Jahresbericht. I. Geſchichtliches.
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In dem verfloſſenen Schuljahre, welches am 4. April 1853 wie gewöhnlich mit Einführung der neu aufge⸗ nommenen Schüler in ihre Klaſſen und mit Verleſung der Geſetze begonnen und in welchem der frühere Lections⸗ plan beibehalten wurde nur mit der Veränderung, daß in Prima und Secunda für Phyſtk je 2 Stunden wöchentlich ſtatt 1 und für Mathematik je 3 ſtatt 4 angeſetzt wurden und daß Herr Profeſſor Dr. Schwanitz, um für das Franzöſiſche in Tertia zwei Abtheilungen zu ermöglichen, freiwillig eine Stunde wöchentlich mehr übernahm, hat das Karl Friedrichs⸗Gymnaſium manches Erfreuliche erlebt, aber auch mit dem geſammten Groß⸗ herzogthume die Trauer um einen theuren und hochverehrten Landesfürſten getheilt.
Am 15. Juni hielt das Gymnaſium, nachdem Lehrer und Schüler der kirchlichen Feier beigewohnt hatten, einen Aktus, um in ſeiner Weiſe das fünfundzwanzigjährige Regierungs-Jubiläum Sr. Königlichen Hoheit, des Großherzogs Karl Friedrich zu feiern. Der Direkeor hielt die Feſtrede*). Darauf recitirte der Primaner von Bielke das erſte Staſimon aus Soph. Antig. 332— 375, der Primaner Wex Horat. Od. III., 4, der Secundaner Liebe einen eigenen metriſchen Verſuch in lateiniſcher Sprache; andere Schüler deklamirten franzöſiſche und deutſche Gedichte. Am Abende war das Schulgebäude glänzend illuminirt.
Auf die Freude folgte bald die Trauer. Am 8. Juli ſtarb der gütige Fürſt. Der Direktor wohnte am 12. der feierlichen Beiſetzung in Weimar bei.
Am 9. Zuli leiſteten ſämmtliche ordentliche Lehrer vor dem hieſigen Großherzoglichen Bezirks⸗Direktor den Eid zum Gehorſam gegen den neuen Landesherrn, Se. Königliche Hoheit, Großherzog Karl Alexander.
Am 24. und 25. Juni beſuchte Herr Geheimer Staatsrath Dr. von Wydenbrugk einige Lectionen in Prima und Secunda.
Am 1. und 2. Juni, ſowie am 9. und 10. November fand die Beicht- und Abendmahlsfeier Statt. Die Herren Profeſſoren Dr. Weißenborn und Dr. Rein hielten die Vorbereitungsrede im Gymnaſium.
Am 28. und 29. September wurde das Michaelis⸗Examen abgehalten und am 30. erfolgte die Cenſur⸗ vertheilung.
Am 33. November wurde in Gegenwart der ordentlichen Lehrer von den drei oberen Klaſſen die Elmpt'ſche Gedächtnißfeier begangen. Der Primaner Brannau hielt der Stiftung gemäß die deutſche Rede.
Der Schluß des Jahres 1853 brachte eine höchſt erfreuliche Mittheilung. Durch Miniſterialreſcript vom 24. December wurde die Direktion benachrichtigt, daß mit gnädigſter Genehmigung Sr. Königlichen Hoheit, des Großherzogs, den Profeſſoren Dr. Witzſchel, Dr. Schwanitz und Dr. Wittich für das verfloſſene Jahr eine ein⸗ malige Remuneration von je 33 thlr. 10 ſgr. ausgezahlt werden und vom 1. Januar 1854 an Profeſſor Witzſchel 500 thlr., Profeſſor Schwanitz 475 thlr., endlich Profeſſor Wittich 455 thlr. Gehalt erhalten ſollen.
Am 13. Februar 1854 feierte Herr Profeſſor Dr. Weißenborn unter ehrender Anerkennung der Hohen Staatsbehörde, unter großer Theilnahme der Stadt und erfreuenden Beweiſen treuer Anhänglichkeit der früheren Schüler ſein fünfundzwanzigjähriges Amtsjubiläum. Das Lehrercollegium überreichte ihm eine von dem Direktor verfaßte lateiniſche Abhandlung, die Schüler der Prima und Secunda eine von dem Primaner Karl von Bielke gefertigte lateiniſche Ode. Am Abende brachten dem verehrten Lehrer ſämmtliche Schüler ein Fackelſtändchen.
Zur Vorbereitung auf die dreihundertjährige Todes⸗ und Gedächtnißfeier des evangeliſchen Glaubenshelden Johann Friedrich, die in allen Kirchen des Landes am 5. März begangen wurde, benutzten die Lehrer der Ge⸗ ſchichte in der Woche vor dieſer Feier die geſchichtlichen Lectionen dazu, die Schüler auf die Bedeutung des Tages hinzuweiſen. Der kirchlichen Feier wohnten alle Lehrer mit dem ganzen Cötus bei.
) Sie iſt abgedruckt in den Erinnerungsblättern an das fünfundzwanzigjährige Regierungsjubiläum Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs Karl Friedrich ꝛc. S. 49 57. 3 5 d
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