Jahrgang 
1912
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ſibereinstimmend mit H. Pist.(demnach natürlich auch mit G) die Bemerkung über den An- fall der Brandenburg an die Herrschaft 1397, aber das kann Kr auch aus eigener Kenntnis schöpfen. Mit größerer Wahrscheinlichkeit könnten wir annehmen, daß die Nachricht von der Freigabe der den Juden überlassenen Pfänder 1391 wie die vom goldenen Jahr in Meißen, von dem großen Sterben 1303 aus H. Pist. genommen ist, wenn es Kr nicht ebenfalls wieder aus derselben Erfurter Ouelle wie H. Pist. haben könnte. Jedenfalls Scheint Kr nicht unmit- telbar aus H. Pist. geschöpft, sondern eine andere den Erfurter Chroniken nahestehende Dar- stellung benutzt zu haben.

lch bekenne, daß das Verhältnis der OQuellen in diesen Punkten unklar bleibt und daß man erst bei ausreichender Kenntnis aller einschlägigen Chroniken und Handschriften viel- leicht Bestimmteres feststellen kann. Ich will auch vor allem dartun, daß Kr keiner anderen OQuelle in der Weise gefolgt ist wie der Hist. Ecc.

Sehr vieles würde man ferner ohne weiteres als eigenen Zusatz des Verfassers erklären können, wenn es sich nicht auch in G oder L oder in beiden, teils auch in Rothes Leben der hl. Elisabeth fände, So die Vertreibung der Wenden durch die Thüringer(G L), Erklärung der Siedelungsnamen(G), Erklärung des Namens Eisenach(G L), Richtungspunkte der Eisenacher Stadtmauer(G), die Sage von der Königin Reinschwig(G), die Ungarnschlacht bei Eisenach (G L), u. a. m., ferner die Ausmalung von Festlichkeiten und die genaue Bestimmung von Ortlichkeiten in Eisenach, wie die jenes Tanzes, dem Ludwig der Heilige zusah, bei dem die lateinischen Chroniken ohne jede Ortsangabe von Ludwig nur sagen stans in fenestra, während die deutschen Frzähler in Kr und L den Tanz auf der Rolle stattfinden lassen, oder die genaue Feststellung der Herbergen Klingsors und Wolframs(G. L) oder des Ortes, wo die Heilige Elisa- beth in den Kot gestoßen wurde(G).

Ferner fußen sowohl Kr wie G, L und El beim Leben der Pll. Elisabeth auf andern OQuellen als H. Ecc. und f. Pist., nämlich auf Dietrich von Apolda oder ihm nahe stehende Darstellungen oder auf die noch lebende Uberlieferung von der Heiligen, die in Eisenach natur- gemäß sorglich gepflegt wurde.

Wenn wir somit über Abfassungszeit und Verfasserschaft unserer Chronik ins Klare kommen wollen, haben wir die Frage zu stellen, ob Kr vor G, zwischen G und L oder nach L. Fl lassen wir vorläufig beiseite anzusetzen ist.

Die Fortsetzung folgt im nächsten Jahresbericht(1912 1913), wenn nicht die ganze Abhandlung in der Zeit- chrift für thüringische Geschichte und Altertumskunde abgedruckt wird.

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