Jahrgang 
1927
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jedes Kind wurde mindestens einmal schularztlich untersucht, zahlreiche Kinder mehrmals. Der Cesundheitszustand war gut bis Weihnachten. Im letzten Viertfeljahre er- krankten verhältnismâßig viele Schülerinnen an Crippe. Einer schweren Crippelungenent- zündung erlag am 10. März d. J. zu unser aller Leide eine sehr liebe Schülerin, Annemarie Kühn in IVb, die hoffnungsvolle Tochter unseres Bürgermeisters.

Der Schulgeldsatz befrug für einheimische Schülerinnen 200 RM., für Auswärfige 250 RM.

24 Schülerinnen konnten ganze, 13 Schülerinnen halbe Freistellen erhalten. Soweit die Mittel, die nach den gesetzlichen Bestimmungen hierfür zur Verfügung stehn, über- schriften wurden, sind sie durch private Wohltatigkeit aufgebracht.

Eine sehr umfangreiche Pilfsbücherei konnte allen an sie gestellten Ansprüchen entsprechen.

Berufsberatung wurde seitens der Oberin der Frauenschule den Schülerinnen der oberen Kassen forflaufend zu teil.

Ein Elfernbeirat wurde nicht wieder gewahlt.

Die Frauenschule ist zweijährig und nach der Form B 2 des Erlasses vom 31. 12. 1917 eingerichtet. Ihr kommt es zustatten, daß mit Beginn des Schuljahres der städtische Kindergarten im Kinderheim der Verwaltung der Lotteschule unterstellt wurde. In ihm arbeiten außer der jugendleiterin z. Z. noch zwei Kindergärftnerinnen. Er wird von 50 60 Kindern besucht.

Zur Lotteschule istin nähere Beziehung gesetzt dCm Sinne des Min. Erl. UII 17 143 U III D vom 15. 7. 1914) die städtische Hohere Mâdchenschule in Weilburg.

Aus der Chronik der Schule.

Am 15., 16. und 17. Juni unternahm die Frauenschule unter Führung ihrer Oberin eine Rheinfahrf, die in einem Besuche der Cesolei ihren Hôhepunkt fand.

Herr Geheimer Regierungsrat Oberschulrat Ewerding besuchfe die Schule am 1., 2. und 5. Juli.

Die Schülerinnengruppe des V. D. A. zeigte mancherlei Leben: Zu der Pfingst- tagung in Hirschberg fuhren mit fHlerrn Dr. Lomb 12 Mädels. Am 10. 7. veranstaltete sie zusammen mitf der Schülergruppe des Gymnasiums ein nun schon traditionell gewordenes Sommerfest. An einem Werbeabend südtiroler Studenten am 27. 1 und einem Vortfrage des Herrn Studienrates Zetsche vom Landesverband Kassel am 1. 2. über das Auslands- deutschtum in der Ischechoslowakei beteiligte sie sich geschlossen und mit lebhaftester Anteilnahme. Ihre fleißige Sammelarbeif brachte etwa 000 RM. ein.

Am 16. Juli veranstalteten wir eine Feier zu Ehren unserer Schulpatronin, da wir von Zeit zu Zeit alle drei jJahre unsern Mädels zum Bewußtsein bringen möchten, warum ihre Schule dieLoffteschule heißt. Fräulein Ehringer hielt die Fesftrede. In diesen Stimmungskreis gehört die Aufführung eines reizenden SpielesFrau XAja von Hedwig Bleuler-Waser, das die F.-S. für eins ihrer Feste eingeübt hafte und dann am 27. Oktober noch einmal für die ganze Schule spielte.