Jahrgang 
1854
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Unmittelbar darauf folgt die zweite Approbation durch eine abermalige Kirchen⸗ und Schulviſitation s): Et nos visitatores hanc constitutionem Scholae Isennacensis approbamus, id quod nostris subserip- tionibus testamur. Actum Isennaci 5. Febr. anno Domini 1570.

Friedrich von Wangenheim der mittler. lohannes Wigandus D. M. Bartholomaeus Rosinus.

Hieran ſchließt ſichAppendix ordinis scholastici addita a M. Friderico ²) von Blatt 294, b bis Bl. 297. Dieſe Zuſätze betreffen mehr die Methode des Unterrichtes als Erweiterungen des Lectionsplanes. Neu iſt darin die Anordnung, daß von dem muſikaliſchen Unterrichte einige Stunden wöchentlich weggenommen und auf Arithmetik für die erſten drei Klaſſen verwendet werden. Der Cantor ertheilt dieſen Unterricht. Auch werden für Prima wöchentlich einige Stunden feſtgeſetzt, wo die Schülerin schola privatas disputationes habent, ubi alter alteri et horam et lectionem indicit, quando et quid respondere debeat. Zugegen iſt nicht ein Lehrer, ſondern ein Primaner als arbiter seu praeses, der auf die vorkommenden Fehler achten muß. Der

Zweck war Repetition der Lectionen und einige Fertigkeit im Sprechen; auch ſollten dieſe Uebungen eine Vor⸗ bereitung für den Unterricht in der Dialektik ſein.

Mit dieſen im Ganzen nicht bedeutenden Zuſätzen vermehrt fand dieſe Schulordnung zum dritten Male Be⸗ ſtättgung. Wann dieſe erfolgt ſei, iſt nicht bemerkt, doch ergibt ſich die Zeit aus den Unterſchriften. Blatt 297 heißt es:

Ego Fridericus Widebramus D., Ecclesiae Wittenbergensis Pastor, approbo hunc ordinem Scholasticum

Ludi litterarii Isennacensis, quo et alii ante me hoc loco profuerunt discentibus et quo ipse iam olim usus fni. Iohan: Stosselius D. Maximilianus Mörlin D. Pastor Cobhurg. S. Martinus Mirus M. Lucas Thangell. Wolff von Eichenberg. Mauritius a Heldrit.

terris constituti fuerunt: D. Nicolaus ab Ambsdorff. D. Erhardus Snepfius, M. Iohannes Lutherus et M. lohannes Stolsius, ecclesiastes aulicus. Finita fuit haec visitatio anno subsequenti MDLV.

Darnach auch Paullini hist. Isen. p. 158. Johannes Luther, der älteſte Sohn des Reformator, war nach Müller S. 134Secretarius Johann Friedrichs des Mittleren.

*) Müller S. 156 unter dem 31. Auguſt 1570. Genauer Rebhan p. 516 unter dem Jahre 1569: Dn. Iohanne Wilhelmo instituta tum in his terris fuit visitatio lohanni Friderico Coelestino, SS. Theologiae Professoribus in Academia lenensi, M. Bartholomaeo Rosino, Superin- tendenti Vinariensi, et M. Christophoro Irenaeo, concionatori aulico, quibus ex nobilitate adiunctus fuit Fridericus a Wangenheim, senior. Isenacum venerunt anno MDLXX. divertentes in hospitio, quod stellam auream insigne habet Octiduum integrum hie perstiterunt. Siehe auch Paullini p. 210 unter dem Jahre 1569.

*) Das heißt von M. Friedrich Widebram, des Andreas Bostius Nachfolger. S. Rebhan p. 328. Er war am 4. Juli 1532 zu Pößneck geboren, war alſo Landsmann des Barth. Roſinus, unter dieſem und ging 1549 nach Jena auf das Paedagogium provinciale, woraus im Jahre 1558 die eigentliche Akade⸗ mie oder Univerſität hervorging. S. Paullini p. 174. Dann wurde er in Wittenberg am 22. Mai 1552 inſcribirt. S. Förſtemann p. 277. Er wurde 1555 Magiſter, dann Rector der Schule zu Zerbſt, von 1559 bis 1561 leitete er

die Eiſenacher Schule, ging dann als Professor philosophiae nach Jena(Paullinip. 180), 1569 in gleicher Eigen⸗

ſchaft nach Wittenberg und wurde im folgenden Jahre Doctor theologiae und Superintendent daſelbſt. In die kryptocal⸗ viniſtiſchen Streitigkeiten verwickelt erlitt er 1574 Gefängnißſtrafe und lebte hierauf drei Jahre in Naumburg in einer

Art von Gefangenſchaft. Später wurde er wieder zu geiſtlichen Aemtern berufen zu Dietz im Naſſauiſchen, in Bremen und

in der Grafſchaft Solms(zu Münzenberg), endlich 1584 erhielt er einen Ruf an die Univerſität zu Heidelberg, wo er im

folgenden Jahre ſtarb. Das lateiniſche Programm zu ſeiner feierlichen Beſtattung vom Rector der Univerſität, Graf Eber⸗

hard von Solms, am 3. Mai 1585 bekannt gemacht, ſiehe bei Paullini 215.

A Duce Saxoniae ecclesiastica commendata D. Iohanni Wigando, D.

Paullinip. 183. beſuchte die Eiſenacher Schule