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zelne Salze in der Luft häufig, für andere gar nicht oder doch nur ſelten vorhanden ſind; ferner daß ſie immer in Waſſer, zuweilen auch in Alkohol löslich ſind, und endlich, daß ſie ihre Wirkung durch genügendes Erhitzen ganz verlieren.
Aus dieſen Eigenſchaften der Partikelchen, welche das Erſtarren überſättigter Salzlöſungen bewirken, können wir einen Schluß auf die Natur dieſer Partikelchen machen, wenn wir folgende Erſcheinung in Be⸗ tracht ziehen.
Wenn man mit überſättigten Salzlöſungen Partikelchen von dem in Löſung befindlichen Salze in Be⸗ rührung bringt, ſo tritt immer ſo ort das Kiyſtalliſiren der Löſung ein. Dieſelbe Eigenſchaft haben Partikel⸗ chen von Salzen, welche mit dem in Loſung beſindlichen Salze iſomorph ſind. Das Erſtarren erfolgt jedoch bei letzteren weniger raſch. Eine überſättigte Löſung von ſchwefelſaurem Zinkoxyd, das 7 Aeq. Kryſtallwaſſer enthält, erſtarrt z. B. immer, wenn man ſie mit einem iſomorphen Kryſtalle von ſchwefelſaurem Nickeloxydul oder von ſchwefelſaurer Magneſia in Berührung bringt. Von der vollſtändigen Reinheit des angewandten ſchwefelſauren Nickeloryduls und der ſchwefelſauren Magneſia habe ich mich überzeugt. Dieſe Erſcheinung be⸗ ſtätigte ſich durch Unterſuchungen, die ich mit einigen anderen iſomorphen Salzen machte.
Von allen übrigen chemiſchen Körpern vermag kein anderer das Erſtarren der überſättigten Löſungen zu bewirken, falls er chemiſch rein iſt und falls er ins Beſondere nicht Spuren von dem in Löſung befindli— chen Salze oder von einem mit dieſem iſomorphen Salze enthält.
Ich habe Verſuche hierüber mit allen möglichen Salzen gemacht. Falls irgend eine überſättigte Löſung eines Salzes durch ein anderes Salz zum Kryſtalliſiren gebracht wurde, als durch das in Löſung befindliche oder durch ein mit dieſem iſomorphes Salz, konnte ich immer die Verunreinigung dieſes Salzes nachweiſen.
Es trat z. B. bei einer überſättigten Löſung von kohlenſaurem Natron plötzliche Kryſtalliſation ein, als ich ein Stückchen borſaures Natron hineinwarf. Daß borſaures Natron durch kohlenſaures Natron ver⸗ unreinigt iſt, läßt ſich leicht dadurch erklären, daß, wie bekannt iſt, das borſaure Natron aus Borſäure und kohlenſaurem Natron in den Fabriken dargeſtellt wird.
Ferner kryſtalliſirte eine überſättigte Löſung von ſchwefelſaurem Natron durch ſchwefelſaure Magneſia. Hier konnte ich bei der ſchwefelſauren Magneſia eine Verunreinigung durch ſchwefelſaures Natron leicht ana⸗ lytiſch nachweiſen.
Ebenſo verhält es ſich mit einer Reihe von anderen überſättigten Löſungen. Alle Salzen verlieren die Eigenſchaft, die überſättigten Löfungen deſſelben Salzes oder der mit dieſem iſomorphen Salze zum Erſtarren zu bringen, wenn man ſie ſoweit erhitzt, daß ſie ihr Kryſtallwaſſer verlieren.
Die Temperatur, bei der ſie dieſes thun, ſtimmt überein mit der Temperatur, bei der Staubpartikelchen die Eigenſchaft verlieren, die überſättigten Löſungen der betreffenden Salze zum Erſtarren zu bringen. Sie beträgt z. B. bei ſchwefelſaurem Natron ebenfalls circa 350.
Wir ſehen alſo, daß auf der einen Seite Staubpartikelchen das Erſtarren der überſättigten Löſungen bewirken, auf der anderen Seite von allen chemiſchen Körpern nur das in Löſung befindliche Salz oder die mit dieſem iſomorphen Salze das Erſtarren von überſättigten Salzlöſungen veranlaſſen. Wir bemerken ferner, daß die Staubpartikelchen, welche das Erſtarren bewirken, immer in Waſſer löslich ſind oder doch durch das Waſſer in ihrer Natur gänzlich verändert werden; ferner daß wenn die Staubypartikelchen in Alkohol und Aether löslich oder unlöslich ſind resp. durch Alkohol und Aether in ihrer Natur verändert oder nicht verän⸗ dert werden, auch das betreffende Salz und die mit ihm iſomorphen Satze in Alkohol und Aether löslich oder unlöslich ſind; endlich daß die Staubpartikelchen bei derjenigen Temperatur, bei der ein Salz ſein Kryſtall⸗ waſſer verliert, auch die Eigenſchaft verlieren, die überſättigte Löſung dieſes Salzes und der mit ihm iſomor⸗ phen Salze zum Erſtarren zu bringen.


