Jahrgang 
1912
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Eisenachs, Eisenach 1900, und in der geschichtlichen Einleitung zu den demnächst erscheinen- den Bau- und Kunstdenkmälern Thüringens von Voß(Stadt Eisenach). In dem HeftchenStra- Bennamen S. VI bezeichnete ich sie als wahrscheinlich von Rothe verfaßt.

Durch Herrn Th. Abeling in Pankow erfuhr ich, daß sich in der Berliner Königlichen Bibliothek eine Handschrift des Chronicon Thuringicum befindet, und die Bibliotheksverwal- tung erlaubte mir freundlichst die Benutzung. Die Papierhandschrift, mit einem Ochsenkopf als Wasserzeichen versehen, stammt der Schrift und der Sprache nach aus dem 15. Jahr- hundert, und sie ist offenbar diejenige, die dem Herausgeber Kreysig vorgelegen hat. Kreysig war bemüht, die Chronik, die ihm wegen des Alters und der selten gewordenen Ausdrücke wertvoll erschien, buchstabengetreu wiederzugeben. Einige Zusätze(wie S. 90 oben in dy Lobergassen, S. 25 A Bottensteyn, 104 C zu Rosteburg) die eine jüngere Hand an den Rand geschrieben, hat er in Klammern in den Text aufgenommen, von UÜberschriften hat er nur die alten, in den Text eingefügten Rubra mitgedruckt, nicht die in Rot, Grün oder Schwarz am Rand später hinzugefügten wie Bl. 2 b Dy erste kirch in doringen, 4 a von dem horsel- berge, 5 a wangheym madelungen, 8Sa Thure, Hart wynter, aber auch einzelne anscheinend gleichzeitige nicht, wie Bl. 2 a von dem metilsteyne, 2 b von sente bonifacio, 3 a von den doringischen herczogen und von herczogen borgkarte. Den Eigennamen und einzelnen anderen Wörtern hat Kr große Anfangsbuchstaben gegeben. Es fehlt auch nicht an Versehen, Ungenauig- keiten und Druckfehlern. So findet sich z. B. in dem ersten, Von Isenachis begyn überschrie- benen Kapitel alß anstatt also, Hezol für hezal, Harcze für harczce, Nesse für neße, geczyten für gecziten, sundern auch für sundirn ouch, Clodouins für clodomus, nach für noch, michae- lis für michahelis, in für yn, Bvrghart für borgkart, suldin für sulden. Von bemerkenswerteren Versehen erwähne ich nur noch S. 101 C blicz anstatt blig, S. 102 B tusint CCCLVI iar, wobei das in der Vorlage vor L übergeschriebene x übersehen ist, und S. 103 C tusint CCCLX anstatt tusint CCCLXVII, ferner S. 80 C Regin den bakin obir für kR. d. hakin o., wovon nach- her noch die Rede sein wird. Finen anderen offenbaren Fehler fand aber Kr schon in der Vorlage vor, denn schon in der Berliner Hs Bl. 31 b f. ist in die Erzählung von Hermanns II. Tode(Kr S. 96 B) der Satz hineingeraten: vnd der blig entprante zcu warperg den grobin torm vnd das müezhüß, dy beyde schone mit blie gedackit warin. Der Satz gehört, wie die lateinische Vorlage lehrt, zum Jahre 1318 und findet sich hier auch in unserer deutschen Chronik noch einmal, freilich in etwas anderem Wortlaut: In deme selbin iare da enprante eyn blig den torm zcu warpergę vnd vorbrante syn dach vnd das müshuß, dy warin beide mit blie gedackit vnd da vorbrante vel geschüczis, woppins vnd hußratis uffe. Dadurch wird wahr scheinlich, daß das Versehen nicht auf einen Abschreiber, sondern auf den Verfasser selbst Zzurückzuführen ist.

Kreysig selbst nennt in der Einleitung S. XII seine Vorlage Chronicon Thuringicum Germanicum auctore ignoto. Vor ihm habe sie Frauendorf, seiner Vermutung nach ehemals Bürgermeister von Zeitz, besessen. In der Dresdener Königl. Bibliothek befinde sich eine ältere Hs., deren Prüfung übereinstimmenden Wortlaut ergeben habe. Nun ist dort heute eine Hs K 362 vorhanden, die betitelt ist Dorringische cronicka. Anno dony 1567 und eine neuhochdeutsche UÜbertragung der Chronik darstellt. Vor dem Titel steht von jüngerer Hand geschrieben: Dieses ist eine Abschrift des Orięinals, welches sich in der Königl. u. Chfstl. Bihliothec allhier in Dreßden beüindet. Und ist angebunden bey einem alten Teutschen Msct, welches sich also anfängt Dorotheus der Kayser prämittitur Index Alphabeticus capitulorum XC/V. VB. ist von dem alten Teutschen Ms separirt worden. Dieses Original ²⁵ b) ist an scheinend das von Kreysig erwähnte, ist aber selbst kaum die Urschrift gewesen, sondern vielmehr die Abschrift des jetzigen Berliner Manuskripts, denn jene Ubertragung von 1567

25 b) Die Benutzung desselben wie die einer Handschrift des Chron. Thur. amplif. hat mir die Ver- waltung der Königl. Bibliothek in liebenswürdiger Weise ermöglicht.