Jahrgang 
1854
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7 kannt habe, möchte man bezweifeln. Denn in dem ſchon angeführten Programme: docendi ratio in schola Isenac. ante nostra tempora usurpata etc. c. 2. ſagt er: Etsi a. MDXLIIII. quarta classis accessit, non plus tamen de prioribus institutis mutatum fuit quam quod medius coetus, quem unus hypodidascalus rexe- rat, in duos distractus duos praefectos accepit, conrectorem et hypodidascalum. Exstat publica de re Scholastica constitutio a. MDLXXIII. ab iis conscripta et promulgata, quos Augustus, Saxoniae dux et elec- tor, ad Vinariensis et Coburgensis tractus scholas lustrandas miserat etc. Ganz das Gegentheil ſagt Schu⸗ macher in ſeinen Merkwürdigkeiten der Stadt Eiſenach und ihres Bezirkes(Eiſenach 1777) S. 80:Darzu (nämlich daß die Eiſenachiſche Schule immer mehr in Aufnahme kam) hat ohne Zweifel die ſchöne Schulordnung viel beigetragen, die 1551 von dem Rector, Andreas Boktius, aufgeſetzt, von den Kirchen⸗ und Schulviſitatoren 1555 gebilligt und ſelbſt bei der 1573 verfaßten Sächſiſchen Schulordnung zum Grunde gelegt worden iſt; nach⸗ dem ſie M. Johann Wiedebram, der hier 1558 Rector, nachher zu Jena Profeſſor und endlich zu Wittenberg Paſtor und Superintendent wurde, durch neue Zuſätze vermehret und verbeſſert hatte. Nach den Quellen, die mir zu Gebote ſtehen, muß ich dem Letzteren beiſtimmen. Zwar nennt Heuſinger ſeinen Gewährsmann, allein ich muß glauben, daß dieſe Nachricht auf einer Ungenauigkeit beruht, und eben dieſer Umſtand überzeugt mich, daß der gründliche Heuſinger die Eiſenachiſche Schulordnung nicht gekannt hat. Es läßt ſich nämlich der Beweis führen, daß die von Kurfürſt Auguſt, dem Vormunde der beiden Söhne Johann Wilhelms, abgeſendeten Viſita toren nicht eine neue Schulordnung in Eiſenach einführten, ſondern die des Andreas Boktius beſtätigten. Daß aber die von Heuſinger bezeichnete dieſe alte Eiſenachiſche geweſen ſei, ſieht man aus der Uebereinſtimmung deſſen, was er mittheilt, mit dieſer. Welche Sächſiſche Schulordnung vom Jahre 1573 Schumacher meine, kann ich bei dem Mangel hinreichender literariſcher Hülfsmittel nicht beſtimmen. In Raumer's Geſchichte der Pädagogik Th. I. S. 286 finde ich nur die bekannte, unter Kurfürſt Auguſt im Jahre 1580 erſchienene, erwähnt.

Die ſchon öfter genannte Schulordnung des Andreas Boktius nun iſt in einer ſehr guten Abſchrift noch vorhanden in dem ſogenanntenRothen Buche, welches dem Archive des hieſigen Stadtrathes angehört und deſſen Benutzung ich der Güte des Herrn Ober⸗Bürgermeiſter Roeſe verdanke. Dieſes Buch enthält diePri- vilegia vnd Innungen der Stadt Eyſſenach und merkwürdiger Weiſe von Blatt 270 bis Blatt 297 jene Schul⸗ ordnung in lateiniſcher Sprache ganz vollſtändig. Die Ueberſchrift iſt: Ludus literarius Isennacensis quomodo administretur. Anno MDIL.V. XX. Januarii. Das Ganze zerfällt in zwei Theile: de cura provehendi stu- dia puerilia und de cura gubernandi mores pueriles. Dieſer zweite Theil hat wieder vier Unterabtheilungen: leges disciplinae scholasticae; de poenis violatarum legum; de tribus signis seu notis disciplinae schola- sticae; custodum officia Am Schluſſe folgt die Unterſchrift: Andreas Boëtius Ludimoderator. Warum dieſe Schulordnung 1555 niedergeſchrieben ſei, liegt am Tage. Sie mußte den Männern, die mit der Kirchen- und Schulviſitation beauftragt worden waren, vorgelegt werden. Sie erhielt Genehmigung. Blatt 294 heißt es:

D. visitatores probant ordinem et distributionem lectionum ac diligentiam praeceptorum scholae Isen- nacensis, Poenas autem, quod coram monuerunt, patrias esse volunt et non crebras aut carnificinas pue- rorum.

Nicolaus Amsdorffius subscripsit. Erhartus Schnepff D. 1555. lohannes Stolsius subscripsit. Vinariae. lohannes Lutherus subscripsit 7).

*) Müller Annales des Chur⸗ und Fürſtlichen Hauſes Sachſen S. 124 berichtet unter dem 17. Juni 1554: Sonntags nach Viti ordneten die drei Gebrüdere zu Sachſen Weimar, Johann Friedrich der Mittlere, Johann Wilhelm und Johann Friedrich der Jüngere, in Ihren geſammten Landen eine Kirchen⸗Viſitation an und deputirten zu Commiſſarien, 1) Biſchoff Niclaſſen von Amsdorff, 2) D. Erhard Schnepffen, Prof. theol. zu Jehna, 3) Iustum Menium, 4) M. Johann Stoltzen, Hofpredigern, 5) Ditzen von Brandenſtein, und 6) Chriſtian Brükken, der Rechte Doctor. Rebhan p 222: IIlo ipso anno MDLIIII. post homagium illustrissimis Saxoniae Ducibus fratribusque, Iohanni Friderico II. lohanni Wilhelmo et lohanni Friderico III. praestitum habitaque comitia, visitatio ecclesiastica instituta et visitatores ecclesiarum in his