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Christen, dass in enger, dunkler Kammer(cella) einsam ein Götterbild throne, nicht auch genügte ihnen der grössere Hypäthraltempel, der im Innern des Gotteshauses einen ziemlich umfangreichen, ganz unbedeckten, hofartigen Raum barg; die Christen wollten eben sich versammeln, möglichst zahlreich, abgesondert vom Leben und Treiben des lauten Marktes, um sich zu sammeln im Gebet, sich gegenseitig zu ermahnen und zu trösten, sich aufzurichten durch Lobgesänge und die Feier der Liebesmahle(Agapen). Das forderte schon der Apostel(Epheser 5, 19, Colosser 3, 16). So kamen sie denn zusammen zunächst bei einem der Ihrigen(man vgl. z. B. Römer 6, Vers 5, 14, 16, 23) dessen Wohlhabenheit etwa einen grossen Saal zur Verfügung stellen konnte. Die damaligen Ein- richtungen des reichen Privathauses entsprachen diesem Zweck vortrefflich. Denn, wie wir noch heute in Pompeji sehen können, es befanden sich die Geschaftsräume nach der Strasse zu, dahinter ein von Säulenhallen umschlossener Hof, in dessen Mitte eine Cisterne, um diesen Hof herum die Wohnräume der Familie und nun erst dahinter, entrückt dem Lärm der Strasse, der prächtige, blu- mengeschmückte Säulenhof(Peristylium) und an seinem äussersten Ende der Speisesaal(Triclinium). Als nun der christliche Cultus erlaubt war, als man nach eigens dazu zu errichtenden Versammlungs- häusern strebte, gebrauchten die Baumeister als Vorbild jenen hintern Theil des Wohnhauses. Was war auch natürlicher, als dass man diese Einrichtungen nun wiederholte, die sich für die gottesdienstlichen Versammlungen als geeignet bewährt hatten? Zugleich aber auch nahm man für den Versammlungs- raum selbst die Gerichtshalle, Basilika, zum Muster. Wie aber damals überhaupt grössere Gebäude, Säle, Paläste, allgemein Basilika genannt wurden, so auch das christliche Gotteshaus. Auch es bestand demzufolge wesentlich aus einem säulenumschlossenen Hof, Atrium, mit Brunnen in der Mitte, und dahinter schloss sich das eigentliche Haus an, die Ecclesia. Merkwürdigerweise heftet sich gerade an die allerältesten der zu Rom vorhandenen Basiliken die Tradition, dass sie an der Stelle des Wohnhauses ihres Schutzheiligen errichtet seien, so die sämmtlich in vorconstantinischer Zeit gegründeten: St. Pudentiana auf dem Ouirinal, St. Alexis auf dem Aventin, S. Cecilia in Tras- tevere, daran reiht sich St. Clemens am Cælius, welches wohl auch bis in die constantinische Zeit zurückzuführen ist. Nur kann man diese Gruppe von Kirchen freilich auch zu denen rechnen, deren Standort an irgend ein wichtiges Ereigniss aus dem Leben des betreffenden Schutzpatrons erinnert. Das für das Andenken der Gemeinde wichtigste Preigniss war in den ersten Jahrhunderten aber der Todestag, der Geburtstag des neuen Lebens. In den Zeiten der Verfolgungen besonders, aber auch dann, wenn die Ausübung ihres Cultus ihnen gestattet war, bedienten sich die Christen in Rom zu ihren Begräbnissorten der grossen unterirdischen Arenarien, d. h. der unglaublich weitläufigen, viel- verzweigten Gänge und Bergwerksgruben, aus denen man das geschätzte vulkanische Baumaterial, die jetzt sogenannte Puzzolanerde, entnommen hatte. Diese Grabstätten, Katakomben genannt, ziehen sich wie ein breiter Gürtel um die ganze weite, bekannilich noch erhaltene, Aurelianische Mauer herum; dort unten wurde an besonders dazu ausgeweiteten Stellen, an den Gräbern der Heiligen, das heilige Mahl gefeiert, und über der Erde erhoben sich ebendaselbst hier und da Kapellen und Kirchen.
So entsprechen in weitem Bogen den Katakomben unten folgende grosse Basiliken oben: Auf dem vaticanischen Hügel die Peterskirche(San Pietro in Vaticano). Die ungemein grosse, prächtige, von Kaiser Constantin über dem Grab Petri im Circus des Nero erbaute fünfschiffige alte Basilika kennen wir nur aus Beschreibungen und alten Zeichnungen, denn sie selbst hat bekannt- lich der von 1506— 1614 erbauten neuen Peterskirche Platz machen müssen. An der Strasse nach
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