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nach Punkten der näheren und weiteren Umgebung statt. Am 10. Juli wurde wegen des land- wirtschaftlichen Festes im nahen Finsterlohwalde der Unterricht vorzeitig geschlossen, am 14. Juli der 2. Teil des Nibelungenfilms besucht. Vom 18. Juli— 19. August dauerten die Sommerferien; während derselben unternahmen die Schüler der O II unter Führung von Studienrat Dr. Wenzel eine mehrtägige Wanderung, um die Schönheiten des hessischen Berg- und Hügellandes kennen zu lernen. Sie führte am 11. August von Herzhausen am Westende des Edersees über Burg Waldeck zur Staumauer, wo die Art der Anlage, ihr Zweck und ihre Wirkung auf die Landschaft gezeigt wurde. Am 2. Tage ging die Wanderung über Reinhardshausen nach Bad Wildungen, die Bahnfahrt bis nach Cassel, dem der 3. und 4. Tag gewidmet wurde. Besichtigt wurden Altstadt, Neustadt, Franzosenstadt, Aue, besonders eingehend die Bildergalerie und Wilhelmshöhe. Nach kurzer Bahnfahrt ging es dann am 5. Tage nach Velmeden, von da über den waldreichen hohen Meisner nach Abterode, am nächsten Tage durch das Höllental nach der Werra. Bad Soden mit seinen Gradierwerken und Allendorf mit seinen altertümlichen Fachwerkhäusern wurden besichtigt. Auf dem Wege zum Hanstein, einer der größten Burgruinen Deutschlands an der Grenze des Eichsfelds, gewährte die Teufelskanzel einen schönen Rundblick auf den Meisner und die Werraschleife. Auf der noch unvollendeten Jugendburg Ludwigstein wurde die letzte Nacht verbracht, dann nach Witzenhausen marschiert, nach Münden gefahren, wo Stadt, Tillyschanze und die Vereinigung der Fulda und Werra zur Weser besichtigt wurden. Von hier aus erfolgte die Heimfahrt am 16. August. Am 19. August wurde die Verfassungsfeier nachgeholt, die Fest- rede hielt Studienrat Dr. Schneider. Am 19. September besuchten die Primaner mit dem Direktor die Stadt Frankfurt, wo am Vormittage das Goethehaus, die Paulskirche, der Römer, der Dom eingehend besichtigt wurden, der Nachmittag wurde im zoologischen Garten zugebracht. Am 25. September wurde in 2 Abteilungen nach nahe gelegenen Höhen marschiert, um die Vorbeifahrt des größten deutschen Luftschiffes Z. L. 126 zu erwarten. Als es gegen 2 Uhr von Frankfurt her sichtbar wurde, wurde es mit lautem Jubel begrüßt und in seinem Fluge verfolgt, bis es über Marburg den Blicken entschwand. Am 2. Oktober fanden die Reichsjugendwettkämpfe auf dem Turnplatz für das Gymnasium statt, wobei zum ersten Male das neugegründete Trommler- und Pfeiferkorps mitwirkte. Vom 3.— 14. Oktober dauerten die Herbstferien. Am 30. Oktober wurden Klassengebände, Aula und Turnhalle mit allen Nebenanlagen von Kreisarzt Medizinalrat Dr. Schulte besichtigt. Am 8. November starb Gymnasiallehrer a. D. Ludwig Cloos; am Be- gräbnisse beteiligten sich die Klassen U IIl— I und sämtliche Lehrer. Am Totensonntage wurden wie im Vorjahre an dem Denkmal der gefallenen Lehrer und Schüler auf dem Schulhofe von den Vertretern der O Il und I Kränze niedergelegt, womit eine würdige Feier verbunden war. Am 23. Dezember wurde die übliche Weihnachtsfeier in der Aula bei brennendem Christbaume begangen. Vom 23. 12. 24. bis 8. 1. 25. dauerten dann die Weihnachtsferien. Am 15. Januar besichtigten die Klassen O III— I die Ausstellung„Der Rhein“. Am 19. Januar sprach Studienrat Dr. Spohr aus Cassel in der Aula vor allen Klassen über die Ziele des Vereins für das Deutsch- tum im Ausland. Am 30. Januar besuchte Geh. Regierungs- und Oberschulrat Dr. Heil die Anstalt und wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen bei. Am 2. Februar trat Stud.-Assessor Seith als Vertreter von Studienrat Bickelmann seinen Dienst an. Am 12. Februar besuchten etwa 90 Schüler aus III= I den Vortrag des Physikers Dr. Stadthagen aus Berlin über höchste und niedrigste Temperaturen. Am 16. Februar sprach Rechtsanwalt Dr. Berg aus Neustrelitz in der Aula vor den Schülern über religiös-sittliche Fragen. Am 24. Februar fand die Aufnahmeprüfung für die 60 Schüler statt, die für VI angemeldet waren. Sie wurde zum ersten Male nach den neuen Vorschriften durch Lehrer des Gymnasiums und der Volksschule vorgenommen. Am


