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indeß noch näher zu unterſuchen wäre; Grote p. 86 ſchwerlich richtig) ſchon in dem Inſtitut der aν⁶ες ϑαο Lnoi, welches am perſiſchen Hofe ſein genaues Gegenbild hatte(de inst. Cyri 8, 8, 7; Strabo 733. 4; Dunker, Geſch. des Alterthums 2, 616) und vielleicht auf perſiſche Anregung zurückzuführen iſt— und wurde vornehmlich durch die neue Heeresverfaſſung gefördert. Indem die Adeligen ſich zum Kriegsdienſte drängten, erhielten ſie ihre beſtimmte Stellung im Organismus des Heeres: und dieſer Organismus ſelbſt war von der Art, daß der ſelbſtſtändige Einfluß des Adels mehr und mehr in ihm verſchwinden mußte. In dem Heere Alexanders haben wir nach der Berechnung bei Rüſtow und Köchly(Geſchichte des griechiſchen Kriegsweſens S. 232 ff.) 24,000 Mann Phalangiten(Miliz), 3000 ſchwere Reiter(Adel): dies ſind diejenigen Beſtand⸗ theile des macedoniſchen Heers, welche ihren eigenen Willen haben konnten und ihn, wie die Vorgänge am Hypbaſis, zu Opis und nach Alexanders Tode beweiſen, auch gelegentlich nachdrücklich geltend machten. Von dieſen nimmt Alerander, ohne Zweifel durch politiſche Gründe mitbeſtimmt, die Hälfte mit ſich: dieſen Truppen aber ſtehen gegenüber 1) die 6000 Hypaſpiſten, die königlichen Haustruppen, über deren Dienſtwilligkeit Arr. 7, 8, 3 am inſtructivſten iſt; 2) die agrianiſchen Speerſchützen und die macedoniſchen Bogenſchützen, 2000 Mann; 3) die 1200, in der Regel nicht aus Macedonien rekrutirten, leichten Reiter; 4) 5000 und nach Bedürfniß mehr ſchwerbewaffnete Söldner, wozu noch 5) die theſſaliſchen, päoniſchen, thraciſchen und griechiſchen Contingente, zuſammen etwa 14,000 Mannz ſo daß alſo die Phalanx und die Ritterſchaft in dem Expeditionsheere Alexanders ſich zu den übrigen Truppen verhielt wie 1 zu 2. Daß Alexander gleichwohl dieſem ſpecifiſch macedoniſchen Element ſeines Heeres und namentlich der Ritterſchaft große Rückſicht bewies, zeigt ſich unter Anderem darin, daß er in den Schlachten die letztere meiſtentheils perſönlich führte, daß er den beim Granikos gefallenen zwanzig Hetairoi eherne Standbilder aufrichten ließ, und endlich vielleicht auch darin, daß er in allen ſeinen Kämpfen ſelbſt ebenſo ſehr Ritter als Feldherr war.
Von der politiſchen und militäriſchen Stellung Theſſaliens hat Schloſſer 1, 3, p. 188— 194 ſo erſchöpfend gehandelt, daß wir darauf verweiſen können. Die politiſche Stellung, wie ſie Philipp dem Lande gegenüber errungen, ſcheint Alexander nicht weſentlich geändert zu haben. Die zahlreiche theſſaliſche Reiterei, die in Alexanders Heere diente, wurde dem Lande entzogen, verbürgte deſſen Gehorſam und machte die wich⸗ tigſten Familien des Landes von ihm abhängig. Dasſelbe gilt in ihrer Art von den nördlichen Barbaren⸗ ſtämmen, denen überdies in Aſien reiche Entſchädigung wurde für die Beutezüge, deren Ziel ſeither Macedo⸗ nien geweſen. Seine Stellung zu den Griechen während dieſer ganzen Periode wird bezeichnet durch den Aus⸗ druck grοατνꝓο oder**νεκμέν ανιννρατο und 2ονm ε⁴εν(Plut. Phoc. 16) oder A49*(ſo in der Rede de rebus Al., welche überhaupt dafür die wichtigſte Quelle iſt). Er war Oberbefehlshaber und ernannte die höheren Offiziere; die Städte waren autonom, alſo die beſonderen Bünde aufgelöſt; der beſtehende Zuſtand in den Städten ward garantirt; man könnte den Zuſtand mit dem Ausdruck Landfriede bezeichnen, der der Natur der griechiſchen Dinge nach zugleich Seefriede war, und das ganze Verhältniß läßt ſich etwa mit dem⸗ jenigen vergleichen, in welches der däniſche König Chriſtian IV. im Jahre 1625 zu den Ständen des nieder⸗ ſächſiſchen Kreiſes trat. Auch die von Grote(p. 30) geäußerte Anſicht, daß die Stellung der griechiſchen Truppen in Alexanders Heer ungefähr dieſelbe geweſen ſei, wie die der Rheinbundtruppen in Napoleons großer Armee, hat ihre Berechtigung; nur daß Grote dabei den ſehr wichtigen Umſtand überſieht, daß Ale⸗ xander ſelbſt als Hellene dachte und fühlte, und daß ſein Unternehmen in der That ein national⸗helleniſches war. Er verkannte keinen Augenblick, daß die helleniſche Intelligenz ihm durchaus unentbehrlich ſei; und er behandelte die Griechen, nachdem er ſie erſt durch das Schreckmittel der Zerſtörung Thebens über die Grenzen ſeiner und ihrer Macht belehrt hatte, mit großer Rückſicht und aller Schonung ihrer freiſtädtiſchen Vorurtheile. Dafür am bezeichnendſten iſt die Form des Epigramms nach dem Siege am Granikus Arr. 1, 16, 6 A- Scν Sadous di di EAnvee alh Aausdαοεν— und der Eingang im Antwortſchreiben Alexan⸗ ders an Darius Arr. 2, 14, 4.


