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Der Schulgeldsatz betrug für einheimische Schülerinnen 200 RM., für Auswärtige 250 KM. 17 Schülerinnen konnten ganze, 22 Schülerinnen halbe Freistellen erhalten.
Eine sehr umfangreiche Hilfsbücherei konnte allen an sie gestellten Ansprüchen entsprechen.
Berufsberatung wurde seitens der Oberin der Frauenschule den Schülerinnen der oberen Klassen fortlaufend zu teil.
Ein Elternbeirat besteht nicht.
Die Frauenschule ist zweijährig und nach der Form B 2 des Erlasses vom 31. 12. 1917 eingerichtet.
Zur Lotteschule ist„in nähere Beziehung gesetzt“(im Sinne des Min. Erl. UIl 17 143 UIIID vom 15. 7. 1914) die städtische Höhere Mädchenschule in Weilburg.
Aus der Chronik der Schule.
Im erfreulichsten Gegensatz zum vorigen Schuljahre war der Gesundheitszustand des Kollegiums ausgezeichnet. Es sind nur ganz vereinzelte und kurze Versäumnisse vorge- kommen. Leider mußte allerdings die Schule vom 18. Februar bis zum 2. März wegen völ- ligen Mangels an Heizstoffen geschlossen werden.
Größere Ausflüge machten die Untersekunda am 21. und 22. August nach Wies- baden—- Rüdesheim- Bacharach— Marksburg, die Oll an denselben Tagen nach Bonn und dem Siebengebirge, die FS. am 21.—23. August nach Moselkern—Burg Eltz— Trier—- Ander- nach— Braubach. Zu der Pfingsttagung des V. D. A. nach Gmunden fuhr bereits zum vierten Male Herr Dr. Lomb mit einer Gruppe von 16 Mädels. Am 2. 9. veranstaltete unsere Jugendgruppe des V. D. A., ebenfalls bereits nach mehrjähriger Überlieferung, zusammen mit der Schülergruppe des hiesigen Goethegymnasiums, einen sehr gelungenen Werbeabend.
Die oberen Klassen besuchten folgende Schüleraufführungen des Stadttheaters in Gießen: am 10. 11. Richard III., am 8. 12. Don Carlos und am 16. 2. Nathan den Weisen.
Wie in den früheren Jahren, so veranstaltete die Schule auch in diesem wieder eine Schülerinnenaufführung, und zwar mit durchschlagendem Erfolg. Die Schülerinnen der Quarta hatten nach einem englischen Lesestück ein„Drama“ Snow-White gedichtet und führten das auf— zehn Mädels aus der Sexta spielten Haydns Kindersymphonie— und einige Schüle- rinnen der Untersekunda und Obertertia ließen— hier in der Goethestadt— Goethes Laune des Verliebten zu neuem Leben erstehn.
Auch die Bescherung für arme Kinder wurde am 20. Dezember mit der alten Be- geisterung und gleichem Segen wieder veranstaltet. 55 Kinder konnten mit Wäsche und Kleid ganz ausgestattet werden, die meisten erhielten auch sonst noch einige Kleidungsstücke und alle noch ein Knusperpäckchen und Spielzeug.
Am 16. und 17. März wurde eine Ausstellung der Arbeiten aus dem Zeichen-, Werk-, Nadelarbeits-, Koch- und Backunterricht veranstaltet, die außerordentlich stark besucht war. Am Tage vorher hatten die Schülerinnen der UÜIl und der FS. den Eltern ihre im Laufe des Jahres angefertigten Kleider vorgeführt.
Unser Dezernent, Herr Oberschulrat Dr. Becker, hörte am 6. 12. dem Unterricht in einigen Klassen zu.


