Jahrgang 
1912
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Schulnachrichten.

I. Geschichte.

Das neue Schuljahr begann am 20. April, nachdem am Tage zuvor die Aufnahme- prüfung für die neu eintretenden Schüler abgehalten war.

Am 28. April fiel der Unterricht zur Feier der Taufe der Prinzessin aus.

Am 11. Mai fand der übliche Maigang aller Klassen statt. Die Oberprima unter- nahm unter Leitung des Direktors und des Herrn Prof. Dr. Helmbold eine zweitägige Wanderung durch den Thüringerwald.

Da der Geburtstag Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs in die Pfingstferien fiel, konnte die übliche Feier erst am 13. Juni abgehalten werden. Herr Oberlehrer Zugwurst hielt dabei die Festrede über die politische Bedeutung des Großherzogtums Sachsen von den Zeiten Karl Augusts bis zur Gründung des Deutschen Reiches. Im Anschluß an diese Feier verteilte der Direktor aus dem von Sr. Kgl. Hoheit, dem Großherzog, gestifteten Fonds Turnprämien an den Sextaner Ullrich, die Ouintaner Böttger und Steiniger, die Quartaner Bierschenck und Müller, die Untertertianer Ebert und Frauendorf und die Obertertianer Ebert, Ullmann und Winkler.

Von Pfingsten bis zu den Sommerferien war Herr Prof. Dr. Hoßfeld wegen Erkrankung beurlaubt; zu seiner Vertretung wurde Herr Seminarkandidat Dr. Vetter der Anstalt über- wiesen. So konnte der Unterricht auch in dieser Zeit lehrplanmäßig durchgeführt werden.

Die ärztliche Untersuchung der Schüler am 9. August und 19. Oktober, sowie die Begehung der Schulgebäude gab zu besonderen Bemerkungen keinen Anlaß.

Am 24. August besuchte die Oberprima unter Leitung des Direktors die klassischen Stätten von Weimar nebst Tiefurt und Belvedere.

Am 2. September wurde ein Schauturnen abgehalten. Aus dem von Sr. Kgl. Hoheit gestifteten Fonds verteilte der Direktor Turnprämien an die Oberprimaner Habersang, Mayr und Schmidt, an die Unterprimaner Flex, Heß und Möller, an den Obersekundaner Walter und den Untersekundaner Feistkorn.

Am 8. September, dem 80. Geburtstage Wilh. Raabes, nielt Herr Oberlehrer Dr. Koch vor den Schülern der oberen Klassen einen Vortrag über Raabes Bedeutung als Persönlich- keit und als Dichter.

Im 2. Vierteljahr mußte der Nachmittagsunterricht wiederholt wegen der großen Hitze ausgesetzt werden.

Am 1. Oktober schied Herr Direktor Dr. Consbruch aus dem Lehrerkollegium der An- stalt aus, éeinem Rufe als Direktor an das städtische evangelische Gymnasium zu St. Maria Magdalena in Breslau folgend. Er stand nur 2 ½ Jahre an der Spitze des Karl Friedrich- Gymnasiums. Für die Anstalt, die in den letzten Jahrzehnten einen öfteren Wechsel ihres