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Granit. Je acht trennen auf jeder Seite das Hauptschiff von den Seitenschiffen, zwischen der vierten und fünften ist ein Pfeiler statt der Säule. Von Säule zu Säule spannen sich halbkreisförmige Bogen, die darüber sich erhebende Wand ist nur durch ein Gesims gegliedert, die Malereien sind neuern Ursprungs, auch die Fensteröffnungen mehrfach umgebaut. Die glänzende, reich vergoldete und geschnitzte Holzdecke ist ein Werk aus dem achtzehnten Jahrhundert(1715). Der Fussboden dagegen ist jenes sogenannte Opus alexandrinum, ein in Felder eingetheiltes, aus buntem Marmor, besonders Serpentin und Porpbyr zusammengesetztes Mosaik, dessen Muster stets wiederkehrende geometrische Figuren sind, vorzugsweise grosse ganz eigenthümlich verschlungene Kreise. Diese Art Fussböden waren besonders im 12. und 13. Jahrhundert in Rom beliebt, und sind wohl ein Werk der berühmten Künstlerfamilie der Cosmaten, von denen auch eine Reihe in ihrer Art vortrefflicher Grabmäler herrührt, welche in italienisch gothischem Styl gehalten sind und ebenfalls jenes eigen- thümliche Mosaik zeigen. Was aber vor Allem die Aufmerksamkeit fesselt, das ist der Umstand, dass hier der Ort ist, wo allein die alten liturgischen Einrichtungen der altchristlichen Gemeinde in ihrer Vollständigkeit erhalten, und jedenfalls nur zum Theil erneut sind.
Bis in die Mitte der ganzen Kirche zieht sich ein im länglichen Rechteck angelegtes mar- mornes Schrankenwerk(cancelli, woraus unser Wort„Kanzel“ entstanden ist) im Hauptschiff ent- lang, einen um eine Stufe erhöhten innern Raum absperrend. Das ist der Chorus. Die Schranken bestehen aus Marmorplatten, welche zum Theil durchbrochen gearbeitet sind, zum Theil bunt ein- gelegte aber einfache Muster zeigen, Kreuze, Kreise und Einfassungen, auch ein Monogramm, dessen verschlungene- Buchstaben den Namen Johannes darzustellen scheinen. Nur die vordere Hälfte des Hauptschiffes war demnach zum Aufenthalt der Gemeinde bestimmt, der Chorus war der Ort, wo die Geistlichkeit sich zum Gesang versammelte. Südlich in ihm erhebt sich ein Lesepult, ganz wie unsere Kanzeln gebildet, aus dem prächtigen, kostbaren violetten Marmor gebildet, den man pavonazzelto nennt. Das Palt ist bedeutend erhöht, unten erhebt sich eine gewundene, zierlich mosaicirte Säule, es ist der Leuchter der Osterkerze(cereum paschale). Dies Pult hiess Ambo(von dπνπανρᷣασασlwνᷣd hinaufsteigen) und war zur Verlesung des Evangeliums bestimmt. Ihm gegenüber nördlich befindet sich ein ähnliches Pult, von dem herab die Epistel gelesen wurde, nur etwas niedriger, um die geringere Heiligkeit der Episteln anzudeuten. Vor dem Aufgang zum Epistelpult erhebt sich ein noch niedrigeres Pult. Vor beiden Ambonen befindet sich je eine Marmorbank, für die Sänger be- stimmt. Uebrigens hat der Ambo für das Evangelium eine zweite Treppe nach der Seite des Altars zu. Denn feierlich wurde der Diakon, welcher das Evangelium las, von Akoluthen hinaufgeleitet, mit Kerzen und Weihrauch, die Diener aber schritten darauf die zweite Treppe wieder hinab. In der Nähe der Apsis ziehen sich die Marmorschranken quer durch die ganze Kirche, so einen ziem- lich beträchtlichen Raum vor der Apsis abschneidend. Dies geschah, um in dem einen Seitenschiff einen reservirten Platz für die Matronen(Matroneum) in dem andern einen solchen für vornehme Gemeindeglieder(Senatorium) herzustellen. Diese Einrichtung führte später, zum Zweck der Ver- grösserung besagter Räume, zur Einschiebung eines anfänglich wenig hervortretenden Ouerschiffes zwischen den Langschiffen und der Apsis, dessen Einrichtung und Weiterbildung schon oben be- schrieben ist. Der Chorus lässt nach hinten einen Ausgang offen, welchen durchschreitend wir nach wenig Schritten, aber immer noch zwischen Marmorschranken hindurch, zum Hauptaltar kom- men. Dieser erhebt sich, ringsum frei stehend, vor dem Halbrund der Apsis. Er steht, sammt demi ganzen Innern der Apsis, um drei Stufen erhöht über dem Boden des Chorus. Dieser ganze höchste


