Alijährlich am Todestag des Clemens und die Octave danach habe sich dies Wunder von selbst wiederholt. Auch habe einmal eine Frau ihr Kind dort in der Eile zurück- gelassen, und als man am nächsten Jahr wieder durch das Meer hinkam, siehe, da lag es unver- sehrt am Altar. Auf wunderbare Weise gelangte nun Cyrill in den Besitz der Reliquien, die er forthin als grössten Schatz überallhin mit sich nahm, und denen er auch die rasche Bekehrung der slawischen Völker zuschrieb. Er kam später nach Rom und starb daselbst am 14. Februar 869 unter Papst Hadrian II.(867 872). Die Leiche wurde zuerst im Vatican einbalsamirt, dann aber feierlich in die Clemensbasilika getragen, um bei dem geliebten Schutzheiligen zu ruhen. Das Bre-