Jahrgang 
1906
Einzelbild herunterladen

21

Am. 9 Mai begingen wir den hundertjährigen Todestag Schillers als einen Tag dankbarer Erinnerung an Deutschlands großen Dichter durch eine Gedenkfeier mit Gesang, einer Ansprache des Professors Dr. Gloëél und mit Schülervorträgen.(Taucher; Teilung der Erde; Mit dem Pfeil, dem Bogen; Macht des Gesanges; Graf von Habsburg; Worte des Glaubens; Epilog zu Schillers Glocke; Chor aus der Braut von Messina). Zum Schlusse der Feier kamen Festschriften zur Verteilung, welche der Herr Minister zur Verfügung gestellt hatte: Kühnemann, Schiller; Müller, Schiller, Intimes aus seinem Leben; Lienhard, Schiller; Schillerbuch der deutschen Dichter-Ge- dächtnis-Stiftung; Oswald, Schillerbrevier; Streicher, Schillers Flucht; einundzwanzig Exemplare der Schrift von OttoWarum feiern wir Schillers Todestag?. An einer abends zuvor von dem deutschen Sprachverein veranstalteten Schillerfeier hatten ebenfalls Zöglinge des Gymnasiums durch Vorträge mitgewirkt.

Vom 18. bis 27. Mai mußte der Lehrer Cloos, am 290. Mai der Oberlehrer Dr. Wenzel wegen Krankheit den Unterricht aussetzen.

Am 9. Juni nach dem Vormittagsunterricht begannen die Pfingstferien; sie dauerten bis zum 19. Juni einschließlich.

Vom 20. Juni ab war der Oberlehrer Dr. Hippenstiel zur Wiederherstellung seiner Ge- sundheit für den Rest des Sommerhalbjahres beurlaubt. Zu seiner Vertretung wurde der Kandidat Oskar Rübmann vom pädagogischen Seminar zu Coblenz der hiesigen Anstalt überwiesen.

Am 29. und 30. Juni, Ssowie am 3. und 4. Juli wurde wegen großer Hitze der auf den Nachmittag fallende Unterricht(hauptsächlich im Schreiben, Singen, Turnen) ausgesetzt.

Vom 24. bis 26. Juli war der Professor Dr. Gloél an der Ausübung seines Dienstes durch Unwohlsein verhindert. Vom 1. bis 9. August hatte der Oberlehrer Brass Urlaub zur Her- stellung seiner Gesundheit.

Am 3. und 4. August fielen der Hitze wegen einige Nachmittagsstunden aus.

Am 9. August, dem letzten Tage des Sommerhalbjahres, wurde der Oberlehrer Bohle, der zum Oberlehrer an dem Gymnasium in Barmen berufen worden war, aus der hiesigen An- stalt entlassen, an der er zwei Jahre lang gewirkt hatte. Das Winterhalbjahr begann am 14. Sept.

Vom 19. bis 21. September mußte der Oberlehrer Dr. Wenzel den Unterricht wegen Er- krankung unterbrechen.

Am 22. September gestattete das liebenswürdige Entgegenkommen der Verwaltung der Buderus'schen Eisenwerke der Untersekunda unter Führung des Klassenlehrers die Besichtigung der großartigen Anlagen der Sophienhütte. Herr Direktor Jantzen erläuterte zunächst in dankens- wertester Weise an einem großen Modell eine Hochofenanlage und wies dabei schon auf die mannigfache Verwendung der Nebenprodukte hin. Die weitere Führung und eingehende Erklär- ung übernahmen darauf die betreffenden Herren Betriebsführer. So lernte die Klasse das Hoch- ofenwerk selbst, die Röhrengießerei, die große Modellschreinerei und namentlich auch die ver schiedenen riesigen Dampfmaschinen und Gasmotoren, zuletzt auch noch die Strohseilspinnerei kennen.

Am 27. September machten die Sekunden unter der Leitung der Klassenlehrer Ausflüge, und zwar die Obersekunda nach Homburg v. d. H. und auf die Saalburg, die Untersekunda nach Herborn und Dillenburg.