Mitteilungen aus dem Schülerleben.
Wer den hohen Wert des Gemeinſchaftslebens in richtig geleiteten Schüler⸗ heimen kennt, wer beobachten konnte, wie ſich die jungen Menſchen in gegenſeitiger Anpaſſung und Einfühlung abſchliffen, wer an den Freuden gemeinſamer Feſte im eigenen Heim teilhaben durfte, der wird verſtehen, daß der Pädagoge das Fehlen einer ſolchen Einrichtung als Mangel empfindet. And gerade unſere Aufbau⸗ ſchulen bedürfen dieſer Ergänzung der Familienerziehung mehr als andere höhere Lehranſtalten. Die Schüler kommen aus verſchiedenen Kreiſen, und nicht alle haben daheim eine Stätte, wo ſie ſich zu ruhiger Arbeit ſammeln können, nicht alle können im Elternhauſe die Luft atmen, die zur Entfaltung einer höheren Welt⸗ und Lebensauffaſſung nötig iſt. Die äußere Not des Elternhauſes hat ſchon man⸗ chem braven, ſtrebſamen Burſchen die Lernarbeit verleidet, und der Kummer der ſchwer beſorgten Mutter geht oftmals bis in die Klaſſe nach. Wir haben Schüler, die jeden Morgen um 4 ½ Ahr aufſtehen, dann 1 Stunde zur Bahn gehen und weiter 2 Stunden bis zum Schulort fahren müſſen. Sicher iſt der eine oder an⸗ dere dieſer Jungen nach der erſten Stunde erſchöpft; andere aber leiſten dabei Hervorragendes. Einer unſerer Abiturienten hat 6 Jahre lang jeden Morgen die Fahrt von 2 Stunden, dann einen Weg von 45 Minuten mit einem lahmen Fuß gemacht und die Prüfung mit einem durchweg ſehr guten Zeugnis, die Turn⸗ prüfung mit ſehr gut beſtanden.
Hier muß Wandel geſchaffen werden! Zur Außbauſchule gehört ein Schülerheim!
Wenn man trotzdem von einem Zuſammenleben unſerer Schüler ſprechen kann, ſo liegt das lediglich daran, daß Sport und Spiel ſie einander näher ge⸗ bracht haben.
Schlilerſelbſtverwaltung
Die Vertrauensleute der einzelnen Klaſſen, die von den Schülern gewählt und vom Klaſſenleiter beſtätigt ſind, wenden ſich mit beſonderen Anliegen an die Lehrer. Anter der Oberleitung eines Lehrers verwalten einige Schüler das Karten⸗ zimmer und die Schülerbücherei. Auch ſind Schüler der oberen Klaſſen bei der Durchführung der Hausordnung beteiligt.
Beruſsberatung.
Die Berufsberatung an unſerer Anſtalt liegt in der Hand des Direktors, der ehrenamtlich auch in der Berufsberatung des Kreiſes Wetzlar tätig iſt. Nach mei⸗ nen Erfahrungen iſt der Volksſchüler ein dankbareres Objekt für dieſe Tätigkeit als der höhere Schüler. Dieſer zeigt infolge der abſtrakteren Geiſtesrichtung
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