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k. Berufsberatung.
Besondere Einrichtungen für die Berufsberatung bestehen nicht, doch erteilten der Direktor und die Klassenleiter Eltern und Schülern gerne Auskunft, soweit sie dazu in der Lage waren.
4. Elternbeirat und seine Betätigung.
Der Elternbeirat wurde im Frühjahr 1924 neu gebildet; eine eigentliche Wahl brauchte nicht stattzufinden, da nur eine Vorschlagsliste aufgestellt worden war. Der Anfangsschülerzahl ent- sprechend zählt der Beirat 7 Mitglieder, darunter ein weibliches. Außer den Sitzungen des Beirats fanden 2 Elternversammlungen statt; in der einen wurde die Wahl vorbereitet, in der anderen zwei Vorträge über die Neuordnung des höheren Schulwesens gehalten, woran sich eine lebhafte Erörterung knüpfte. Spenden oder Geschenke sind dem Gymnasium weder von Eltern der Schüler noch von Freunden der Anstalt zugekommen, doch schenkte ein früherer Lehrer, Prof. Czwalina, 2 große Bilder, die den Poseidontempel von Paestum und den Konstantinbogen darstellen.
5. Verschiedenes.
a. Klassengebäude und Schulhof sind im Verhältnis zur Schülerzahl durchaus unzureichend; die meisten Klassen sind überfüllt, Klassenteilungen aus Mangel an verfügbaren Räumen nicht mehr möglich, diese Raumverhältnisse wirken naturgemäß auf die hygienischen Ver- hältnisse zurück. Im Innern des Gebäudes konnten die Wände der Gänge und Treppen einen farbenfrohen Anstrich erhalten. Turnplatz und Turnhalle sind ausreichend und in gutem Zustande.
b. Lehr- und Lernmittel: Für das Kartenzimmer wurde eine neue und praktische Einrichtung beschafft, die die übersichtliche Aufstellung der Karten in Stützen an den Wänden ermöglicht; die Karten- und Bildersammlung wurde vermehrt. Durch das Entgegenkommen der Firma E. Leitz, Optische Werke, hier war es möglich, einen guten Epidiaskop-Apparat zum halben Preise zu erwerben, wozu Schirm mit Aufzug und Verdunklungsvorrichtung beschafft wurden. Eine Lichtbildersammlung wurde mit 170 Bildern zur Kunstgeschichte und 360 Bildern zur Erdkunde begründet. Für den Zeichenunterricht im Freien wurden 40 Feldstühle, für den Klassenunterricht 6 große Wandtafeln aus Schiefer und 10 Schaukästen beschafft. Auch eine Rundfunkanlage, die in das Physikzimmer und in die Aula führt, wurde angelegt, die Apparate dazu teils gekauft, teils von dem Physiklehrer selbst gebaut. Diese Ver- besserungen waren nur dadurch möglich, daß das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung einen größeren Betrag zu Anschaffungen in dankenswertester Weise bewilligte.
6. Chronik der Anstalt.
Das Schuljahr begann am 30. April 1924. Am 24. Mai beteiligten sich sämtliche Schüler an den Einweihungsfeierlichkeiten der Kampfbahn auf der Spilburg. Am 28. Mai wurde der 1. Teil des Nibelungenfilms besucht. Die Pfingstferien dauerten vom 6.— 17. Juni; während der- selben besuchten die Schüler der O III mit Studienrat Kauer am 13, und 14. Juni die Edertalsperre und Schloß Waldeck. Am 27. Juni wurden von den Klassen IV-— I die Haas-Berkow-Spiele besucht, die den„Totentanz“ aufführten. Am 2. Juli fanden die Tagesausflüge aller Klassen


