Abiturienten will keiner ſtudieren. Die Schüler mit der mittleren Reife ſind zum größten Teil durch Vermittlung der Anſtalt in hieſigen Betrieben untergekommen; einige gehen in praktiſche Berufe als Handwerkslehrlinge. Junge Leute, die eine techniſche Mittelſchule beſuchen wollen, ſollten ſich vor der Wahl der Ausbildungs⸗ ſtätten und der Einſtellung zu praktiſcher Arbeit von den betreffenden Schulen beraten laſſen, damit ſie nicht Fehler machen, die in der Schulzeit nicht wieder gut gemacht werden können.
Die Merkblätter der Deutſchen Zentralſtelle für Berufsberatung Berlin SW 48, Wilhelmſtr. 29 bringen kurz und bündig das Weſentliche, was man über die einzelnen Berufe wiſſen muß. Es ſind erſchienen etwa 80 Merkblätter.
Darunter: Der Volksſchullehrer. Von Akademiedirektor Prof. Dr. Weddel Der Studienrat. Von Geh. Reg. Rat Rommel, Stettin. Der Muſiklehrer der höheren Schule. Von Dr. Münnich Der evangeliſche Theologe. Von Prof. Dr. Mahling Der Turn- und Sportlehrer. Dr. Sippel Der Diplom-Handelslehrer. Dr. Nickliſch u. ſ. w.
In ſeinem Erlaß vom 22. 1. 1929 betreffend Aufnahme in die Päda⸗ gogiſchen Akademien hat der Herr Miniſter auf das Merkblatt von Weddel em— pfehlend hingewieſen. Die in dem Erlaß gegebenen Beſtimmungen finden ſich dort abgedruckt.
Sexueller Jugendſchutz.
Auch die höhere Schule hat ſich in den letzten Jahren eingehender mit der Frage befaßt, wie die ſexuelle Jugendſchutzarbeit in die Geſamterziehung richtig eingebaut werden könne. Von den angegebenen Richtlinien und Mitteln ſcheinen folgende allgemein beachtenswert:
„In jede Lehrerbücherei gehört einiges von dem Beſten, was Arzte, Seel⸗
ſorger und Pädagogen zu dieſer Frage darbieten. Dieſes Büchermaterial
müßte auch dem Elternbeirat zugänglich gemacht werden. So wünſchens⸗ wert ein Aufſchub der ſexuellen Belehrung im allgemeinen erſcheint, ſo muß doch klar betont werden, daß eine zu frühe Aufklärung geradezu gefährlicher iſt, als eine auch nur um halbe Stunde zu ſpät erfolgte. Der junge Menſch darf das Sexuelle nicht bloß als Verbotenes anſehen, ſondern mit wachſen⸗ dem Alter muß er die große Aufgabe des Geſchlechtstriebes für die Per⸗ ſönlichkeit und Gemeinſchaft, für Jetzt und Zukunft, erfaſſen lernen. Stark religiöſe Kräfte müſſen nicht nur peripher, ſondern im Mittelpunkt der Arbeit ſtehen. Falſch wäre es, die natürlichen Mittel ganz auszuſchalten(Körper⸗ kultur, Wecken des äſthetiſchen Verſtändniſſes, Sinn für die kleinen Freuden des Lebens, echte Freundſchaft u. ſ. w.)“
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